„Ratten der Lüfte“ sollen umsiedeln:

Landsbergs Stadttauben fliegen in den Jesuitengarten

Landsberg - stadttauben
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Auf keinen Fall füttern, sonst droht die geplante Umsiedlung der Landsberger Stadttauben in ein Taubenhaus im Jesuitengarten zu scheitern.

Landsberg – Die Stadt bekommt ein Taubenhaus. Es soll im Jesuitengarten in unmittelbarer Nachbarschaft zum Caritas-Seniorenzentrum Heilig-­Geist-Spital stehen und von Ehrenamtlichen betreut werden. Damit soll die Zahl der Vögel in der Innenstadt reduziert werden, wo sie Schmutz und Lärm verursachen und wo der Taubenkot zu Schäden an historischen Gebäuden führt.

„Die Bürger sind genervt von den Tauben“, sagte Jugendreferentin Jennifer Lübcke (Grüne) in der jüngsten Bauausschusssitzung. „Manche sprechen sogar von einer Taubenplage.“ Der Vorstoß, das Thema anzugehen, kam aus dem Jugendbeirat. Dass dieser jedoch auch für die Betreuung zuständig sein solle, lehnte Lübcke ab. „Man muss sich schon ein bisschen auskennen.“

Bis dato habe sich eine Person gefunden, die sich ehrenamtlich um die Fütterung der Tauben und die Reinigung des Taubenschlags kümmern würde. Dort stehen den Vögeln auch Nistplätze zur Verfügung. Die abgelegten Eier werden größtenteils durch Attrappen ersetzt, um eine weitere Vermehrung der Tiere zu stoppen. Dank der Attrappen bleiben die Tauben aber ihrem Gelege treu und verlassen den Schlag nur für gelegentliche Freiflüge.

Taubenhäuser nach dem soge­nannten Augsburger Modell gebe es bereits in etwa 30 Städten deutschlandweit, berichtete Lübke. Dort seien sie erfolgreich und hätten zu einer deutlichen Abnahme der Bürgerbeschwerden geführt. Wichtig sei allerdings, dass die Tauben dann nirgendwo anders im öffentlichen Raum gefüttert würden. Aus Erfahrungen anderer Städte – auch aus der Fuggerstadt – ist bekannt, wie der Einzug der Tauben ins neue Zuhause funktioniert: Sie werden gefangen und umgesiedelt.

Petra Kohler-Ettner (CSU) gefiel die Idee zwar, sie fand jedoch das Taubenhaus in der angedachten Größe von 40 Plätzen zu klein. Der Taubenbestand in der Stadt wird auf 700 Tiere geschätzt. Außerdem müsse zunächst die fachkundige Betreuung – zum Beispiel durch den Tierschutzverein oder Taubenliebhaber – sichergestellt sein, forderte Kohler-Ettner. Sie geht davon aus, dass auf die ehrenamtlichen Helfer viel Arbeit zukommt. Jonas Pioch (Landsberger Mitte) vermutete, dass auch der Bauhof involviert werden müsse.

Der Beschluss für das Taubenhaus fiel mit nur einer Gegenstimme. Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) betonte, damit gehe der Auftrag einher, eine geeignete Betreuung zu suchen, die sicherlich aus mehreren Personen bestehen müsse. Die Kosten für die Errichtung des Taubenhauses sind mit 4.000 bis 6.000 Euro angesetzt, der monatliche Aufwand mit etwa 600 Euro.
Ulrike Osman

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