Der Spitalplatz in Landsberg wird zum Kunstschauplatz

Landsberger Kunstautomat lädt zur ersten oberirdischen Vernissage

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Gregor Netzer macht‘s vor: Wer sich eines der Kunstwerke aus dem Automaten für fünf Euro ziehen möchte, kann das nach der Vernissage tun. Die Spielzeit 11 läuft bis Mitte Juni.

Landsberg – Der Kunstautomat Landsberg um Gregor Netzer klettert aus den Tiefen der Schloßberggarage ins Licht des Spitalplatzes: Am Freitag, 16. März, um 19.30 Uhr, findet die erste oberirdische Vernissage am neuen Standpunkt statt – mit Kunst in Schächten und Musik von „Willie und die Magneten“.

Nachdem die Schließung der Tiefgarage bekannt wurde, konnte Automatenbetreiber Gregor Netzer mit Erlaubnis der Stadtverwaltung den oberirdischen Platz für sich gewinnen. 

Viereinhalb Zentimeter im Quadrat messen Guido Scholz‘ Arbeiten, die in der elften Spielzeit des Landsberger Kunstautomaten zu sehen sein werden. Ausgestellt hat Scholz die Werke bereits in Haan. Und erhielt von der dortigen Presse das Urteil: „Große Kunst auf kleinstem Raum“. Scholz ist Wiederholungstäter: Bereits zum zweiten Mal sind Arbeiten von ihm im Kunstautomaten zu sehen. Dieses Mal möchte er mit farbenfrohen Collagen bestechen. Deren Rohmaterial: Ausschnitte aus Wochen- und Tageszeitungen.

Auch Volker Kurz ist den Liebhabern des Landsberger Kunstautomaten bereits bekannt. Damals war sein Schacht einer der ersten, der geleert wurde – es heißt also schnell sein. Dieses Mal beschäftigt er sich mit Bacchus – insbesondere mit dessen Gefolge. Denn in diesem trieben Kurz‘ Protagonisten, die lüsternen bocksbeinigen Faune, ihre derben Späße. Vom Christentum als Teufel in die Hölle verbannt, holt der aus Berlin stammende Künstler die kleinen Ungeheuer zurück aufs Papier. Dort können sie als kolorierte Kaltnadelradierungen ihr lustiges Treiben demonstrieren. Stefan Wehmeier zieht es ganz nach oben. Seine mit Ölfarbe und Buntstift gefertigten Werke zeigen schroffe Gipfel, Stein und Himmel: Berge als „einen archaischen Ort von Sehnsucht und Einsamkeit“. Wehmeier ist in Köln geboren, kam aber schon als 18-Jähriger nach München, um dort eine Lehre als Kunstschmid zu machen. Anschließend studierte er an der Akademie für das Graphische Gewerbe und erhielt nach mehreren Stipendien 2009 auch den Kunstpreis des Landkreises Fürstenfeldbruck. 

„Traumfetzen“ nennt Nicole Mahrenholtz ihre Holzschnitte, die sie auf handgeschöpftem Büttenpapier präsentiert. „Das Drucken war ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Verschwinden“, formuliert die Künstlerin: Denn Auslassungen spielen bei ihren „Seelenlandschaften“ in gebrochenen Farbtönen eine wichtige Rolle. Die promovierte Philosophin arbeitet schon seit acht Jahren als professionelle Künstlerin mit Schwerpunkt Malerei. Aber auch die darstellende Kunst und die Schriftstellerei gehören in ihr Repertoire. 

Bunte Stücke ihres Alltags bietet Michelle Schratz dem Kunstautomatenkäufer in ihrer Serie „Pieces of Me“ an. Sie bezeichnet sich selbst als „Art Journalerin“: jemand, der ein kreatives Tagebuch führt. In diesem Tagebuch landen ihre künstlerisch verarbeiteten Alltagseindrücke. Und für den Kunstautomaten hat sie aus dessen Inhalt Mixed-Media-Collagen erstellt. Geboren und aufgewachsen ist Schratz in den USA. Seit 1998 lebt sie in Windach. 

Die Vernissage findet am Freitag, 16. März, um 19.30 Uhr am Spitalplatz statt. Die in Landsberg bekannte Band „Willie und die Magneten“ gibt den Sound dazu.

kb

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