Luna und ihre fünf Betreuer

Die Landsberger Lebenshilfe-Samtpfote

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Einer der fünf ‚Dosenöffner‘: Christoph mit Samtpfote Luna auf dem Arm.

Landsberg – Luna ist eine ganz besondere Katze. Sie ist hübsch getigert mit viel weißem Flauschfell, hat einen wohlproportionierzen Körper, große grüne Augen – und gleich fünf Besitzer. Denn die Katzendame lebt seit acht Jahren im Wohnheim 7 der Lebenshilfe Landsberg.

„Da ist sie ja“, ruft Christoph erfreut, als Luna mit hoch aufgestelltem Schwanz über den Rasen stolziert. Schnell nimmt er sie auf den Arm und freut sich über ihr Schnurren. Als winziges Kätzchen kam Luna ins Wohnheim, erzählt er. Eine damalige Bewohnerin hatte sich für den Stubentiger eingesetzt und wirkte wochenlang als „Katzenmama“.

Eugenia, hier mit ihrem Freund Daniel, streichelt Luna gerne.

„Luna durfte bei ihr im Zimmer schlafen“, erinnert sich Christoph. Aber auch die anderen Bewohner hatten sich für den Vierbeiner ausgesprochen. „Es gibt sogar einen Katzenvertrag“, berichtet der 32-Jährige Christoph stolz.

Derzeit sind es fünf Bewohner, die sich nach einem „Luna-Plan“ um die Katze kümmern. Jeden Donnerstag gibt es eine Gruppenbesprechung, bei der die Dienste eingeteilt werden: Füttern, Wasser auffüllen, das Katzenklo reinigen. „Anfangs war das viel Arbeit“, sagt Angelika Sch. Doch inzwischen haben sich die Bewohner daran gewöhnt. Außerdem wechsele man sich ja ab.

Luna ist eine Freigängerin. „Sie miaut, wenn sie raus oder rein will“, erklärt Angelika. Manchmal wisse sie aber auch nicht, was sie will. Eugenia (31), die heute Luna-Dienst hat, fragt dann die Katze. Und oft zeigt ihr Luna durch ihr Verhalten, was sie möchte. Manchmal dirigiert die Kätzin sie zum Beispiel zu ihrem Napf, weil sie beim Fressen gerne Gesellschaft hat.

Ihre Streicheleinheiten holt sich Luna relativ gleichmäßig bei allen Bewohnern. Bei Christoph schlief sie schon einmal eineinhalb Stunden selig auf dem Schoß, an Angelika Sch. schmiegt sie sich oft an. Außerdem kuschelt sich die Kätzin gerne auf dem Bett ein und hält ein Nickerchen. Ihr Schlafplatz ist allerdings auf dem Stuhl oder dem Kratzbaum im Wintergarten, erzählt Christoph.

Auch Angelika mag Luna.

Luna ist vor allem seit ihrem Unfall sehr anhänglich, manchmal sogar ängstlich, berichtet Angelika. Vor fünf Jahren war eine Baustelle in der Straße und die Kätzin hatte sich vermutlich an einem scharfen Metallteil den Bauch verletzt. Sie musste in eine Transportbox und zum Tierarzt, erzählt die 46-jährige Angelika. „Dort war sie dann sehr einsam“. Bei der anschließenden Pflege zu Hause wechselten sich Eugenia und Christoph ab.

Zum Glück zahlt jeder Bewohner jede Woche zwei Euro in eine gemeinsame Kasse ein. Davon werden Tierarztkosten, Katzenfutter und -streu beglichen, erklärt Betreuer Gerald „Gerry“ Schelling. Er unterstützt die Bewohner bei der Pflege und behält die Übersicht über notwendige Entwurmungen oder Zeckenmittel.

Ein Leben ohne Luna können sich die Bewohner gar nicht mehr vorstellen. Denn die Katze ist pflegeleicht, verschmust und „ganz lieb, die tut keinem was“, sagt Eugenia. Auch Luna mag ihre ‚Dosenöffner‘ nicht mehr missen: Sie steht meist schon parat, wenn die Bewohner gegen 16 Uhr von der Arbeit zurückkommen.

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