Einem besonderen Gast zu Ehren

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Das Velit Quartett (Katja Lämmermann, Viola, Jano Lisboa, Viola, Uli Witteler, Cello und Julian Riem, Klavier).

Landsberg – Zwei Jahre Vorbereitungszeit, Hoffen und Bangen, schließlich ein aufwän­diger Transport. Nun steht er da, in einem würdigen Rahmen, zwischen Kronleuchtern und wunderbaren antiken Bücherregalen: der Flügel der legendären Wiener Klaviermanufaktur Bösendorfer.

Normalerweise ziert der Flügel das große Foyer des Gärtnerplatztheaters, hat jetzt aber wegen der Theaterrenovierung in der Landeshauptstadt in Landsberg ein vorübergehendes Heim gefunden.

Und dieser Gast stand dann auch im Mittelpunkt des Konzertes am ersten Adventssonntag, das Programm eigens auf ihn abgestimmt: mit dem Klavierquartett in Es-Dur, Opus 16, von Ludwig van Beethoven, das der damals noch junge Pianist für seine eigenen Wiener Konzerte komponierte, einem Quintett des Mozart-Schülers Johann Nepomuk Hummel und dem meditativen „Agnus Dei“ des armenischen Komponisten Tigran Mansurian (geb. 1939), das im Arrangement für Klavier, Violine, Viola und Cello am Sonntag zur Uraufführung kam. Verantwortlich für diese Fassung zeichnet der portugiesische Bratschist Jano Lisboa, der, gemeinsam mit seinen Kollegen des Velit-Quartetts (Katja Lämmermann, Violine, Uli Witteler, Violoncello und Julian Riem, Klavier) das Publikum in der vollbesetzten Bibliothek des Agrarbildungszentrums zu Bravo-Rufen hinriss. Gemeinsam mit Bassistin Sophie Lücke erzeugten sie einen nahezu sphärischen Klang, spielten mit extremen Pianissimi. Ein eigenartiger Zauber liegt in diesem Stück, dem man sich nicht entziehen kann. 

Perfekt abgestimmt

Die tragende Rolle des Flügels kam im ersten und letzten Stück zur Geltung. Im Beethoven-Quartett spielt das Klavier klar die Hauptrolle – kein Wunder, wollte sich Beethoven dadurch dem Wiener Publikum präsentieren. Seine Partner, die er durch Improvisationen auch gerne mal ratlos stehen ließ, spielten für den Virtuosen eher eine untergeordnete Rolle. Nicht so beim Velit-Quartett, sie beeindruckten durch perfekt abgestimmtes Zusammenspiel und auch sichtlicher Freude am gemeinsamen Musizieren. Das wurde besonders deutlich beim letzten Stück, des Quintetts in Es-Dur von Johann Nepomuk Hummel (Opus 87). Leicht und tänzerisch, ungarisch angehaucht, mit mitreißender Melodik. Ein Abend mit kammermu­- sikalischen Kostbarkeiten. 

Das nächste Kammermusik-Konzert findet am 3. Februar statt. Infos dazu: www.kammermusik-landsberg.de. Patricia Eckstein

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