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Landsberger Weißwurst für den Butcher-Pokal

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Von: Sabine Fleischer

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Metzgerteam Moser Landsberg World Butcher
Ringen bei der World Butchers‘ Challenge in Sacramento um den Titel: das Landsberger Metzger-Team Michael Moser, Katharina Bertl und Fabian Schüttler (v.l.). © Fleischer

Landsberg – Hungrig auf Erfolg: Das „Butcher Wolfs­pack“ fliegt zur World Butchers’ Challenge WCB am 2. und 3. September in Sacramento. Dort wollen acht Fleischsommeliers aus Bayern, Berlin und Hessen zeigen, dass die besten Metzger der Welt aus Deutschland kommen. Mit dabei: das Landsberger Metzger-Team Michael Moser, Katharina Bertl und Fabian Schüttler. Im Wettstreit mit zwölf Nationen werden sie über 71 Fleischprodukte zaubern und hoffentlich damit aufs Treppchen kommen. Geld kann man nicht gewinnen. Aber Ehre und Ruhm.

Ob küchenfertiger Braten im Netz, gefülltes Schweinelenden-Täschchen oder marinierte Lamb-Chops: Die Anforderungen für die „Fleischwölfe“ sind hoch: In nur drei Stunden und 15 Minuten muss das achtköpfige Team ein halbes Rind, ein halbes Schwein, ein ganzes Lamm und fünf Hähnchen in küchenfertige Schmankerl, perfekt präsentiert, verwandeln. Vor Ort im glamourösen ‚Golden 1 Center‘ steht ihnen lediglich das Fleisch und ein Arbeitstisch zur Verfügung, alles andere haben sie im Gepäck oder auf Paletten vorgeschickt. Sogar ein Cutter wurde dank potenter Sponsoren über den Teich gesendet.

Im Wettbewerb geht es auch um Präzision, Schnelligkeit, Hygiene, Kreativität, Ehrgeiz und Team-Spirit. Dass dem deutschen Team der Ruf dieser Eigenschaften vorauseilt, zeigt der Kommentar auf der Webseite des WBC: „Wie die Zahnräder einer Uhr wirbelt das perfekt eingespielte deutsche Team mit Kraft, Fokus und Disziplin dem Erfolg entgegen. Und am saubersten arbeiten sie auch noch!“ Eine Jury beurteilt nicht nur Produkt und Präsentation, sondern auch den Herstellungsprozess. Damit es fair zugeht, stellt jede Nation einen Juror, der nur die Mitbewerber bewerten darf.

Eine strikte Aufgabenverteilung gibt es im Moser-Team nicht, es seien alles „spezialisierte Allrounder“, sagt Moser. Für die Präsentation ist Katharina Bertl von der Filiale Ludwig­straße zuständig: „Den letzten Schliff erhält das Lendentascherl von mir.“ Drei Produkte werden ausgewählt, die nach Rezept in 45 Minuten gebraten werden.

Vor dem Team-Wettbewerb findet die Einzel-Challenge der Lehrlinge statt. Fabian Schüttler hat gerade seine Ausbildung beendet. Neben Landwirt und Metzger hat er zwei Kurse im Schinkenschneiden als Cortador gemacht. Sein Star: Braten in Kartoffel-Mantel.

Vor vier Jahren war das Butcher Wolfspack aus Landsberg das erste Mal bei der WCB dabei, damals in Belfast. Handwerklich waren sie zu der Zeit schon top, nur der Show-Faktor musste optimiert werden. „Da haben wir wirklich dazugelernt. Ganze Bühnenlandschaften haben die anderen Teams für die Präsentation aufgebaut, Neuseeland hat den Herrn der Ringe gezeigt“, erzählt Moser. Dieses Mal wird gekontert. Mit einem „Oktoberfest“ samt ein Bierzelt, Miniatur-Bierbänken und Knochen-Karussel.

„Im Wurstmachen sind die Deutschen mit Abstand Weltmeister“, erklärt Moser. Bei der Weltmeisterschaft gehe es auch um den Stellenwert des Fleisches und Fleischerhandwerks. Im Ausland schlachteten Metzger kaum noch selbst. Dafür werde dort für Fleisch mehr bezahlt. „Die Zeit des billigen Fleisches ist Gottseidank vorbei“, ist der Landsberger Metzger überzeugt. Leider sei Fleisch aber gerade nicht en vogue. Das ZDF habe erst kürzlich den geplanten Bericht über die WBC 2022 abgesagt. Klasse statt Masse, Tierwohl sowie Regionalität und Transparenz könnten das Image verbessern, wünscht sich Moser – vielleicht ja der zukünftige Metzger-Weltmeister.

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