Ein klares Ja

Landsberger Stadtrat stimmt für Ganzjahresgastro im Inselbad

Inselbad Landsberg - Gebäude
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Dass der Verwaltungsrat die Ganzjahresgastro ablehnt, ist bekannt. Der Stadtrat sieht das aber anders.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landsberg – Der Verwaltungsrat der Stadtwerke mag mehrheitlich eine Ganzjahresgastronomie im Obergeschoss des Inselbad-Gebäudes abgelehnt haben. Der Stadtrat ist anderer Ansicht und fordert sowohl die Stadtwerke als auch den Verwaltungsrat auf, das Vorhaben mitzutragen. Der Beschluss fiel mit großer Mehrheit nach einer zähen und kontroversen Debatte.

Ein Experten-Workshop hatte zuvor im Auftrag der Stadtwerke drei mögliche Varianten für eine Gastronomie im Inselbad erarbeitet. Variante 1: ein Kiosk mit Abgabe ins Freie auf eine Terrasse, mit nutzbarer Dachterrasse und ohne innenliegenden Gastraum. Variante 2: ein Kiosk mit innenliegendem Gastraum à 50 Plätze zur Ganzjahresnutzung. Variante 3: eine selbstständige Vollgastronomie auf dem Dach des Freibadgebäudes und zusätzlich im Erdgeschoss ein Kiosk mit Außenbewirtung.

Im Anschluss wurde die Gastronomie-Beratungsfirma Raimann Concepts (RC) mit einer betriebswirtschaftlichen Bewertung der Varianten 2 und 3 beauftragt. Diese waren im Lenkungsausschuss favorisiert worden. „Beide Konzepte sind risikobehaftet“, erklärte Gregor Raimann, per Zoom der Stadtratssitzung zugeschaltet.

Am erfolgversprechendsten ist in seinen Augen aber Variante 3 – eine vielseitig, auch für Veranstaltungen nutzbare Gastronomie mit separatem Aufgang, um eine klare Trennung vom Schwimmbadbetrieb zu erreichen.

Die Pachteinnahmen sollen einen Deckungsbeitrag für den Betrieb des Inselbads liefern. Dafür muss das Konzept aufgehen, „sonst haben wir einen Leerstand an prominenter Stelle“, wie Gerald Nübel, technischer Vorstand der Stadtwerke, anmerkte. Christian Hettmer (CSU) glaubt nicht an den Erfolg. Er hatte ausgerechnet, dass pro Woche 670 Gäste knapp 50 Euro pro Kopf ausgeben müssten, damit die Gastronomie sich rechne. Das könne nicht funktionieren, zumal auch im Quartier am Papierbach neue Angebote entstehen würden.

Ludwig Hartmann (Grüne) äußerte sich ebenfalls höchst skeptisch und erinnerte an frühere gastronomische Vorstöße der Stadt wie die Gaststätte an der Teufelsküche und das Café im Herkomermuseum. „Ich bin seit 2002 im Stadtrat und bei Gastronomiepachten hat noch kein Gutachten gestimmt.“

Gänzlich anderer Meinung war Gastronom Claus Moritz (UBV). Das Inselbad sei eine Top-Lage, für die eine anvisierte Pacht von 5.000 Euro zu realisieren sei. Eine Gastronomie an dieser Stelle könne ein Juwel und ein Antrieb für den Tourismus werden. OBin Doris Baumgartl (UBV) ist ebenfalls überzeugt vom Erfolg, schon allein aufgrund der Lage mit Ausblick auf Lechwehr und Mutterturm. Außerdem entspreche man mit einer Gastronomie dem Wunsch der Bürger nach einer öffentlichen, multifunktionalen Ganzjahresnutzung für das Gebäude.

Bei der Planung sollen die Stadtwerke lediglich die Hülle bereitstellen, während die Inneneinrichtung vom künftigen Pächter nach dessen Vorstellungen gestaltet und auch von ihm finanziert werden müsste. In einem Pressegespräch am Tag nach der Sitzung sprach Baumgartl von einem Interessensbekundungsverfahren, das zeitnah durchzuführen sei.

Der Stadtrat gab mit 21:7 Stimmen sein Einverständnis zu der als aussichtsreichster beurteilten Variante 3. Die Stadt übernehme kein Risiko im Rahmen der Errichtung einer Ganzjahresgastronomie, befürworte weiterhin deren Errichtung und bitte die Stadtwerke, diesem Wunsch nachzukommen. Die Verwaltungsräte werden aufgefordert, dies im Rahmen der nächsten Verwaltungsratssitzung mitzutragen.

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