Der Freiheit entgegen

Johann-Winklhofer Realschule entlässt ihre Absolventen

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Die Jahrgangsbesten wurden ausgezeichnet: Stephanie Wolter (Frank-Hirschvogel Stifung), Alina Schulz, Carina Buchner, Vanessa Geier, Diana Schmidt und Schulleiter Detlef Zimmermann (von links).

Landsberg – Endlich frei! Die Schülerinnen und Schüler aus insgesamt sieben Klassen der Johann-Winklhofer-Realschule bekamen vergangenen Freitag feierlich ihre Abschlusszeugnisse im Sport- und Veranstaltungszentrum in Landsberg überreicht – begleitet von peppiger Musik, einer waghalsigen Showeinlage und frechen Sprüchen.

Nach einer Kostprobe des Schulorchesters starteten die moderierenden Schülersprecher vor bunt gepunkteter Kulisse in diese besondere Veranstaltung. Schuldirektor Detlef Zimmermann gab den „VIP‘s“, den Absolventen, einige Gedanken mit auf den Weg, die er in seiner Rede in einem wörtlich zitierten Gedicht verpackte. „Ich wünsche euch die Frechheit eines Flohes, der die großen Tiere dreist dort, wo sie am meisten stinken nicht hineinkriecht [sic], sondern beißt!“.

Die Jugendlichen sollten, um der Gerechtigkeit Willen, nicht immer den bequemsten Weg wählen. Dazu gehöre Mut, um Entscheidungen zu treffen, die für einen selbst und andere mitunter große Auswirkungen haben könnten. Zusammenfassend forderte Zimmermann: „Zeigt, was in euch steckt!“, und wünschte den Absolventen viel Glück für die Zukunft.

Oberbürgermeister Mathias Neuner nahm die Schüler mit auf einen Exkurs in die Kindergartenzeit, als sich alle auf die Schüle gefreut hätten. „Das hat sich aber schnell geändert!“, merkte Neuner an und traf bei den lachenden Schulabgängern offenbar ins Schwarze. Und der Tag der Verleihung markiert bei vielen vermutlich nicht das Ende der Schullaufbahn. Neuner verwies auf die FOS, ein folgendes Studium mit einem Bachelor- und später einem Masterabschluss. „Dieser Tag markiert also wahrscheinlich nur die Halbzeit“, rechnete Neuner die hinzukommenden Jahre zusammen.

Da die bisherige Schulzeit jedoch anstrengend war, empfahl der Oberbürgermeister: „Macht jetzt erstmal nix!“ Die jungen Menschen sollten die Zeit zur Selbstfindung nutzen, um eigene Ziele setzen und verfolgen zu können. Jetzt sei dank lehrwilligen Lehrern die Basis für das weitere Leben gelegt. Ein großes Dankeschön ging auch an Direktor Zimmermann. Nach 42 Jahren Schuldienst geht dieser in den wohlverdienten Ruhestand.

Landrat Thomas Eichinger verglich, bezüglich der Medienaffinität der Jugend, den jetzigen Lebensabschnitt mit der Vollendung eines Computerspiellevels. „Das Tutorial ist jetzt beendet und Sie müssen Erfahrungspunkte sammeln“. Erfahrung sei auch eine wichtige Komponente im Zusammenhang mit Erfolg, denn klug Handeln könne man nur durch Nachdenken, Nachahmung und erlerntes Wissen. Dabei sei es wichtig, sich den Auswirkungen des eigenen Verhaltens bewusst zu sein. „Was immer du tust, tue es klug und bedenke das Ende“, zitierte der Landrat ein lateinisches Sprichwort, das ihm sein Vater früher oft nahegelegt hätte.

Nina Trollmann, Schülersprecherin der Realschule, reiste in ihrer Ansprache zurück an den Beginn des „Ernst des Lebens“ in die fünfte Klasse. Charmant erzählte sie, wie aus einem buntgewürfelten Haufen von Jungen und Mädchen über die Jahre eine harmonierende Klasse entstanden sei. „Aus lauter Raupen sind wunderschöne Schmetterlinge entstanden“, philosophierte Trollmann und erhielt dafür Applaus aus den eigenen Reihen.

„Wir können stolz sein!“, sagte sie mit Nachdruck. Ihre erste Rede vor großem Publikum meisterte die Schülersprecherin mit Bravour, wobei ihr die Aufregung nicht anzumerken war.

Die anschließende Zeugnisvergabe wurde zur Halbzeit von einem Auftritt der Jongliergruppe „Fly and Flow“ unterbrochen, die mit spektakulären Tricks für eine Auflockerung des Programms sorgte. Zum Abschluss standen die besten Absolventen noch einmal auf der Bühne und wurden für ihre phänomenalen Leistungen ausgezeichnet.
Emilia Pallmer

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