Mehr zum Agieren und weg vom Reagieren

Im Gespräch mit dem Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne)

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Moritz Hartmann mit dem Rad in der Stadt unterwegs.

Drei Sätze zu Ihnen, Herr Hartmann:

Moritz Hartmann: Gerne - ich bin 43 Jahre alt und seit 26 Jahren politisch aktiv. Meine ersten kommunalpolitischen Erfahrungen konnte ich im Landsberger Jugendbeirat machen. Seit 18 Jahren bin ich für die GRÜNEN im Kreistag und seit 6 Jahren im Stadtrat. Ich arbeite als Sozialpädagoge in Fuchstal als Gemeindejugendpfleger und in der offenen Ganztagsschule.

Welche drei Themen müssten ihrer Meinung nach am dringendsten in Landsberg angepackt werden? 

Moritz Hartmann: Nur drei? Meiner Meinung nach brauchen wir eine richtige Balance zwischen Erhalten und Schützen und Veränderung und Wachstum und dies eigentlich fast in jeder Hinsicht. Landsberg muss eine Stadt zum Wohnen für jedermann – egal ob jung oder alt, arm oder reich – bleiben. Wohnen ist ein Grundrecht und eine Daseinsvorsorge, und, da unsere Stadt eine nicht nur für uns Landsberger*innen eine sehr attraktive und schöne Stadt ist, brauchen wir entschieden mehr bezahlbare Wohnungen, und hier muss meines Erachtens auch die Stadt wieder selber in den Bau von Sozialwohnungen einsteigen. 

Auf der anderen Seite dürfen wir unsere Stadt mit dem Wachstum nicht überfordern – daher ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass wir unser gestecktes Ziel von maximal 1 % Bevölkerungswachstum im Jahr einhalten. Wir müssen in Landsberg bei unserem wertvollen Gut Boden mehr zum Agieren und weg vom Reagieren kommen und brauchen hier eine Kultur, die nachdenkt, wie wir mit Flächenverbrauch sparsam umgehen. 

Unser Landsberg ist eine Stadt der kurzen Wege und hier bietet sich das Radfahren, Zufußgehen oder der Stadtbus einfach an. Wir brauchen die Mobilitätswende weg vom Auto und hin zum Fahrrad, Fußweg und ÖPNV. 

"Mehr zum Agieren und weg vom Reagieren" - Moritz Hartmann

Auch wenn uns immer wieder Leute vorwerfen, wir Grüne wollen das Auto verbieten – darum geht es überhaupt nicht und dies habe ich auch nie behauptet. Beispielsweise werden 73% der Wege zwischen 2 und 3 km innerhalb Landsbergs aktuell mit dem Auto bestritten! (ISEK 2012) - hier müssen wir ansetzen. Wir müssen die Attraktivität für Fußgänger, Radfahrer und Stadtbusfahrer stärken und im Fall der Fälle kann es gut sein, dass wir bei dem Bau eines neuen Radstreifens auf die ein oder anderen Längsparkplätze verzichten müssen oder die Fahrbahn für den PKW-Verkehr verschmälern müssen, denn schließlich sind die Verkehrsflächen bei uns in Landsberg begrenzt und diese müssen auf alle Verkehrsteilnehmer gerecht und sinnvoll aufgeteilt werden. Es kann doch beispielsweise auf Dauer nicht sein, dass die Autofahrer in der neuen Bergstraße zwei Fahrbahnen bergauf haben, während sich E-Bike-Fahrer , Radler und Fußgänger sich einen teilweise nur 93 cm breiten Fußweg teilen müssen. 

Unsere Stadtpolitik muss bürgernaher und vor allem mehr in demokratischen Prozessen, die zum Mitmachen einladen, gestaltet werden. Unsere Bürger*innen, egal ob jung oder alt, müssen vor Ort frühzeitig in Ideenfindung und Planung mit einbezogen werden, und wir müssen eine Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe aktiv leben. 

Für mich ist eine ehrlich gemeinte Bürgerbeteiligung elementar, und diese möchte ich auch als Chefsache sehen und sie muss in nachvollziehbaren Formen ablaufen. Über all diesen drei Themen steht natürlich der Klimaschutz – denn ohne die Kommunen ist die Klimawende nicht zu schaffen. Neben Zielen und Konzepten brauchen wir jetzt konkrete Maßnahmen. 

Zusammen mit den Bürgern, dem Stadtrat und der Verwaltung möchte ich erreichen, dass wir unsere Entscheidungen und Beschlüsse einer Art Klimacheck unterziehen und bei negativen Auswirkungen auf unser Klima Alternativen in Betracht ziehen oder Ausgleiche schaffen.

Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne)

Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat
Der Landsberger OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) © Privat

Was ist ihre größte Stärke? 

Moritz Hartmann: Meine größte Stärke ist, dass ich gut vernetzt bin, dass ich mit anderen Leuten auf Augenhöhe arbeiten kann, und dass es mir ganz wichtig ist, dass wir möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mitnehmen. Klar, werden wir es nie erreichen, dass alle Bürger für eine Sache sind, aber ich glaube in einer Demokratie gehört es einfach dazu, Kompromisse und Mehrheiten zu finden.

Und was ist Deine größte Schwäche? Dass ich manchmal etwas ungeduldig bin, dass manche Sachen möglichst schnell realisiert werden sollen. Manchmal geht mir die Umsetzung der Stadtratsbeschlüsse zu langsam.

Und ihre Schlussworte 

Moritz Hartmann: Natürlich gibt es neben den oben genannten Themen noch viel mehr Aufgaben, die wir angehen müssen, daher freue ich mich auf einen Austausch mit Ihnen, den Bürgern – sei es per Email (mail@moritz-hartmann.de) oder persönlich bei der ein oder anderen Veranstaltung oder bei unseren Infoständen an den Samstagvormittagen in der Fußgängerzone. 

Weitere Informationen zu meinen Schwerpunkten und auch den anstehenden Veranstaltungen finden Sie auf meiner Homepage www.moritz-hartmann.de.

Das Interview führte Jost Handtrack.

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