Im Wahlkampfmodus

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Der große alte Mann der BayernSPD, Dr. Rudolf Schöfberger (links), begeisterte mit seiner historischen Rede auch Kreisverbandsvorsitzenden Dr. Albert Thurner.

Landsberg – 150 Jahre wird sie alt – die SPD, und feiert in diesen Tagen ihre Geschichte. Da wollte und konnte der Kreisverband Landsberg nicht fehlen und hatte zum Festabend ins Landsberger Rathaus eingeladen. Mit großer Emotion und viel Stolz begrüßte Dr. Albert Thurner seine Gäste und Parteimitglieder.

Das eigentliche Jubiläumsdatum ist der 23. Mai. „Wir sind unserer Zeit voraus“, meinte der Kreisverbandsvorsitzende Thurner. Die „Landsberger Dachkammersänger“ brillierten unter großem Beifall mit Arbeiterliedern. Gerührt von der Stimmung überbrachte die auch für Landsberg zuständige Bundestagskandidatin Angelica Dullinger aus Kochel am See ihre Grußworte und erinnerte an die Schwierigkeiten, die man als SPD-Mitglied in Bayern heute noch habe. Aus ihrer Zeit als neues Gemeinderatsmitglied im Jahr 2003 in Kochel erinnert sie sich noch an einen Spruch eines CSU-Kollegen, der ihr unvergesslich im Gedächtnis eingebrannt geblieben ist: „Was machst Du überhaupt hier (im Gemeinderat), Dir gehört doch hier nichts“.

Richtig in den Wahlkampfmodus schaltete dann Ehrengast Dr. Rudolf Schöfberger in seinem einstündigen Festvortrag. Der ehemalige Vorsitzende der BayernSPD listete in seiner launigen Rede nicht nur Erfolge seiner Partei auf. Exemplarisch nannte er die Einführung des Frauenwahlrechtes 1918 und die Ostpolitik von Willy Brand, die zum Zusammenbruch des Kommunismus führte. Er verschwieg auch nicht die historischen und tragischen Fehler in der Geschichte der Partei. Beispielshaft führte er auf, dass seine Partei 1933 keinen Generalstreik gegen Hitler und die Nazis organisiert habe.

Und er rechnete mit seinem politischen Gegner, der CSU, ab. Der Wahlkampf lässt grüßen. Landrat Walter Eichner hatte sich als geladenes CSU-Mitglied beim Festakt sicherheitshalber in eine der hinteren Reihen platziert.

Mit dem ironischen Satz: „Jeder Sozialdemokrat, der unter 100 stirbt, handelt parteischädigend“, schloss der 77-Jährige seinen Vortrag. Schöfberger gehört der SPD seit 1959 an und saß im Landtag und im Bundestag. Er hofft, dass es seine Partei auch die nächsten 150 Jahre geben wird.

Siegfried Spörer

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