Thurner setzt auf Tausch

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Tritt für die SPD im Stimmkreis Weilheim bei der Landtagswahl 2013 an: Dr. Albert Thurner.

Vilgertshofen/Oberhausen – Es war das logische Ende einer spannenden Kandidatenkür: Am vergangenenen Samstag ist Landsbergs SPD-Kreisvorsitzender Dr. Albert Thurner in Oberhausen zum Landtagskandidaten der SPD im Stimmkreis Weilheim gewählt worden.

Auch während der Kandidatenpräsentation und bei der anschließenden Fragerunde war nicht klar, wen die 63 Delegierten und die rund 50 Besucher favorisierten – mal gab es im Gasthaus „Stroblwirt“ Applaus für diesen, mal für jenen Kandidaten. Am Ende setzte sich mit Albert Thurner (Vilgertshofen) ein Mann, der außerhalb des Stimmkreises lebt, durch: In der Stichwahl kam der 43-Jährige auf 34 Stimmen, der SPD-Kreisvorsitzende Christian Lory (26, Steingaden) auf 26. Im ersten Durchgang war Konstantin Papamichail (47, Schwabsoien) mit 15 Stimmen ausgeschieden, Lory hatte 19, Thurner 29 Stimmen erhalten.

Wie schon bei den drei Vorstellungsrunden im Vorfeld unterschieden sich die drei Be­- werber inhaltlich kaum voneinander: Bildungspolitik, Energiewende, Arbeitsmarktpolitik und der ländliche Raum waren einige Schwerpunkte. Papamichail hob noch einmal seine Erfahrung als Arbeitnehmer und Gewerkschafter hervor, Thurner seine politische Erfahrung. Lory warf auch sein Alter in die Waagschale, trotzdem verfüge er über jede Menge Erfahrung. „Auch Junge können Wahlen gewinnen“, spielte Lory auf die Erfolge der SPD in Regen an. Ein Handwerker – Lory ist Kaminkehrermeister – täte dem Landtag gut. Lory versuchte auch die These zu entkräften, ein SPD-Kandidat vom Land könne den Sprung in den Landtag nur durch einen Tausch des Stimmkreises schaffen, wie dies Thurner und der frühere SPD-Kreisvorsitzende Dominic Scales, der im Stimmkreis Lands­berg/Fürstenfeldbruck-West antritt, planen. Lory sagte, dass es wohl nur zu fünf Prozent auf das Zweitstimmenergebnis ankommen werde, das die Bewerber außerhalb ihres Stimm­- kreises erzielen.

Thurner, der als promovierter Kunsthistoriker als Redakteur für einen Medizin-Verlag arbeitet, sieht das anders: Die Stimmen, die ein SPD-Bewerber in seinem Stimmkreis hole, reichten bei weitem nicht aus, um in den Landtag einziehen; nur ein gutes Zweitstimmenergebnis in den anderen Stimmkreisen Ober­bayerns biete eine Chance. 2008 sei diese Modell andernorts bereits mit Erfolg praktiziert worden. „Wir hätten das auch schon tun sollen“, so Thurner mit Blick auf Scales.

Sowohl vor seiner Wahl als auch danach versprach Thurner, sich voll und ganz auf den Stimmkreis zu konzentrieren. „Ihr habt mich zu 100 Prozent.“ Der Gewählte bedankte sich auch bei seinen beiden Mitbewerbern und wirkte dabei ungewohnt emotional: „Das war wirklich eine faire Sache“.

Stimmkreis-Tausch

Für den Hohenpeißenberger Dominic Scales entscheidet sich am kommenden Donnerstag ab 19.30 Uhr im „Alten Wirt“ in Geltendorf, ob er als Stimmkreiskandidat für Landsberg/ Fürstenfeldbruck West aufgestellt wird. Gegenkandidat ist der Puchheimer Bürgermeister Herbert Kränzlein. Johannes Thoma

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