KREISBOTEN-Serie "systemrelevant und schlecht bezahlt":

Landwirtschaftsstudentin Katharina Nebe aus Penzing: "Es braucht junge Leute"

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Katharina Nebe will Landwirtin werden. Und studiert deshalb in Weihenstephan.

Penzing – Katharina Nebe produziert mit ihren eigenen Händen Lebensmittel. Nur ein Aspekt, der der 24-Jährigen an ihrem gewählten Beruf Landwirtin gefällt. Die Penzingerin hat ihre Berufsausbildung noch nicht abgeschlossen. Momentan studiert sie im vierten Semester Landwirtschaft an der Hochschule Weihenstephan, Abschluss Bachelor.

Nachdem sie mit 19 Jahren die Agrar-Fachoberschule abgeschlossen hatte, verkürzte sie ihre Lehre zur Landwirtin auf zwei Jahre. „Ein Jahr davon war Berufsschule, das zweite war ich bei Regens Wagner in Holzhausen.“ Dort absolvierte Katharina auch zu Beginn ihres Berufslebens ein Praktikum – bei dem sie sich mit der Liebe zur Landwirtschaft infiziert hat.

Die Studentin schätzt die Vielseitigkeit ihres Berufs: „Da ist vor allem der Umgang mit den Tieren. Aber auch die notwendige Technik finde ich interessant.“ Auch ihr hört man die Freude an, die es offensichtlich macht, mit großen Maschinen zu arbeiten. Sie arbeite aber auch gerne in der Natur. „Es macht mich auch stolz, dass ich mit meinen eigenen Händen Lebensmittel produziere.“ Zudem könne sie in diesem Beruf sehr selbstständig arbeiten und habe eine hohe Verantwortung, „auch gegenüber den Tieren“.

Dass sie die Tiere in den Focus stellt, liegt mit an ihrem Vater: Der ist Tierarzt. Diesen Beruf habe sie auch immer spannend gefunden. „Aber die Landwirtschaft ist meine Leidenschaft. Ich mach das mit Herzblut und es erfüllt mich wirklich mit Glück.“ Weshalb sie sich auch sehr über die Wertschätzung freue, die den Landwirten momentan gezeigt werde. Denn die Coronakrise zeige eben allen, wo die Lebensmittel herkommen. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ habe sie am Anfang verwundert. „Denn die Bauern machen eigentlich schon viel für die Insekten. Aber wir können ja auch nicht flächendeckend Blumenwiesen anlegen.“ Schließlich müsse man ja Lebensmittel für die Bevölkerung produzieren. Wenn der Verbraucher regional einkaufe und sich an dem Angebot der Saison orientiere, sei den Landwirten schon viel geholfen.

Zudem habe sie das generelle Beschimpfen der Landwirte durch die Bevölkerung geärgert. „Man sollte sich vorher richtig informieren, bevor man meckert.“ Sie ist überzeugt, dass viele Unterzeichner nicht wirklich gelesen hätten, was im Volksbegehren verlangt wurde. Außerdem ist sie überzeugt, dass einiges geändert werden müsse. Zum Beispiel die Düngeverordnung: „Das muss auch praktikabel sein.“ Bei den Landwirten sei jetzt eine Grenze erreicht, die es fast unmöglich mache, von der Arbeit zu leben. Es gehe um mehr Kommunikation. Und darum, nicht nur die Ansicht der Theoretiker zu beachten: „Auch die Praktiker sollten gehört werden.“ Deshalb war Katharina bei der Demo der Landwirte in München dabei. „Ich glaube, die Leute hatten nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet“, beschreibt sie die Stimmung. „Das war eine gute Aktion. So haben wir Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit und auch von der Politik bekommen.“

Nach dem Abschluss ihres Studiums will sich Katharina bei Milchviehbetrieben bewerben. Natürlich sei der Job schwierig, auch ob sie davon leben kann, weiß die Studentin heute noch nicht. „Aber ohne Nachwuchs geht dann ja erst recht nichts mehr. Es braucht junge Leute.“ Sie selbst will nicht auf einem großen Betrieb arbeiten. Auch auf ihre Freizeit wolle sie achten, „ich habe ja auch noch ein Leben für mich“. Ein Leben, in dem sie gerne reitet, klettert, wandert, Ski fährt. Ein Leben, in dem sie auch die leichten Seiten der Natur genießen kann.
Susanne Greiner

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