Urbanes Leben am Papierbach

Aufwärmrunde kurz vor Schluss

+
Der Siegerentwurf von Fink+Jocher Architekten für das (Wohn-) Baufeld A3.

Landsberg – Das hat alle überrascht, auch Michael Ehret und Stefan Klein, die Geschäftsführer der Investoren: Der Bebauungsplan „Urbanes Leben am Papierbach“ ist am vergangenen Mittwoch noch nicht beschlossen worden. Die Verwaltung konnte die Abwägungen zu den teils verspätet eingegangenen Stellungnahmen erst am Nachmittag fertigstellen. Um unangreifbar zu sein, verschob sie die Abstimmung auf den 26. April.

Mehr als eine Aufwärmrunde kurz vor Schluss soll das aber nicht sein; darüber ist man einig. Letztlich sind alle Fragen soweit geklärt, wie das im Aufstellungsverfahren für einen Bebauungsplan möglich ist. Stadtbaumeisterin Birgit Weber betonte, dass eine Reihe von Maßnahmen durch den Bebauungsplan erst ausgelöst wird, unter anderem eine Verkehrsplanung und die Antragstellung für Baugenehmigungen. Das Thema „Papierbach“ wird den Stadtrat daher noch lange beschäftigen.

Wettbewerb Nr. 4

Inzwischen ist die Planung der Architektur des neuen Areals im vollem Gange. Der vierte von 14 Architektenwettbewerben, die ehret+klein freiwillig initiiert haben, ist abgeschlossen. Es ging um das Baufeld A3 an Bahnlinie und Lechbogen. Dort ist eine reine Wohnnutzung in einer Mischung aus „hochwertigem und sozial gefördertem Wohnraum“ vorgesehen. Dabei war auch der Übergang von öffentlichen zu privaten Flächen sowie der Umgang mit Lärmemissionen zu berücksichtigen.

Der Investor hatte fünf Architektenbüros zu dem Wettbewerb eingeladen. Den Sieger­entwurf, der das einstimmige Votum des Preisgerichts erhielt, kommt von Fink+Jocher Architekten aus München. Federführend war Professor Thomas Jocher, der den Entwurf bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse am vergangenen Freitag erläuterte. Der Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern gefiel besonders das „abwechslungsreiche, dreidimensionale Fassadenspiel mit Vor- und Rücksprüngen“, das von der Anmutung her zu einer „sehr heiteren, lebendigen Stimmung“ führe. Diese „robuste Grundstruktur“ erlaube variantenreiche Zuschnitte. Jede Wohnung besitze ein hohes Maß an Individualität.

Wieder ein Holzbau

Nach der Kindertagesstätte ist auch hier – zumindest als Fassadenmaterial – Holz vorgesehen. Geplant ist eine vorpatinierte, horizontale, sägeraue Holzschalung. Die Jury empfand diese Lösung als „angenehm warm und für die Situation passend“. Wenn es in diesem Fall auch ein eindeutiges Votum gab (bei anderen Vorhaben ging es kontroverser zu), übt die Jury dennoch Kritik. Sie strich ein vorgesehenes Staffelgeschoss, bat um „zumindest einige“ Bäder mit natürlicher Belichtung, bemängelte, dass Aus- und Durchblicke verloren gegangen seien und sahen das Thema „Lärmbelastung durch die Bahn noch nicht hinreichend gelöst. Da anzunehmen ist, dass Fink + Jocher auch mit der endgültigen Planung beauftragt werden, ist ein Teil der Aufgabe damit definiert.

Die Bürger sind eingeladen, den jetzigen Planungsstand und alle Siegerentwürfe in der Ausstellung anzusehen, die vom 24. April bis 7. Mai im dritten Obergeschoss des Karl-Schrem-Baus stattfindet (Mo - Fr 16 - 18, Sa - So 14 - 16 Uhr).

Werner Lauff

Auch interessant

Meistgelesen

Lebensfreude des Siegfried Meister
Lebensfreude des Siegfried Meister
Stille um das mobile Örtchen
Stille um das mobile Örtchen
Salzberger bald Bürgermeister?
Salzberger bald Bürgermeister?
Lutz in Landsberg ist gerettet
Lutz in Landsberg ist gerettet

Kommentare