Deutschlandweites Jubiläum der Volkshochschulen

Auch die Landsberger VHS feiert 100 Jahre Volksbildung

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Dieses Messingschild neben dem Eingangstor der Volkshochschule weist Lernwilligen den Weg in die bildungsträchtigen Hallen.

Landsberg – Ganze 100 Jahre ist es her, dass der Grundge­danke von staatlich finanzierter Erwachsenenbildung in der Weimarer Verfassung verankert wurde – und somit die Volkshochschule geboren war. Auch in Landsberg existiert eine dieser Einrichtungen, die circa 8.000 Interessenten vielfältige Angebote näher bringt.

Ob Sprachenfaible, Kulturinteresse oder der Wunsch nach Bewegung: Volkshochschulen bieten ständige Weiterbildungsmöglichkeiten für Menschen jeder Herkunft und jeder gesellschaftlichen Schicht. Diese Grundidee hat sich auch seit 100 Jahren Existenz nicht verändert.

Freut sich auf die „Lange Nacht der VHS“: Abteilungsleiterin Silvia Frey-Wegele.

„Was sich verändert hat, sind die thematischen Schwerpunkte“, meint Silvia Frey-Wegele, die Leiterin des hiesigen Instituts. Derzeit läge das allgemeine Interesse vor allem auf der Digitalisierung. „Besonders, seit IT-Kenntnisse in nahezu jedem Beruf erforderlich sind“. Die Menschen, die die Angebote der VHS in Anspruch nehmen, haben ganz verschiedene Ethnien und Herkünfte. „Und genau das ist es doch, was diese Einrichtung ausmacht: Kultureller Austausch“, erklärt Frey-Wegele. In den Bereichen politische, kulturelle, geschichtliche und gesundheitliche Bildung gäbe es regen Kontakt von Menschen, die aufgrund von Millieu und Alter im Alltag wenig miteinander zu tun hätten.

Das Gebäude, in dem die Volkshochschule seit Anfang der 90er untergebracht ist, ist seit jeher dem Bildungsauftrag gewidmet. Schon Jahrzehnte zuvor erfüllten die Räume Unterrichtszwecke. „Früher war hier eine Frauen- und Mädchenschule eingerichtet, um auch der weiblichen Bevölkerung Bildungsmöglichkeiten zu verschaffen“, erzählt Frey-Wegele stolz. Auch wenn sich die Kurse vermutlich auf handwerkliche Tätigkeiten wie Nähen beschränkt hätten. Im Prinzip besteht der Wunsch nach gleichberechtigtem Lernen demnach schon immer in diesen Hallen. Die seit 1947 existierende VHS Landsberg erlebte Anfang der 70er einen Aufschwung unter dem damaligen Geschäftsführer Eichner. Zu dieser Zeit wurde das erste Programmheft herausgegeben, um Interessenten über die Kursangebote zu informieren. Damals hatte die VHS ihren Sitz noch im historischen Rathaus.

Einer, der sich schon fünf Jahre vor der Unterzeichnung der Weimarer Verfassung für eine gerechte, bedingungslose Bildung einsetzte, war der politische Aktivist Fritz Beck. Der Landsberger nannte drei Grundpfeiler des idealen Bildungssystems, Elementarbildung, politische und religiöse Neutralität und den sozialen Auftrag, auch Inklusion genannt. Damals dachte der Politiker bereits an ein jahrelanges Fortbestehen des Projekts „Volkshochschule“. Er prognostizierte, derartige Angebote seien noch in 30 Jahren existent. „Dass wir mittlerweile bei 100 Jahren angekommen sind und die VHS weiterhin gefragt ist, hätte Fritz Beck sicher nicht gedacht“, lacht Frey-Wegele.

Was sie sich für die Volkshochschule wünscht? „Dass der Kontakt der Menschen untereinander bestehen bleibt.“ In einer digital ständig vernetzten Welt sei es nicht garantiert, dass sich derartige Einrichtungen langfristig halten. „Aber ich bin optimistisch.“ Es lasse sich kein schwindendes Interesse anhand der Besuchszahlen feststellen. „Und ich kann schließlich nicht in die Zukunft gucken.“

Emilia Pallmer

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