Plattform für Kreative?

Klostereck: Stadtrat entscheidet über mögliches Nutzungskonzept

Fresko im Klostereck
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Sanierungsbedarf im Klostereck: Die Arbeiten sind im Gange, unter anderem wird ein Fresko restauriert. Wird es danach zu einer Plattform für Kreative?
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landsberg – Das Klostereck soll ein Hotspot für die regionale Kreativwirtschaft werden. Nach der derzeit laufenden Sanierung soll der Raum in wechselndem Turnus Künstlern, Designern, Modemachern und anderen kreativen Köpfen aus Stadt und Umland zur Verfügung gestellt werden, um ihre Produkte und Ideen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das zumindest ist die Vorstellung des Kulturamts – abschließend entscheiden wird der Stadtrat in seiner Sitzung am 16. Juni.

Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) hatte das Thema bereits auf die Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses (BSK) gesetzt, da es sich um ein zentrales Gebäude der Stadt handelt und das Interesse der Öffentlichkeit groß ist. Bis 2017 war ein Blumenladen in der ehemaligen Leonhardikapelle untergebracht. Er musste weichen, weil Sanierungsbedarf offenkundig wurde. Nachdem sich der Beginn der Arbeiten zunächst verzögerte, sind sie nun in vollem Gange. Unter anderem werden Feuchtigkeitsschäden beseitigt. Leitungen erneuert und ein wertvolles Deckenfresko restauriert. Im Anschluss sollen die Räumlichkeiten wieder öffentlich zugänglich sein.

Kein Geschäft mehr

Ein Ladengeschäft wie früher komme als Nutzung allerdings nicht mehr in Frage, da das Klostereck weder die raumklimatischen Anforderungen erfülle noch die vorgeschriebenen Sozial­räume, WCs und Lagerräume besitze, erläuterte Kulturamtsleiterin Claudia Weißbrodt im Ausschuss. Andererseits würden die Geber von Fördergeldern eine öffentliche Nutzung vorschreiben. „Das Klostereck als städtischer, exquisiter Repräsentationsraum, der von verschiedenen Akteuren aus der Kultur- und Kreativ­szene bespielt wird, kann diesen Vorgaben gerecht werden.“

Die Stadt könne Künstlern und anderen Kreativen das Kloster­eck zur Verfügung stellen, damit diese „ihr Geschäftsmodell erproben, Kundenkontakte auf- und ausbauen und letztlich auch Produkte verkaufen können“. Um möglichst vielen Akteuren aus der Kultur- und Kreativszene diese Plattform zu bieten, soll die Nutzungsdauer zeitlich befristet sein, beispielsweise auf drei Monate.

Angestrebt wird ein ganzjährig wechselndes Angebot an hochwertigem zeitgenössischem Kunstgewerbe, individuellen Produkten, Unikaten oder Kleinserien aus Textil, Schmuck, Keramik, Glas und weiteren künstlerischen Disziplinen. Die Nutzungen könnten, so die Vorstellung des Kulturamts, mit den Sonderausstellungen des Stadtmuseums terminiert werden. Zwischen den „Nutzungsblöcken“ könne das Klostereck als „Museums­schaufenster“ dienen.

Zum Nulltarif?

Beifall für das Konzept kam von Axel Flörke (Landsberger Mitte), der es als eine Kombination aus Kultur- und Wirtschaftsförderung lobte. Stefan Meiser (ÖDP) kritisierte, dass ein – geringes – Nutzungsentgelt erhoben werden soll. Er würde es lieber sehen, wenn das Ange­bot an die Kreativen komplett gratis wäre. Weißbrodt erwiderte allerdings, dass das Nutzungsentgelt lediglich die Nebenkosten abdecken solle.

Der BSK nahm das Konzept billigend zur Kenntnis.

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