„Eine agile, dynamische Stadt“

OB Mathias Neuner über Landsbergs To-Do-Liste für 2019

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Nicht nur fürs Foto sieht der Schreibtisch von Mathias Neuner so aufgeräumt aus. Der OB arbeitet strukturiert und behält gern den Überblick: „Ich bin ein ganz ordentlicher Mensch.“

Landsberg – Es steht eine Menge auf der Agenda der Stadt im angebrochenen Jahr. Neue Baugebiete, neue Kitas, Sanierungsmaßnahmen, Ausbau des Radwegenetzes - „in Landsberg tut sich was“, bringt OB Mathias Neuner es auf den Punkt. Und schwärmt von seiner „unglaublich agilen, dynamischen Stadt“. Keinen Zweifel lässt der 52-Jährige daran, dass er gerne weiterhin an der Spitze dieser Stadt stehen und sich deshalb bei den Kommunalwahlen 2020 um eine zweite Amtszeit bewerben will. „Ich muss dringend nochmal antreten, weil wir noch so viel vorhaben.“

Da der Siedlungsdruck auf die Lechstadt unvermindert anhält, soll an der Staufenstraße, am Reischer Talweg und an der Pfetten­straße neuer Wohnraum für insgesamt rund 1.500 Menschen entstehen – „gestreckt über mehrere Jahre“, wie der OB betont. Allen, die sich Sorgen über die weiter ansteigende Autoflut machen – eine Bürgerinitiative sammelt derzeit Unterschriften für das Bürgerbegehren „Erst den Verkehr planen – dann bauen“ –, hält Neuner entgegen, „dass die Einwohnerzahl nicht direkt proportional zum Verkehrsaufkommen ist“.

Gleichwohl sieht auch Neuner die Notwendigkeit für ein Verkehrskonzept, das die Alternativen zum Auto stärker fördert – sprich, den ÖPNV in Gestalt von Stadtbussen und Anrufsammeltaxis sowie mehr fußgängerfreundliche Wege und der Ausbau des Zweiradverkehrsnetzes. Radwege nach Kaufering und Ummendorf sind Teil des Ausbaus, weitere sollen folgen. Die „Bevorzugung des Fahrradfahrens“ soll, so Neuner, künftig noch stärker thematisiert werden.

Wichtig in diesem Zusammen­hang ist auch der Lechsteg, dessen Bau in diesem Frühjahr starten sollte. Da auf die Ausschreibung jedoch kein einziges Angebot einging, ist die Maßnahme notgedrungen verschoben. Neuner geht davon aus, dass es – nach einer erneuten Ausschreibung – im Herbst mit dem Bau losgehen kann.

Ein Dauerthema der Stadt sind Sanierungen. Seit dem vergangenen Jahr erstrahlen Bayertor und Rathausfassade in wieder hergestelltem Glanz. Derzeit läuft die Sanierung des Stadtmuseums, als nächstes sind die Schlossbergschule und städtische Sportstätten an der Reihe. Am Sportzentrum werden Kunstrasen- und Allwetterplatz erneuert – voraussichtlich in einem Aufwasch, um Synergien bei Planung und Ausschreibung zu nutzen (mehr dazu auf der Sport-Seite 16). Das zumindest will Neuner in einer der nächsten Sitzungen dem Stadtrat vorschlagen. „Das sind keine billigen Maßnahmen“, so der OB. Er rechnet damit, dass ein siebenstelliger Betrag fällig wird.

Tiefgarage statt Inselbad

Um ein Jahr geschoben ist die Sanierung des Inselbads, die ursprünglich für dieses Jahr geplant war. Doch die Stadtwerke können laut Neuner nur jeweils ein großes Projekt im Jahr bewältigen, und das ist 2019 der Bau einer neuen Tiefgarage an der Lechstraße.

Über der Tiefgarage entsteht dann ein neues Jugendzentrum, außerdem baut die Stadt vier neue Kitas. Angesichts dieser und anderer hoher Investitionen verweist Neuner auf die gute Konjunktur und will von einer Eintrübung, wie von Kämmerer Peter Jung in den Haushaltsdebatten prognostiziert, vorerst nichts wissen. „Ein Kämmerer muss von dunklen Wolken sprechen.“

Doch auch Neuner betont die Notwendigkeit solider Finanzen. Mit Schaudern erinnert er sich an die Zeit nach seiner Amtsübernahme, als er angesichts leerer Kassen die Bürger mit Parkgebühren und dem Streichen freiwilliger Leistungen verärgern musste. Sogar die Kreisumlage habe die Stadt sich seinerzeit für einige Monate stunden lassen. „Ich musste den Landrat anrufen und ihm sagen, ich kann nicht zahlen.“

Penzinger Feld

Aktuell dürfte sich manches Gespräch zwischen OB und Landrat Thomas Eichinger um den Bau des neuen Landrats­amts auf dem Penzinger Feld drehen. Eichingers Hoffnung auf einen Baubeginn im Jahr 2020 hält Neuner allerdings für „sehr sportlich“. Zunächst tagt im April das Preisgericht über 15 Architektenentwürfe, bevor die besten dem Stadtrat präsentiert werden. Erst danach kann die Aufstellung des Bauleitplans erfolgen. Auch die Grundstücksverhandlungen über das Gelände in klösterlicher Hand sind laut Neuner noch nicht abgeschlossen.

Im Fokus hat das Stadtoberhaupt eine Aufwertung von Vorder- und Hinteranger. Was das genau bedeutet, soll im Rahmen einer Bürgerbeteiligung – ähnlich wie beim Hauptplatzumbau – thematisiert werden. Klar ist für Neuner: „Die Aufenthaltsqualität soll steigen.“

Ulrike Osman

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