Trotz Gelber Tonne

Für jede Gemeinde ein Wertstoffhof?

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Soll auch nach der Einführung der Gelben Tonne im Januar 2014 neben vielen anderen bestehen bleiben: der Wertstoffhof Landsberg-Ost.

Landkreis – Welche Wertstoffhöfe bleiben bestehen, wenn im Januar 2014 die Gelbe Tonne eingeführt wird? Im Kreis- und Umweltausschuss zeigte sich, dass die geplante Schließung von 28 der 53 vorhandenen Wertstoffhöfe ein heißes Eisen ist – keine Gemeinde mag plötzlich ohne dastehen.

Ein Gutachten des Ingenieurbüros Schmidt/Bechtle empfahl auf der Basis von Betriebsgröße, Erreichbarkeit und der Einwohnerzahl im Einzugsgebiet folgende 25 Wertstoffhöfe beste­hen zu lassen: Hofstetten, Kaufering, Dießen (Gruberberg und Fritz-Winter-Straße), Landsberg- und Ost, Erpfting, Kaltenberg, Windach, Schöffelding, Schondorf, Obermeitingen, Weil, Apfeldorf, Rott, Reichling, Penzing, Fuchstal-Asch, Schwifting, Prittriching, Unterdießen, Vilgertshofen-Pflugdorf, Thaining, Scheuring, Igling-Holzhausen.

Damit wären die Standorte gleichmäßig über den Landkreis verteilt und eine gute Erreichbarkeit gegeben, so die Argumentation in dem Gutachten. Öffnungszeiten von durchschnittlich zwölf Stunden pro Woche stellten einen weiterhin guten Bürgerservice sicher. Nicht betroffen von den Schließungen sind die frei zugänglichen Altglascontainer in den Gemeinden. Für die Sammlung von Grüngut könnten in den Sommermonaten zusätzliche Annahmestellen geschaffen werden, zum Beispiel auf Bauernhöfen, so der Vorschlag des Gutachtens.

Nicht vermittelbar

Soweit die Theorie. In der Praxis bemängelte CSU-Fraktionschef Manfred Rapp eine „Un­gleichgewichtung“, er befürchtet Akzeptanzprobleme. So müssten die rund 5000 Uttinger künftig nach Schondorf fahren und die Eresinger in den 400-Einwohner-Ort Schöffelding. „Das ist der Bevölkerung nicht ohne weiteres vermittelbar“, meinte Rapp. Er stellte den Antrag, dass jede politische Gemeinde einen Wertstoffhof behalten, dazu Landsberg und Dießen je einen zweiten haben sollen – macht insgesamt 33 statt der anvisierten 25.

Damit war ein Teil von Rapps eigener Fraktion nicht glücklich, denn dieser Vorschlag hätte das Ende des Wertstoffhofes in Erpf­ting bedeutet. Es könne nicht sein, dass Landsberg mit seinen 30000 Einwohnern nur zwei Wertstoffhöfe habe, kritisierte Norbert Kreuzer (CSU). „Genau im Südwesten sind unsere Wohngebiete.“ Fraktionskollegin Barbara Klappert schlug vor, Erpfting bestehen zu lassen und dafür die 68 Stunden Gesamtöffnungszeit für Landsberg anders zu verteilen – sprich, je zwei Stunden weniger in Landsberg-Ost und West zugunsten von vier Stunden wöchentlicher Öffnungszeit in Erpfting.

Monika Groner (GAL) verstand die Aufregung um die Standorte nicht. Nach Einführung der Gelben Tonne „bleiben an Alltagswertstoffen doch nur Glas und Grüngut“, argumentierte sie, deshalb seien weitere Strecken zumutbar. „So, wie wir jetzt diskutieren, hätten wir uns das Gutachten sparen können.“

Landrat Walter Eichner (CSU) sah das ähnlich. Bei der Entscheidung gehe es um sinnvolle Abfallwirtschaft und nicht um „Kirchturmpolitik“. Mehr Standorte zu belassen bedeute auch mehr Kosten. Johann Bernauer, Referatsleiter Kommunale Abfallwirtschaft im Land­ratsamt, sprach von rund 20000 Euro pro Wertstoffhof und Jahr. „Das ginge zu Lasten des Gebührenhaushalts.“

Mit Beobachtungszeit

Schließlich verabschiedeten der Kreis- und der Umweltausschuss jeweils mehrheitlich folgenden Empfehlungsbeschluss an den Kreistag: Jede politische Gemeinde behält einen Wertstoffhof, in Dießen bleiben zwei bestehen und in Landsberg drei, allerdings mit der von Klappert vorgeschlagenen Modifizierung der Öffnungszeiten. Grüngut soll ausschließlich auf den Wertstoffhöfen erfasst werden. Nach einer eineinhalbjährigen Beobachtungszeit legt die Kreisverwaltung im Sommer 2015 einen Bericht darüber vor, wie sich dieses Konzept bewährt hat.

Der Kreistag entscheidet in seiner Sitzung am 25. Juni über das Thema.

Ulrike Osman

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