Im Kunstcafé:

Neue Impulse im Kultursalon

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Kunstautomatenbetreiber Gregor Netzer (links) und Fotograf Peter Wilson haben den Kultursalon Landsberg gegründet. Die erste Veranstaltung im Kunstcafé lockte zahlreiche Interessierte an. Nächstes Treffen ist am 30. Januar.

Landsberg – Landsberg hat einen Kultursalon! Kunstautomatenbetreiber Gregor Netzer und Fotograf Peter Wilson haben ihn ins Leben gerufen. Er findet alle zwei Monate am letzten Dienstag des Monats statt. 19 Uhr, natürlich im Kunstcafé, nomen est omen. Vor einer Woche startete der Versuchsballon. Mit einem amüsant-informativen Vortrag seitens Wilsons, dem knapp 40 Zuhörer lauschten. Im Anschluss knüpften die Kreativen neue Verbindungen und stärkten alte Bekanntschaften. Ein gelungener Auftakt.

„Why I hope my pictures are crap“ lautete der Titel von Wilsons Vortrag. Der Fotograf und Grafiker mit dem Porträt-Projekt „Landsberger Leute“ ist in der Stadt bekannt. Wenn er als Fotograf behauptet, ihm wäre es lieb, wenn seine Bilder unsinnig, Müll sind, klingt das seltsam. Schnell stellt sich heraus, dass CRAP ein Akronym ist: Contrast, Repetition, Alignement, Placement – die vier Eckpfeiler von Wilsons Kunst, sei es nun in Fotografie, Collage oder Grafik. Deutlich macht er das am Vergleich des Singlecovers der Sex Pistols von „God Shave the Queen“ im Vergleich zu einem amateurhaft gestalteten Missionsbrief in rostrot und vanillegelb – natürlich gewinnen die Sex Pistols.

„Wenn man Design benutzen will, sollte man es auch verstehen“ ist Wilsons Aussage. Dass die Briten mehr von Design verstehen als die Franzosen, zeige sich daran, was die jeweilige Nation mit den Farben Rot, Weiß und Blau anstelle: „Die Farben nebeneinandergestellt, ganz o.k.“, kommentiert der Brite die französische Flagge. „Aber das ist doch um einiges interessanter“ – und Wilson zeigt den Union Jack.

Ein unterhaltsamer und informativer Abend, der auch zum Kontakteknüpfen einlud. Das nahmen einige Besucher gerne wahr. Es ist zu hoffen, dass auch der zweite Kultursalon am 30. Januar regen Zuspruch findet. Denn was bringt Kreativität mehr zum Sprudeln als Austausch und neue Impulse?

Susanne Greiner

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