Brunner beim politischen Abend

Landflucht als Fremdwort

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Grüß Gott in Denklingen. Minister Helmut Brunner mit Bezirksrat Josef Loy (vorne links), Bürgermeister und Bundestagskandidat Michael Kießling (hinten), der Landsberger Kreisbäuerin Rita Behl und dem Weilheim-Schongauer Kreisobmann Wolfgang Scholz (mit Hut).

Denklingen – Es sind schon einige Spitzenpolitiker zu Kundgebungen nach Denklingen gekommen. Aber dass innerhalb von drei Monaten zwei Minister aus dem bayerischen Kabinett als Redner ihre Aufwartung machen, ist ein Novum. Nach Markus Söder – der Ressortchef für Finanzen, Infra­struktur und Heimat sprach am Josefitag 2017 – kam nun Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in die Gemeinde. Er war Hauptredner beim politischen Abend im Festzelt und befasste sich mit den Chancen für den ländlichen Raum.

Landwirtschaftsminister Brunner, der seit 2008 für dieses Ressort verantwortlich ist und aus dem niederbayerischen Landkreis Regen stammt, formulierte bei der Kundgebung am Samstagabend ein ehrgeiziges Ziel. Landflucht müsse ein Fremdwort werden in Bayern.

Nach Anmerkungen zur Bundespolitik und zur Landespolitik – Stichwörter waren Maßnahmen zur inneren Sicherheit, der Einsatz für Arbeitsplätze, der Länderfinanzausgleich, die Mütterrente, die Familienpolitik mit dem Erziehungsgeld und der kommunale Finanzausgleich) sprach Brunner die „Standortvorteile“ des ländlichen Raumes an. Der Wohnraum sei im Gegensatz zur Großstadt bezahlbar; die Verkehrsbelastung sei deutlich geringer.

Vier Förderprogramme gebe es im Freistaat, erklärte der Landwirtschaftsminister den bayerischen Weg in der Agrarpolitik und in der Ländlichen Entwicklung. Dazu gehören auch Maßnahmen wie die Dorferneuerung oder die Flurneuordnung. Da seien allein im Landkreis Landsberg zwischen 2012 und 2016 Investitionen in Höhe von fünf Millionen Euro ermöglicht worden. Und es sei noch einiges in Vorbereitung. Zuschüsse gebe es, wenn in Ludenhausen der ehemalige Gasthof Happerger zum Kulturzentrum ausgebaut wird und wenn in Reichling ein leerstehendes Gebäude zum Dorfgemeinschaftshaus ertüchtigt wird. Hurlach habe aktuell für das Haus der Begegnung 680.000 Euro bewilligt bekommen.

Handlungsbedarf sieht Brunner auch bei der „Revitalisierung“ der Ortskerne. Denn andererseits müsse man von dem hohen Flächenverbauch, der derzeit noch bei 13 Hektar je Tag im Freistaat Bayern liegt, herunterkommen. Die Finanzmittel für die ländliche Entwicklung seien deutlich aufgestockt worden.

Rückenwind für den ländlichen Raum brächte auch die Städte­bauförderung. Denn drei Viertel der Mittel dafür würden in den ländlichen Raum fließen. Der Zuschuss für den Ausbau des Dorfplatzes beim Gasthof Hirsch in Denklingen (90.000 Euro) sei dafür ein Beispiel. Brunner verwies darauf, dass man laut jüngstem Agrarbericht mit 1,1 Prozent bei den Hofaufgaben einen historischen Tiefstand im Strukturwandel erreicht habe. Der Haushalt für die Jahre 2017/2018 sei im Agrarressort um 148 Millionen Euro aufgestockt worden; jährlich stehen 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Das Geld wolle man in mehreren Bereichen sinnvoll ausgeben. Stichwörter seien das Kulturlandschaftsprogramm, der Wasserpakt oder die Unterstützung bei der Umstellung auf Laufstallhaltung.

Minister Brunner möchte landwirtschaftliche Produkte aus Bayern „mit einer Premiumstrategie“ besser vermarkten. Top-Spezialitäten seien ein Imageträger für Bayern und seine Regionen. Landwirtschaftliche Erzeugnisse von hoher Qualität sollten genauso für die Marke Bayern stehen wie die Namen Audi oder BMW in der Automobilbranche.

Michael Kießling, Bundestagskandidat der CSU im neuen Wahlkreis Starnberg/Landsberg, sprach den Siedlungsdruck in der Region an. In Denklingen seien in der ersten Runde für das neue Baugebiet 40 Bewerbungen für 49 Grundstücke eingegangen. Viele Gemeinden seien mit der Aufgabe konfrontiert, wie sie den Zuwachs der Bevölkerung handhaben.

Zur politischen Kundgebung des CSU-Ortsverbands Denklingen/Fuchstal, zu der die Musikapelle Denklingen unter der Leitung von Franz Jäger mit schneidigen Stücken wie dem „Fliegermarsch“ oder dem Marsch „Primus inter Pares“ einstimmte, kamen zahlreiche Bürgermeister und Gemeinderäte aus mehreren Ortschaften. Anwesend waren auch die Kreisbäuerinnen und Kreisobmänner des BBV aus Weilheim-Schongau, Landsberg und Starnberg. Auch Vertreter des BDM (Bund Deutscher Milchviehhalter) haben sich im Festzelt eingefunden. 

Johannes Jais

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