Ein Lob für Landwirte

Landwirtschaftsministerin Kaniber zu Besuch in Dießen

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Am Rande der sonntägigen CSU-Wahlkampf-Veranstaltung im Dießener Autohaus Schürer stellte sich Ministerin Michaela Kaniber (Mitte, mit MdB Michael Kießling) den teils kritischen Fragen einiger Landwirte aus dem Landkreis Landsberg.

Dießen – In einem Autohaus über Landwirtschaft zu sprechen, fand Staatsministerin Michaela Kaniber spannend. Darum sagte sie ihrem Landtagskollegen Alex Dorow spontan zu, die Landkreis-CSU beim Schlussspurt des Kommunalwahlkampfs zu unterstützen. Zum sonntäglichen Frühschoppen im Autohaus Schürer kamen neben vielen Interessierten natürlich die Partei-Granden wie MdB und Kreisvorsitzender Michael Kießling, Ehrenvorsitzender Thomas Goppel oder Landrat Thomas Eichinger sowie viele Bürgermeister, Kreis- und Gemeinderäte und -Kandidaten.

In ihrer Rede betonte Michaela Kaniber, dass zwischen der Automobilindustrie und der Landwirtschaft viele Parallelen bestünden. Beide gehörten zu den umsatzstärksten Sektoren in Bayern und Deutschland und stünden vor einer Transformation, die große Herausforderungen mit sich bringen werde. Und beide seien viel besser als ihr Ruf, würden aber von Teilen der Gesellschaft immerzu schlecht geredet – und von politischen Mitbewerbern, allen voran den Grünen, nicht verstanden. So spreche Annalena Baerbock immer von Kobolden anstatt Kobalt als Rohstoff für Akkus von E-Autos. Dass eine Kuh nur mit Kalb Milch gibt, sei auch nicht allen klar. Und sowohl die Landwirtschaft als auch das Auto möchte man über Verbote oder Tempolimit an die Kandare nehmen.

Es vergehe auch keine Woche, so Kaniber weiter, in der die Grünen nicht das Verbot der Anbindehaltung in der Landwirtschaft forderten. In der Praxis würden damit kleinere Höfe und vor allem auch Ökobetriebe zur Aufgabe gezwungen: „Überall dort, wo die Grünen das Sagen haben, stehen die wirklichen Agrarfabriken, die dann unsere Marktanteile übernehmen, wenn bayerische Bauern aufgeben müssen.“ Die Land-, Forst- und Ernährungwirtschaft sichert immerhin jeden siebten Arbeitsplatz in Bayern und generiert einen Umsatz von 158 Milliarden Euro.

Bayern könne stolz sein, mit rund 10.600 Bio-Betrieben das Öko-Bundesland Nr. 1 in Deutschland zu sein. Kein Bundesland investierte soviel in dieses wichtige Segment, nämlich hundert Millionen Euro pro Jahr. Nur die CSU habe die ganze Bandbreite der agrarpolitischen Themen im Blick, während die politischen Mitbewerber Neiddebatten anzettelten, die Agrarzahlungen streichen möchten und mit der Gentechnik liebäugelten.

Als wichtige Aufgabe nannte die Ministerin die Vernetzung von Landwirtschaft, Ernährungshandwerk und Tourismus: „Wuchern wir mit unseren Pfunden, Bayern ist die Heimat der Genüsse. Verkaufen wir unsere großartigen Produkte besser und nehmen wir die Verbraucher mit.“ Als Meilenstein nannte sie, dass in allen staatlichen bayerischen Kantinen 50 Prozent regionale und ökologischen Produkte verwendet werden. Täglich rund 1,8 Millionen Essen in der Gemeinschaftsverpflegung in Bayern hätten einen großen Einfluss auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit, Bioversität und Tierwohl. Kaniber wünschte sich, dass bald auch die Verpflegung in Schulen, Kindergärten oder Krankenhäusern öko-regional umgestellt wird.

Landrat Thomas Eichinger stellte in seinem Schlusswort die hiesige Wertschätzung für die Landwirtschaft fest: Auf der CSU-Kreistagsliste stünden allein elf Vertreter dieses Berufsstandes. Sie und auch andere Landwirte hatten am Rande der Veranstaltung einige Frage an die Ministerin.
Dieter Roettig

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