Für gutes Trinkwasser:

Anfangs Gegner, jetzt Partner

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Anstrengung fürs kostbare Trinkwasser in Reichling: Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler mit Wilfried Lechler, dem Vorsitzenden der Pöringer Gruppe.

Reichling – Erhebliche Anstrengungen sind notwendig gewesen, damit die Gemeinde die wasserrechtliche Erlaubnis für die Quelle in Reichling erhalten hat. Diese Konzession reicht bis ins Jahr 2046. Waren die betroffenen Landwirte anfangs eher skeptisch und Gegner der Auflagen im Schutzgebiet, so sind sie nunmehr Partner bei diesem Vorhaben. Mit einer Ausnahme haben alle sieben Bauern, die dort Flächen besitzen, eine freiwillige Vereinbarung mit der Gemeinde geschlossen. Ziel ist die Senkung des Nitratwertes.

Die Schutzzone hat eine Fläche von 25 Hektar. Die freiwilligen Vereinbarungen beziehen sich auf Fruchtfolge, Zwischenfrüchte, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutzmaßnahmen, Umbruchstermine und andere Bereiche.

Die Gemeinde Reichling ist den Weg gegangen, mit den Landwirten in den betroffenen Gebieten An der Bachrunzel freiwillige Vereinbarungen zu treffen. Dazu gab es Treffen mit den Bauern, die ihre Flächen in der Schutzzone der Quellen bewirtschaften. Mit dabei: Wilfried Lechler aus Stoffen. „Er war bei der Ausarbeitung und Umsetzung der komplexen Vereinbarung eine große Stütze“, kommentiert Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler. Lechler ist Gemeinderat, Sprecher der Landwirte im Wasserschutzgebiet „Teufelsküche“ und seit 2014 auch Vorsitzender der Pöringer Wassergruppe. Von dort werden die Stadt Landsberg und die Orte östlich der Kreisstadt und Umgebung versorgt – mit rund zwei Millionen Kubikmeter Fördermenge, das reicht für 60.000 Einwohner.

Wilfried Lechler bewirtschaftet einen 60 Hektar großen Betrieb. Zwei Drittel davon sind Ackerflächen, ein Drittel sind Wiesen. 48 Hektar Fläche liegen im Wasserschutzgebiet. Der Bauer kennt also die Thematik aus dem Effeff. Das fachliche Wissen und die Erfahrung Lechlers im Verhandeln und Moderieren hat die Reichlinger Bürgermeisterin gern aufgegriffen.

Beim Gespräch „von Bauer zu Bauer“ sei manche Besorgnis genommen und gegenseitiges Verständnis aufgebaut worden, wie Horner-Spindler betonte, als sie jüngst mit Wilfried Lechler, Wasserwart Markus Schallameier sowie dem Gemeinderat und Landwirt Walter Dirr zu einem Resümee zusammentraf. Ebenso wie Schallameier ist auch Walter Mayr Wasserwart, konnte an dem Abschlussgespräch jedoch nicht teilnehmen.

Investitionen ins Netz

Seit 2008 ist in das gemeindliche Wassernetz von Reichling erheblich investiert worden – mit 350.000 Euro. Die Einrichtung der Fernüberwachung bedeute mehr Sicherheit und einen großen Schritt in die Zukunft. Zudem ermögliche der Verbund Reichling-Ludenhausen, dass Wasser in beide Richtungen gepumpt werden könne. Die Trinkwasserversorgung beider Ortsteile sei jederzeit gewährleistet. Zugleich konnte der Wasserverlust in den letzten Jahren enorm reduziert werden.

Eines bedauert die Rathaus­chefin aber. Politik und Gesetzgeber würden den Kommunen in der ganzen komplexen Thematik der Wasserschutzzonen nur wenige Möglichkeiten an die Hand reichen. „So waren wir wieder einmal Einzelkämpfer“, kommentiert sie im Gespräch mit dem KREISBOTEN.

Doch nun habe man in Reichling die wasserrechtliche Erlaubnis. Eine Bedingung in der Genehmigung sei allerdings, dass mit einer anderen Gemeinde in nächster Zeit ein Notverbund geschlossen werden soll. Dabei kommt Rott in Frage. „Die Verhandlungen dazu laufen bereits“, sagt Margit Horner-Spindler hinzu.

Johannes Jais

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