Kämmerer Peter Jung hat Jahresabschlüsse nachgeholt

Landsbergs Finanzen sind bald wieder "live"

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Zuletzt wurden in der Neuen Bergstraße lediglich der bergab führende Fahrradweg erneuert und eine neue Querungsmöglichkeit geschaffen. Der bergauf führende Fuß- und Radweg wurde aber noch nicht ausgebaut.

Landsberg – Jahrelang hat die Stadt, unbeanstandet vom Landratsamt, keine Jahresabschlüsse erstellt. Kämmerer Peter Jung hat sie Schritt für Schritt nachgeholt. Den 2015er-Abschluss stellte er zuletzt im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Stadtrats vor; der 2016er soll noch in diesem Jahr folgen. Dann wären Landsbergs Finanzen wieder „live“.

Gibt es einen erstellten und vielleicht sogar bereits geprüften Jahresabschluss des Vorjahres, kann die Stadtverwaltung auf die Vergleichswerte zurückgreifen und notfalls noch im laufenden Kalenderjahr bei Fehlentwicklungen gegensteuern. Man könnte sagen: Die Finanzen sind dann „in Echtzeit“ überprüfbar. Für den Kämmerer ist die zeitnahe Bilanzierung aus diesem Grund unabdingbar. Im Übrigen ist der enge zeitliche Rahmen zur Erstellung der Abschlüsse auch kommunalrechtlich vorgegeben.

Der Abschluss des Jahres 2015 – der erste, der nach dem bayerischen Kontenrahmen für die Doppik erstellt wurde – kann sich sehen lassen. Die Stadt erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von 10,5 Millionen Euro. Noch beeindruckender: Aus laufender Verwaltungstätigkeit resultierte ein Überschuss von 16,2 Millio­nen Euro, der ausreichte, um nicht nur die Tilgung (das wäre die Mindestanforderung), sondern sogar die Investitionen zu erwirtschaften. Freilich hat der Kämmerer auch Glück gehabt: Die Gewerbesteuer fiel höher aus als erwartet. Und ein Großteil der vorgesehenen Finanzmittel für Investitionen wurde nicht abgerufen, weil die Stadt die jeweilige Maßnahme nicht oder noch nicht durchgeführt hat. Dazu gehören etwa die Außensportanlage Sportzentrum, die Außenanlagen Rathaus, der Ausbau des bergauf führenden Radwegs an der Neuen Berg­straße und die Erneuerung der Johann-Arnold-Straße. Freilich: Selbst wenn die Investitionskosten in vollem Umfang angefallen wären, hätte die Stadt immer noch drei Millionen Euro übrig gehabt – auch nicht schlecht.

Bei einer Stadt ist es nicht wichtig, Gewinn zu erzielen; im Gegenteil: Ideal wäre, wenn sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten – dann hätte die Kommune die Bürger und Unternehmen in genau der richtigen Höhe zur Kasse gebeten. Extrem wichtig ist dagegen die Liquidität: Wenn die Stadt (wie es Landsberg vor fünf Jahren passiert ist) einnahmenschwache Monate nur noch mit Kassenkrediten oder sogar Stundungen übersteht, ist etwas grundlegend in Unordnung.

Aber diese Gefahr ist seit 2015 erstmal gebannt – die Stadt ­hatte am ­Jahresende eine ­Liquidität von 26,7 ­Millionen Euro. „Die dauernde ­Leistungsfähigkeit ist ­wiederhergestellt“, ­bilanzierte Kämmerer Jung, „das Jahr 2015 hat uns gut getan“. Alle Fraktionen und auch ­Oberbürgermeister ­Mathias Neuner lobten Jung ­sowie seine Mitarbeiterin Yvonne ­Fritzsche nachdrücklich: „Das ist ein sehr erfreulicher Abschluss“.

Werner Lauff

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