„Bringst du Ramsch, bekommst du Ramsch“

Landsbergs neue Mini-Bibliothek

Silke Feltes räumt Bücherschrank ein
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Initiatorin Silke Feltes beim Einräumen des neuen offenen Bücherschranks am Landsberger Hauptplatz.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landsberg – Schondorf hat eine Büchertauschbox am Bahnhof. In Dießen gibt es Bücher aus der Telefonzelle. Hofstetten hat das Projekt öffentlicher Bücherschrank schon 2018 angegangen. Sogar im kleinen Unterdießen gibt es ein öffentliches Bücherregal. Es ist also Zeit, dass auch die große Kreisstadt Landsberg ihren Leseratten endlich einen Bücherschrank bieten kann. Seit Montag steht die neue ‚Minibücherei‘ am Hauptplatz. Und versüßt sicher nicht nur den wartenden Bus-Mitfahrern die ein oder andere Stunde.

Für eine kurze Zeit gab es in Landsberg schon einmal eine Art inoffizielle Büchertauschbörse. Im Durchgang vor der Touristeninformation legten Menschen ihre Bücher aus, andere stöberten in den dort untergebrachten Kisten, entdeckten Werke, die sie schon lange lesen wollten oder ließen sich von neuen Titeln inspirieren. Die Tauschbörse musste aber schließen: Die Bücherkisten mussten den Brandschutzvorschriften weichen.

Er ist eingeräumt! (v.l.) Manfred Lichner (Sparkasse Landsberg-Dießen), Axel Flörke (Verschönerungsverein Landsberg), OB Doris Baumgartl und die Initiatorinnen Silke Feltes und Susanne Greiner.

Doch jetzt gibt es eine neue Möglichkeit: Auf Initiative von Silke Feltes und Susanne Greiner und nach dem Vorbild anderer Städte steht an prominenter Stelle, neben der Bushaltestelle Hauptplatz, ein Bücherschrank. Zum Austausch, Stöbern, miteinander ins Gespräch kommen. Ein Ort der guten Bücher und des lebendigen Austauschs.

In Abgrenzung zu öffentlichen Bibliotheken bietet ein Bücherschrank einen extrem niederschwelligen Zugang, man braucht weder Mitglied zu werden noch einen Beitrag zu zahlen, um das Angebot nutzen zu können. Ein Bücherschrank ist deshalb keinesfalls als Konkurrenz, sondern vielmehr als Ergänzung zum Bibliothekswesen zu sehen.

Kein Ramsch

Bücherschränke gehen in der Regel – so auch hier – auf privates Bürgerengagement zurück und können als Teil der „sharing economy“ interpretiert werden. Sie basieren auf dem Prinzip des freiwilligen Gebens und Nehmens und erweitern und stärken so das kulturelle Bild einer Stadt.

Deshalb ist jetzt jeder und jede Einzelne gefragt, diesen öffentlichen Platz und die Idee des freien Bücheraustausches zu pflegen, oder, wie Silke Feltes es formuliert: „Unser Bücherschrank-Karma-Gesetz: Bringst du ein tolles Buch, so werden dir die guten Bücher nie ausgehen. Bringst du Ramsch, bekommst du Ramsch.“

Der Dießener Künstler und Kunsthandwerker Janos Fischer hat die stählerne Büchervitrine für Landsberg entworfen und angefertigt.

Finanziert wurde der Bücherschrank vom Verschönerungsverein, der Stadt Landsberg und der Sparkasse. Und betreut wird er von Bücherpatinnen mit tatkräftiger Unterstützung des Kulturbüros der Stadt Landsberg. Mit etwas Glück werden in Zukunft auch noch an anderen Orten in Landsberg Bücherschränke aufgestellt werden.

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