Ungeliebte Fischerhütte am Altöttinger Weiher

Fischergilde Barbara darf an der Jahnstraße bauen

Landsberg - Altöttinger Weiher - Luftbild
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Für reichlich Aufregung bei den Anwohnern sorgte das Ansinnen der Landsberger Fischergilde Barbara, am Altöttinger Weiher eine Vereinsheim zu errichten. Der Bauausschuss gab jetzt Grünes Licht für den Standort Jahnstraße (oben rechts).

Landsberg – Die Landsberger Fischer­gilde Barbara unter ihrem Vorsitzenden Johannes Vogel möchte am Altöttinger Weiher ein Vereinsgebäude errichten – vornehmlich als Lager, aber auch für Vorstandssitzungen und Jugendarbeit. Die Suche nach einem passenden Standort beschäftigt die Stadt bereits seit dem vergangenen Jahr. Nun gibt es eine Lösung. Das Vereinsgebäude soll in der Nähe der Notunterkünfte an der Jahnstraße entstehen.

Ursprünglich wollten die Angelfischer am Nordufer ihres Pachtgewässers Altöttinger Weihers bauen. Dort hat der Verein ein Grundstück gepachtet, das als Kleingarten genutzt wird. Eine Hütte steht dort bereits, doch für das geplante Bauvorhaben ist die Parzelle zu klein. Außerdem liegt sie im Außenbereich, wo eine Bebauung nicht erwünscht ist, wie Stadtbaumeisterin Birgit Weber im Bauausschuss sagte. Ganz zu schweigen davon, dass in den an ein Biotop angrenzen­den Uferbereich nicht derart massiv eingegriffen werden soll.

Die Alternative liegt weiter südlich im Bereich der Notunterkünfte an der Jahnstraße. Dort steht eine Fläche zur Verfügung, die im Bebauungsplan als Stellplatzfläche ausgewiesen ist und auf der teilweise noch die alten Jahnbaracken stehen. Diese sollen demnächst abgebrochen werden. Eigene Stellplätze müssen am geplanten Vereinsheim nicht entstehen, da der nahegelegene öffentliche Parkplatz südlich des Sportgeländes der FT Jahn Landsberg mitgenutzt werden könne.

Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne), der die erkrankte Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) vertrat, sprach von einem – begrüßenswerten – „Vereins-Cluster“, das hier entstehen würde. Wie im KREISBOTEN jüngst berichtet, behagt dieser Umstand den Anwohnern in der Jahnstraße weniger, zumal der Stadtrat vor Jahren eine Renaturierung des Areals beschlossen hatte. Allerdings hätte es auch am Standort nördlich des Weihers Widerstand gegeben. Bei der Stadt sind laut Hartmann „Unterschriftenlisten von beiden Seiten“ – von Anwohnern der Jahnstraße und der Altöttinger Straße – eingegangen, die sich jeweils gegen das Vorhaben aussprechen.

Das geplante zweigeschossige Vereinsgebäude soll eine Grundfläche von sieben mal zwölf Metern haben. Im Erdge­schoss ist ein großer Lagerraum und eine Toilette vorgesehen, im Obergeschoss ein Jugendseminarraum sowie ein Büro. Im Bauausschuss wurden die Pläne der Fischergilde quer durch die Fraktionen begrüßt. Christina Roidl (SPD) verwies zudem darauf, dass aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde durch den Standort an der Jahnstraße die geringste Beeinträchtigung des Naherholungsgebiets Altöttinger Weiher erfolge.

Das Votum für die Jahnstraße fiel einstimmig aus. Die Befreiungen von Bebauungs­plan und Stellplatzsatzung steht in Aussicht bis der Verein einen Bauantrag eingereicht hat.
Ulrike Osman

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