Kinder auf Entdeckungstour

Landsbergs neuer Stadtführer - (nicht nur) für Kinder

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Das kleine Heftchen birgt vier Touren durch die Stadt samt Wildpark mit vielen Informationen für Kinder (und auch andere) in sich.

Landsberg – Kinder und klassische Stadtführungen vertragen sich nicht immer wirklich gut. Wann genau welche Kirche gebaut wurde, was für ein Baustil in einer Altstadt vorherrscht – nicht wirklich spannend. Die Stadt Landsberg bietet deshalb extra Stadtführungen für Kinder an. Wer mit dem kleineren eigenen Nachwuchs lieber eigenständig unterwegs sein will oder den etwas größeren Nachwuchs selbstständig auf Entdeckungstour durch die Lechstadt schicken möchte, bekommt jetzt Unterstützung: mit dem „Stadtführer (nicht nur) für Kinder ‚Entdecke Landsberg‘“ von Patricia Eckstein.

„Die Idee zu diesem Stadtführer ist schon viele Jahre alt“, erzählt Eckstein, Mitarbeiterin des Kulturbüros Landsberg. „Als meine Jungs noch kleiner waren, interessierten sich beide für Anekdoten, Geschichten, aber auch für ‚die Geschichte‘ Landsbergs.“ Vor allem beim Ruethenfest 2011. „Da müsste man mal was zusammenschreiben“, plante Eckstein. Und fing an, diverse Ideen und Fakten zu sammeln. Es hat etwas gedauert: Die ‚Jungs‘ sind inzwischen 15 und 17 Jahre alt. Aber inzwischen ist der Stadtführer für Kinder fertig. Ein kleines, quadratisches Buch, ansprechend gestaltet, mit vier verschiedenen Touren, mit Rätseln, Geschichten und Anekdoten – und natürlich auch historischen Fakten.

Bei der ersten Idee vor knapp zehn Jahren plante Eckstein noch, den Stadtführer im Eigenverlag zu veröffentlichen. Das Projekt landete aber immer wieder in der Schublade. Vor einem knappen halben Jahr hat Eckstein es dann wieder rausgefischt. Denn im Gespräch mit Ira Wild von der Tourist-Information kam die Idee auf, das Angebot für Kinder auszubauen – mit einem Stadtführer, der Kinder auf ihrer Entdeckungstour begleitet. So was habe sie mal gemacht, antwortete Eckstein. „Und dann habe ich alles nochmal gründlich nachrecherchiert und bin jede einzelne Tour mehrmals selbst abgegangen“, erzählt die Autorin. Dann wurde „überarbeitet, umgeschrieben, aktualisiert, verbessert und geprüft“. Wichtig sei ihr gewesen, dass niemand überlastet werde. So könne man nur eine Tour machen – oder eben zwei oder gar drei hintereinander, je nach Lust und Laune. Das Design – strukturiert, ohne streng zu wirken, mit leicht verfremdeten Fotos – stammt von der Landsberger Grafikerin Ute Fiedler. „Es ist ein so schönes Heftchen geworden, ich bin total begeistert“, freut sich Eckstein.

Tour 1 könnte man als ‚Zentrumstour‘ bezeichnen: vom Hauptplatz ins historische Rathaus samt Fresken und Räumen. Mit Geschichten über die Flößer oder den 30-jährigen Krieg, einigen Daten in Infokästen zu Dominikus Zimmermann, Hubert von Herkomer, zum Rokoko – und Rätseln. Es gilt, Bildausschnitte der Rathausfresken zu entdecken oder auch die Steinquader des Mutterturms unter die Lupe zu nehmen. Und wer nicht draufkommt, findet die Auflösung ganz hinten im Heft. „Die erste Tour war ursprünglich nicht so ausführlich“, erzählt Eckstein. Da habe sie selbst noch nicht so viel über die Fresken des Rathauses gewusst – die sie inzwischen faszinieren. „Aber man kann sich das Rathaus auch einfach nur von außen anschauen.“

Tour 2 ist eine Art ‚Gassentour‘, mit Stadtpfarrkirche und Färbern, der Geschichte der Pest und des Salzes. Tour 3 ist die ‚Bergtour‘ übers Hexenviertel, und Bayertor sowie einem freiwilligen Abstecher in die Heilig-Kreuz-Kirche. Und Tour 4 verursacht Gänsehaut und Spannung: mit dem Gang durchs Klösterl, Seelberg und Geschichten zum Wildpark, dem Pitzlinger Wald und der blauen Grotte Landsbergs, der Teufelsküche. Damit jeder die Touren gut findet, sind sie im kleinen Stadtplan eingezeichnet, der im Klappumschlag steckt. Und schließlich gibt es noch Informationen zu allem, was Kindern Spaß macht: Kinos, Spielplätze, Schwimmbäder und andere Sport- und Spaßmöglichkeiten.

Eckstein legt Wert auf Sehenswürdigkeiten, die Kinder spannend finden. Nicht unbedingt auf Kirchen. Die Johanneskirche habe sie wegen des besonderen Altars drinnen, „der ist so 3D-mäßig“, lacht sie. Und weil man in ihr so wunderbar die zahlreichen Engelchen in allen Ecken und Nischen zählen kann. Wie viele sind es denn? Sie habe wirklich gründlich gesucht, sagt Eckstein. „Aber so ganz genau weiß das wohl niemand.“
Susanne Greiner

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