Die Friedensflagge weht

Landsberger OB gehört nun zu den "Mayors for Peace"

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Kurz war die Flagge der „Mayors vor Peace“ vor der Stadtverwaltung gehisst. OB Mathias Neuner (Mitte) mit den Vertreter der IPPNW Rolf Bader (links) und Dr. Wolfgang Lerch.

Landsberg – Am 8. Juli sollte in Zukunft vor der Stadtverwaltung immer eine grün-weiße Flagge zu sehen sein: Es ist der offizielle Flaggentag der „Mayors for Peace“. Der vom damaligen Bürgermeister Hiroshimas Takeshi Araki 1982 gegründeten Friedensorganisation gehört seit Dienstag vergangener Woche auch Oberbürgermeister Mathias Neuner als Vertreter der Stadt Landsberg an. Landsberg reiht sich damit in eine Reihe von 7.700 Städten in 163 Ländern weltweit und 660 Städten in Deutschland ein.

„Heute Morgen hatte ich Post aus Hiroshima im Briefkasten“, erzählt Neuner bei der offiziellen Flaggenverleihung. Ein DIN A-4-Umschlag der Peace Culture Foundation, adressiert an „the honorable Mathias Neuner, Mayor“. In ihm lag die Flagge und Mitglieds­urkunde der Mayors for Peace, unterzeichnet von Matsui Katsumi, dem momentanen Bürgermeister Hiroshimas – natürlich in japanischen Schriftzeichen. Mit im Umschlag auch Tipps. Zum Beispiel könne man sich Samen der Bäume schicken lassen, die die Atombombe in Hiroshima überdauert haben, und diese einpflanzen. Oder via Skype Kontakt zu Menschen aufnehmen, die die Bombe überlebt haben. Alle zwei Jahre wird Neuner nun zum bundesweiten Treffen der Mayors-for-Peace-Bürgermeister in Deutschland eingeladen.

Den Vorschlag, der Friedensorganisation beizutreten, bekam Neuner von zwei Landsberger Vertretern der IPPNW, den internationalen Ärzten für die Verhütung eines Atomkriegs: Rolf Bader und Dr. Wolfgang Lerch. Im Herbst vergangenen Jahres hatten sie ihn auf Mayors for Peace aufmerksam gemacht. Bader und Lerch freuen sich über Neuners Mitgliedschaft. Und haben auch ein Ass im Ärmel: „Wenn die Vereinten Nationen die Ächtung der Atomwaffen befürwortet, dann werden Sie nach New York eingeladen.“ Da würde er schon kommen, grinst Neuner.

Die Idee hinter Mayors for Peace entspreche seiner persönlichen Überzeugung, so Neuner. Er kenne die Schrecken de Krieges von Erzählungen seines Großvaters. Aber auch die Ziele der IPPNW lägen ihm nahe: „Wer hätte sich vorstellen wollen, wenn die Pershing-Raketen zum Einsatz gekommen wäre? Deren Sprengköpfe ja um die Ecke im Fuchstal lagen.“

Die Friedensorganisation IPPNW hat dieses Jahr zu feiern: ihr 40-Jähriges. Zum Kongress im November werden dafür Mitglieder aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Landsberg reisen.
Susanne Greiner

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