Neuer Anlauf

SPD stößt "Kultur-Rochade" an

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Die Grundschule am Spitalplatz mit dem zweiten Gebäude in der Pössinger Straße möchte die SPD auf dem Schlossberg (Foto) zusammenlegen.

Landsberg – Die SPD-Stadtratsfraktion möchte die auf zwei Gebäude verteilte „Grundschule am Spitalplatz“ auf dem Schlossberg unter einem Dach zusammenführen. Damit stößt sie auch eine Debatte über die „Kultur-Rochade“ an, die der Görlitzer Hochschullehrer Matthias Theodor Vogt im Jahr 2011, also noch unter OB Ingo Lehmann (SPD), in einem Gutachten für die Stadt vorgeschlagen hatte.

Mit ihrem Vorstoß, der zunächst auf die Prüfung der Machbarkeit des Umzugs durch die Stadtverwaltung zielt, will die SPD die „erheblichen organisatorischen und pädagogischen Schwierigkeiten“ bewältigen, die die Aufteilung der Schule mit sich bringe. Getrennte Schulwege für Geschwisterkinder, schwierige Stundenplangestaltung und doppelte Lehrmittelbeschaffung seien Beispiele dafür, schreibt SPD-Stadträtin Margit Däubler, die auch Schulreferentin des Stadtrats ist.

„Erschwerend kommt hinzu, dass der Pausenhof des Gebäudes am Spitalplatz völlig unzureichend ist und viele Unfallgefahren birgt.“ Der bisherige einzige Vorteil zweier Schulhäuser, nämlich die Nähe zur Wohnung der Kinder, sei weggefallen. Ganztagsklassen und Ü-Klassen gebe es nur im Gebäude an der Pössinger Straße. Wer sein Kind in diese Klassen schicke, müsse bereits jetzt „einen überlangen, bergauf führenden Schulweg bewältigen“.

Allerdings räumt die SPD ein, dass ihr Vorschlag „erhebliche Auswirkungen auf die Nutzung anderer Einrichtungen und Gebäude in der Stadt haben wird“ und verweist auf das 400 Seiten starke Vogt-Gutachten. Der frühere Chefdramaturg der Bayreuther Festspiele wollte die absehbare Zusammenlegung der Schlossbergschule mit der Fritz-Beck-Mittelschule zum Ausgangspunkt einer Kaskade von Umzügen zu machen.

Erster Schritt war auch für ihn die Zusammenführung der zweigeteilten Grundschule. In die frei werdenden Räume der Spitalplatzschule am Schmalzturm wollte der Kulturexperte die Volkshochschule (VHS) unterbringen. Damit könnte, so Vogt damals, die VHS größere Räume nutzen. Im freiwerdenden Ursulinenkloster stünden zum einen der Sing- und Musikschule Probensäle zur Verfügung. Zum anderen könnte das Stadtmuseum dorthin übersiedeln. Als künftige Nutzungsmöglichkeit für das jetzt vom Museum genutzte Gebäude in der Von-Helfenstein-Gasse sah Vogt den Tagungsbereich.

Der Vorstoß der SPD zwingt den Stadtrat nicht nur wegen der möglichen Rochade zu einem Gesamtkonzept, sondern auch, weil es zwei weitere Ideen für die Nutzung der frei werdenden Schlossbergschule gibt. Die Landsberger Mitte hatte kürzlich die Idee präsentiert, auf dem Schlossberg eine Jugendherberge anzusiedeln. Tatsächlich waren Vertreter des Jugendherbergswerks daraufhin nach Landsberg gekommen, um sich das Gebäude anzusehen. Auf Anregung der UBV schauten sie auch gleich beim Heilig-Geist-Spital vorbei, das ebenfalls frei wird. OB Mathias Neuner (CSU) hatte auch das Grundschulgebäude an der Pössinger Straße in die Besichtigungstour einbezogen. Über das Ergebnis der Besichtigung liegen noch keine Informationen vor.

Auch der zweite Vorschlag zielt auf die Stärkung des Fremdenverkehrs. In Kreisen der CSU wird auch darüber nachgedacht, nach einem Investor zu suchen, um auf dem Schlossberg ein Hotel zu errichten. Dass ein solches Vier- oder Fünf-Sterne-Hotel in Landsberg fehlt, hatte bereits Matthias Vogt in seinem Gutachten dargelegt.

Werner Lauff

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