Wien, Budapest, Buenos Aires

Landsberger Neujahrsmatinée geht auf musikalische Reise

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Die Landsberger Salonmusiker um Franz Lichtenstern am Cello (Mitte), Julian Johannes an der Oboe (2. von rechts) sowie den Leiter und Soloviolinisten Toyomi Suzuki (vorne links) sind fester Bestandteil des neuen Jahres in Landsberg.

Landsberg – Was wäre Neujahr ohne Neujahrskonzert? Und zwar das mit den Landsberger Salonmusikern. Tänzerisch-beschwingt begrüßte das Ensemble bei der traditionellen Neujahrsmatinée am Sonntag, 5. Januar, und dem Neujahrskonzert am vorhergehenden Samstagabend das Jahr 2020. Doch diesmal nicht nur im Dreivierteltakt, vielmehr standen neben den klassischen Walzern von Lanner und Lehár auch Samba, Czardas und Tango auf dem Programm.

Natürlich dufte im zweimal ausverkauften Festsaal des Historischen Rathauses ein Name nicht fehlen: Johann Strauß Sohn, mit dem es auf eine kleine musikalische Reise ging: mit dem Intermezzo aus „1001 Nacht“ in den Orient zu den Abenteuern des „Indigo und den 40 Räubern“, und danach nach Ungarn.

Um den Freiheitswillen des ungarischen Volkes zu ehren, komponierte Strauß die Schnellpolka „Éljen a Magyàr“ („Es lebe der Ungar“), die er nicht nur ausdrücklich dem ungarischen Volk widmete, sondern in die er auch Elemente des inoffizellen Nationalmarsches, des Ràkòczi-Marsches, einarbeitete.

Immer bekannt und beliebt ist die „Fledermaus-Quadrille“ mit Melodien und Motiven der Operette überhaupt, die als Höhepunkt der goldenen Operetten­ära gilt. Nicht wenige Zuhörer im vollbesetzten Festsaal summten und sangen leise mit, als es erklang „Chacun à son goût“ – eigentlich ‚Jeder, wie es ihm gefällt‘, im Deutschen wurde dann aber doch „Ich lade gern mir Gäste ein)“ daraus. Oder natürlich „O Fledermaus, o Fledermaus“.

In der zweiten Hälfte ging es musikalisch nach Südamerika: mit Heinrich Riethmüllers „Samba Fugata“ und Astor Piazzollas „Invierno“ (Winter) in einer Bearbeitung für Salonorchestester von Peter Ludwig. Astor Piazzolla, der Großmeister des Tango Nuevo, komponierte mit den „Vier Jahreszeiten von Buenos Aires“ – so der etwas sperrige deutsche Titel von „Las Cuatro Estaciones Porteñas“ – quasi ein Gegenstück zu Vivaldis Jahreszeiten: in einer anderen Kultur, einem anderen Klima. „Invierno“ fesselt dabei insbesondere durch das Zusammenwirken von Melancholie, treibenden Tango­rhythmen und Leidenschaft – meisterhaft interpretiert von den sieben Musikern der Landsberger Salonmusik.

Wie in jedem Jahr hatte Herbert Hanko nicht nur die Aufgabe, sowohl mit Informativen als auch amüsanten Moderationen durch das Programm zu führen. Und mit seinen stimmlichen Qualitäten, die er mit den „Salzburger Nockerln“ und der Mimi, die ohne Krimi nie ins Bett geht, unter Beweis stellte. Mit einer wunderbaren Version von Brahms „Ungarischen Tanz Nr. 5“ endete das Neujahrskonzert 2020 und machte bereits Lust auf das nächste. Nächstes Jahr, gleicher Ort. Wir freuen uns.

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