Vorerst nur für ein Jahr:

Kultur statt Blumen im Landsberger Klostereck

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Oberbürgermeister Mathias Neuner (rechts) ist zufrieden: Catherine Koletzko (links) und Jürgen Hoffmann (2. von rechts) wollen das Klostereck in Zusammenarbeit mit Kulturbüroleiterin Claudia Flörke (2. von links) zum Treffpunkt der Kreativen machen.

Landsberg – Das Klostereck hat eine neue Mission. Ab Ende April soll es als Plattform für Kreative dienen. Wohlgemerkt in Zwischennutzung. Eröffnung ist am 26. April. Die „projektraum catherine koletzko UG“, im Hinteren Anger zuhause, hat den Raum bis Ende März 2019 angemietet. Der Vertrag läuft dann definitiv aus, die Sanierung soll im selben Frühjahr in Angriff genommen werden. Über die Nutzung danach wird dann verhandelt.

„Wir wollten den Ort nicht ungenutzt lassen“, betont OB Mathias Neuner. Die Bevölkerung habe großen Anteil an dessen Historie genommen. Letztes Jahr zog der Blumenladen im Klostereck endgültig aus. Die Entscheidung zur Geschäftsaufgabe fällte Inhaberin Anita Kaiser-Schmid selbst, wobei die im Nacken stehende Sanierung des Deckenfreskos sicher ihren Teil beigetragen hat. 250.000 Euro waren dafür angedacht. Aber dann fehlte das Geld. Und ein einjähriger Leerstand drohte.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro habe man einen Zwischenmieter gesucht, so der OB. Voraussetzung für die Vergabe des Raumes bis zur Sanierung sei die „pflegliche Benutzung“ gewesen: „Ein Bewerber wollte hier eine Disco haben“, beschreibt Neuner eher fragwürdigen Konzepte.

Den Auszug 2019 hat Neuner indessen „vertraglich festgelegt“. Danach wolle man eine längerfristige Nutzung ins Auge fassen. Die könne jedoch auch darin bestehen, dass das Zwischenprojekt nach der Sanierung wieder einzieht, „je nachdem, wie es sich entwickelt“.

Catherine Koletzko und der Geschäftspartner der UG, Diplomingenieur Jürgen Hoffmann, wollen für den Betrieb des Klosterecks einen Verein oder eine andere gemeinnützige Organisation gründen. Sie planen in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro eine Ausweitung des bereits erprobten projektraum-Konzeptes: Es soll Workshops und Meetings geben, Arbeitsplätze für Kreativschaffende und natürlich auch kulturelle Veranstaltungen wie Musik, Ausstellungen – auch zur Stadthistorie – und Lesungen. Insbesondere die Jugendkultur wolle man ansprechen: Jedes und das letzte Wochenende pro Monat den Belangen der jungen Kreativen öffnen. Sowohl Jugendliche als auch andere Künstler sollen die jeweilige Raumnutzung kostenlos in Anspruch nehmen können: „Es ist wichtig für Landsberg, einen Ort zu haben, wo die Kreativen der Stadt sichtbar und erreichbar werden.“

Der Raum werde zurückhaltend ausgestattet, vermerkt Koletzko: Schalldämmung stehe im Vordergrund, die Mörtelwand hinter dem Tresen werde abgedeckt. Startfinanzierung kommt von Seiten der Sparkasse. Bleibt zu hoffen, dass die Kreativen das Angebot annehmen. Damit ein lebendiger Ort entsteht, mit Gesprächen und Ideen. Und nicht nur eine weitere Galerie.

Susanne Greiner

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