Kinderhaus wird später fertig

Wohin mit dem Knirps?

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Das Kinderhaus Römerauterrasse, hier die ursprüngliche Planung, wird wohl erst Ende Oktober fertiggestellt.

Landsberg – In der von Stadtbaumeisterin Annegret Michler präsentierten „Projektliste Hoch- und Tiefbau“ ist es im Grunde nur eine Randnotiz: „Die Fertigstellung ist für den 31. Oktober 2013 geplant.“ Es geht um das neue Kinderhaus Römerauterrasse.

Gemäß der städtischen Planung sollte die Kindertagesstätte Anfang September den Betrieb aufnehmen. Für einige Familien dürfte diese Verzögerung nun zu einem echten Problem werden: Wohin nur mit dem Knirps, wenn Papa und/oder Mama zur Arbeit müssen?

Mit dem im vergangenen Jahr viel diskutierten neuen Kinderhaus im Westen des Klinikums reagiert die Stadt auf den ab August geltenden Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Rund zwei Millionen Euro sind für das Vorhaben veranschlagt, etwa 1,2 Millionen davon gehen zu Lasten des Freistaates. Der steigenden Nachfrage der Eltern wolle man mit dem Projekt ebenso nachkommen wie der Forderung der Wirtschaft, den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern.

Der Neubau für drei Krippen- und einer Kindergartengruppe sei ausgeschrieben, im Moment würden die Angebote geprüft, berichtete Michler jetzt im Finanzausschuss. Die Auftragsvergabe erfolge am 8. Mai im Stadtrat – mit Blick auf die geplante Eröffnung zum Start des neuen Kindergartenjahres etwas spät. Die mit vielen Problemen verbundene Aufstellung des Haushaltsplanes 2013 habe zu „gewissen Verzögerungen“ geführt, begründete die Stadtbaumeisterin. „Wir konnten die Ausschreibung nicht früher rausgeben.“

Aktuell liegen laut Pressesprecherin Simone Loderer 68 Voranmeldungen für das neue Kinderhaus vor, davon 47 für die Krippe. Einige dieser Familien dürften nun vor einem Problem stehen – zumindest im Herbst. „Die Eltern haben bestimmt schon Absprachen mit ihren Arbeitgebern getroffen“, gab CSU-Fraktionschef Helmut Weber zu bedenken, „zwei Monate sind eine lange Zeit“. Die Stadt sei verpflichtet, ihr Versprechen einzuhalten, schließlich habe sie den Eltern gegen­über Planungssicherheit signalisiert. Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller (CSU), die die Sitzung für den beim Sparkassentag weilenden OB Neuner leitete, erkannte darin ebenfalls ein „Problem“.

In der Verwaltung sieht man die Verzögerung im Moment noch einigermaßen gelassen. Kämmerer Peter Jung geht davon aus, dass das Kinderhaus bis Anfang September „steht, um darin arbeiten zu können.“ Will heißen: Beim Einrichtungsstart müssen ja nicht alle die Arbeiten komplett abgeschlossen sein. „Einzelne Räume sind vielleicht schon nutzbar“, pflichtet die Stadtbaumeisterin bei. Den Vorschlag von SPD-Rätin Margarita Däubler, übergangsweise Container aufzustellen, wollte sie nicht weiter verfolgen.

Einen ausführlichen Bericht zur aktuellen Kinderhauslage hat Annegret Michler für die nächste Stadtratssitzung angekündigt.

Toni Schwaiger

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