Asylprojekt "LandsbergLäuft"

Ein Runder Tisch für Integration

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Die ersten Schritte auf dem Eis waren nicht leicht. Dank der Unterstützung zahlreicher Freiwilligen konnten schon bald einige der Asylsuchenden auf Initiative von LandsbergLäuft alleine ihre Runden in der Landsberger Eissporthalle drehen.

Landsberg – Alle sind noch ein bisschen wackelig auf den Beinen an diesem Montagabend in der Eissporthalle. Doch schon nach ein paar Runden können viele dank Unterstützung von Freiwilligen und Mitgliedern des HC Landsberg alleine laufen: Das Integrationsprojekt von freiwilligen Helfern für Flüchtlinge „LandsbergLäuft“ brachte kürzlich fasst 50 Freiwillige und 90 Asylsuchende zusammen auf die Eislaufbahn in Landsberg – nur eine von zahlreichen Aktionen des Projektes.

Die stellvertretende Landrätin Ulla Kurz ist von der Aktion begeistert: „Ich habe noch nie so viele lachende Gesichter auf einmal gesehen.“ Alle Eisläufer schienen offensichtlich großen Spaß am Neuen und am Miteinander zu haben. Eintrittskarten, Schlittschuhe sowie Helme für die Kinder wurden von der Initiative organisiert. Dem Leiter von LandsbergLäuft, Raffael Sonnenschein, geht es darum, mit einem abwechslungsreichen und vor allem regelmäßigen Angebot das Interesse der Flüchtlinge am Leben in Landsberg zu wecken.

Seinen Anfang nahm das Projekt LandsbergLäuft vor gut sieben Wochen als Reaktion auf den Flyer der Stadt zur Asylunterkunft. Sonnenschein organisierte zusammen mit inzwischen 75 registrierten Ehrenamtlichen bereits einige Projekte: Eine Gruppe Asylsuchender nahm erfolgreich am Stadtlauf teil, Schachtreffen oder Fußballspiele wurden gemeinsam mit Landsberger Vereinen realisiert, der Fußballclub FC LandsbergLäuft gegründet. Dessen 1. und 2. Mannschaft trainieren regelmäßig und haben bereits mehrere Freundschaftsspiele im Landkreis be­stritten. „Das Vereinsleben gehört zu unserer Kultur“, so Sonnenschein. Deutschkurse werden angeboten, Chorproben organisiert, eine Theatergruppe aktiviert.

Raffael Sonnenschein ist es wichtig, die Asylsuchenden mit dem Grundgesetz vertraut zu machen und ihnen hiesige Bräuche und Sitten zu zeigen. Letztendlich sei natürlich auch die Integration in den Arbeitsmarkt von großer Bedeutung: Unterstützung der anerkannten Asylbewerber bei Bewerbung, und Arbeitsplatzsuche steht für Sonnenschein dabei an vorderster Stelle. Um die Integration möglichst erfolgreich zu gestalten, stellt sich eine Art offenen „Hörsaal für Flüchtlinge“ vor. Neben dem dezentralen Unterricht in Kleingruppen halte er einen zentralen Ort des Austausches und der Begegnungen für wichtig. Weiterhin möchte der Landsberger dazu anregen, eine „Volkshochschule für alle Flüchtlinge“ im Landkreis zu realisieren, die „ergänzend zum aktuellen Bildungsangebot zur Integration beiträgt“.

Miteinander

Für die Zukunft wünscht sich Sonnenschein einen Runden Tisch: Stadtrat, Kreisrat und alle Hilfsorganisationen zusammen mit LandsbergLäuft. Er möchte ein Miteinander, um zum Beispiel die benötigten zentralen Räume für die Integrationsarbeit zu finden. Besonderen Wert legt er auf eine Bestandsaufnahme der bisherigen Integrationsergebnisse im Landkreis. Sonnenschein sieht in LandsbergLäuft „ein großes Potenzial für unsere Region, das wir gemeinsam mit allen im Landkreis schrittweise umsetzen wollen.“

Susanne Greiner

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