"Auf Bundeskanzlerebene"

Die Schüler der Mittelschule Landsberg haben mit dem Autoren Dirk Walbrecker im Rahmen des Projektes „Kultur macht stark“ die Stadtbücherei besucht. Ein weiteres Ziel war das Stadttheater.

Landsberg – „Kultur macht stark“ – so heißt das Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, an dem Schüler der Landsberger Mittelschule ein Jahr lang teilgenommen haben. Nun wurde es zusammen mit dem daraus entstandenen Buch in der Stadtbücherei vorgestellt.

Der Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise (FBK) gründet im Rahmen des Projekts bis 2017 in ganz Deutschland lokale Bündnisse für Bildung, die „Autorenpatenschaften“ organisieren. In Landsberg arbeitete der Bundesverband mit der Stadtbücherei Landsberg und der Mittelschule unter Koordination von Helmut Brinkmann zusammen. Der teilnehmende Autor Dirk Walbrecker hob den Einsatz der Partner, insbesondere der Büchereileiterin Claudia Buchecker und Schulrektor Christian Karlstetter besonders hervor. 17 Jugendliche aus fünf verschiedenen Klassen und zwei Schulhäusern nahmen an dem außerschulischen Projekt mit dem Thema „Familie“ teil. 

Die Gruppe las und sprach über Bücher mit diesem Thema, setzte sich mit den eigenen Situationen auseinander und besuchte das Stadttheater. In Gruppen- und Einzelarbeit wurden dann selbst Geschichten, Gedichte und Theaterstücke in einer Schreibwerkstatt verfasst, gesungen, gemalt und geschauspielert. 

In dem aus dem Projekt entstandenen Buch sind einige dieser Texte zu finden, von kreativen Erzählungen mit Geheimagentenhunden über Situationen, in denen die Hauptfigur ohne Eltern leben muss bis zu ersten Lieben und Geschwisterbeziehungen. Beeindruckt habe Walbrecker die große Offenheit, die die Jugendlichen hier zeigten. 

Die Bücher „bieten einen Blick auf die Heranwachsenden diese Landes, was sie denken und fühlen“, so der stellvertretende Bundesvorsitzende der FBK Jürgen Jankofsky. Am Ende des bundesweiten Projekts sollen die dann insgesamt 30 Bücher sogar auf „Bundeskanzler- ebene“ übergeben werden. 

„Kultur macht stark“ könne man ganz im wörtlichen Sinne sehen, denn stark könne man nicht nur körperlich, sondern auch verbal werden, durch Kultur, so Bürgermeister Axel Flörke bei seiner Begrüßungsrede. 

Auch Schulleiter Karlstetter hält solche Projekte, die den Lehrplanrahmen überschreiten, für sehr wichtig. Die Schüler bekämen ein Ventil, würden in ihren Problemen ernst genommen und gewännen an Selbstbewusstsein. Vor allem sei das Projekt freiwillig, wodurch eine ganz andere Motivation entstehe als in der Schule. Bildung bestehe nicht nur aus „Ausbildung“, sondern auch aus „Herzensbildung“, sind sich Karlstetter und Brinkmann einig.

Judith Rietzl

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