„Auftritt“ am Time Square

Landsberger Malik Harris im Auge des Erfolgs

Malik Harris am Times Square Werbung von Amazon
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Startet richtig durch am Times Square in New York City: der Landsberger Sänger und Songwriter Malik Harris.

Landsberg – Kein Ort der Welt repräsentiert Erfolg besser als der Times Square in New York City. Das Zentrum des Theaterviertels am legendären Broad­way: In Amerika nennt man diesen Ort auch The Center oft the Universe. Und hier, im Zentrum des Universums, war vom 23. bis zum 30. Oktober ein Landsberger zu sehen: Malik Harris, Sänger und Songwriter. Als einer der fünf Newcomer des weltweiten Breakthrough-Programms von Amazon Music flimmerte Malik überlebensgroß über eine der berühmtesten Leinwände der Welt.

  • Der Sänger und Songwriter aus Landsberg Malik Harris war auf einer der größten Leinwände am Times Square zu sehen.
  • Der Grund: Er gehört zu einem der fünf Newcomer, die Amazon weltweit für sein Breakthrough-Projekt ausgewählt hat.
  • Der 23-Jährige hat zudem ein Musikvideo in New York gedreht.

„Ich hatte kurz davor einen Anruf von Amazon Music bekommen“, erzählt der 23-Jährige am Telefon. Dass er im Newcomer-Programm aufgenommen war, habe er ja schon gewusst, „eine Riesenehre“. Am Telefon habe man ihm aber gesagt, dass er sich die Live-Kamera vom Times Square anschauen solle, da gebe es eine „kleine Überraschung“. „Das Gefühl, als ich in Landsberg in der Küche saß und mich da auf der Leinwand gesehen habe, das kann ich nicht beschreiben“, sagt Malik.

Als Musiker habe er natürlich Träume. „Mich da mal zu sehen, war einer davon.“ Er habe sofort seiner 84-jährigen Großmutter in den USA – Maliks Vater kommt aus Detroit – Bescheid gesagt. „Und die ist dann tatsächlich mit Bekannten nach New York gefahren, um mich am Times Square zu sehen. Von Boston aus, das sind rund 350 Kilometer.“ Die Freude über seinen Erfolg ist dem Landsberger anzuhören. Und auch der Stolz auf das gerade veröffentliche Video zu seiner siebten Single „When We’ve Arrived“. Denn das wurde auch in New York gedreht.

Wie eine Filmkulisse

In dieser Stadt könne man an jeder Straßenecke ein Bild machen und es sehe aus wie eine Filmkulisse, beschreibt Malik den Big Apple. „Wir haben für das Video aber nicht in Manhattan gedreht, sondern in Brooklyn.“ Die übliche Kulisse – gerne das ‚alte‘ New York im Süden mit der Börse – habe man zu oft gesehen, „wir wollten die Stimmung der Straße einfangen“. Zu sehen sind Stahl-Brücken, Industriegebäude in leeren Straßen, im Hintergrund der East River. Und zwei Tänzer, die Maliks Text in Bewegung übersetzen.

„Das ist bisher mein Lieblingsvideo“, sagt Malik, „das fühlt sich auch für mich nach etwas sehr Großem an.“ Er habe sich schon immer gewünscht, seine Musik und die darin ausgedrückten Emotionen in Bewegung umgesetzt zu sehen. „Wir haben mehrere Tänzer in New York angeschrieben und auch wahnsinnig viel Antworten bekommen“, erzählt er. „Aber die zwei im Video tanzen einfach auf einem anderen Level, mit einer besonderen Nähe zueinander.“ Was auch daran liege, dass sie miteinander verheiratet sind. Auch er habe tanzen sollen, erzählt Malik lachend, „aber ich bin einfach nicht so der Tänzer“. Deshalb auch das charmante Schulterzucken am Ende des Videos.

Der 23-jährige Sänger und Songwriter aus Landsberg Malik Harris.

Maliks Lieder handeln von eigenen Erfahrungen. „Die Musik hilft mir, meine Erlebnisse zu verarbeiten. Das ist für mich manchmal wie eine Therapiesitzung mit mir selbst.“ Oft könne er seine Handlungen dann im Nachhinein verstehen „und mit der Situation abschließen“. In „When We’ve Arrived“ geht es um ein Mädchen, in das er verliebt gewesen sei, die aber nur mit ihm gespielt habe. Und um sein Festhalten an der Utopie, dass es klappt, wenn er nur eine Chance bekommt, erzählt der 23-Jährige. Die Noten zu dem Song habe er recht schnell komponiert. „Ich wusste, ich will einen Song mit vielen Breaks. Dann hab‘ ich mich an die Gitarre gesetzt, und die ersten Noten notiert“, sagt er. Und singt am Telefon die vier Töne des aufsteigenden Gitarrenlaufs vom Songanfang, seine Hand schlägt im Hintergrund den Rhythmus – ein Titel mit Rap-Einfluss, aber auch viel Melodie. Ein Ohrwurm.

Mit Worten puzzeln

Für die Texte braucht Malik länger, „manchmal eine Woche für nur eine Zeile“. Er stecke viel Arbeit in die Worte, überlege sich jedes einzelne genau, ob es passt, zu dem, was er sagen will und zur Musik. „Das ist wie ein Puzzle, bei dem du ein Teil verloren hast und erst zufrieden bist, wenn du es wiedergefunden hast.“

Eigentlich hätte Malik dieses Jahr seine erste große Tournee gehabt, samt Auftritt bei einem der fünf größten Festivals Deutschlands: „Da wäre meine Lieblingsband ‚Twenty One Pilots‘ dabei gewesen“. Auch sein erstes Album sollte erscheinen. „Aber ich will meine Musik natürlich live den Leuten vorstellen und mit ihnen feiern“, sagt er. Momentan nicht möglich.

Eine Idee, wie eine eigene Tournee ist, hat Malik bereits bei einer kleinen Tour Ende letzten Jahres bekommen. „Vor allem das Konzert in München im Milla Club war krass“, erinnert er sich. Habe er davor immer als Support anderer gespielt – darunter Cosby oder auch James Blunt –, sei so ein Konzert einfach etwas ganz anderes: „Du weißt, dass alle, die da sind, nur wegen dir da sind.“

Tournee und Album sind auf 2021 verschoben. Wenn Feiern hoffentlich wieder möglich ist. Momentan schreibe er Songs, erzählt Malik, der gerade zwischen seinem Studio in München und seinem Zuhause in Landsberg pendelt. Demnächst habe er eine Aufzeichnung fürs ARD. Natürlich sei das auch für ihn nicht der Alltag, den er vorher hatte. Er hoffe, dass alle in Landsberg mit dem Lockdown klarkommen, die Künstler und auch die Gastro. Er habe ja selbst lange hier als Barkeeper gearbeitet.

Jetzt im November werde er wohl seine Familie nicht mehr so problemlos sehen können wie momentan. Keine schönen Aussichten für den Familienmenschen: „Der Sohn meiner Schwester ist gerade mal drei Jahre alt. Der entwickelt sich so schnell, wenn du den eine Weile nicht siehst, ist das gleich ein ganz anderer Mensch.“ In der Zeit werde er dann eben viel komponieren, Worte suchen und finden. Und viel üben. „Ich versuche einfach, besser zu werden.

ks

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