Lang ersehnter Wunsch erfüllt

Endlich hat sich Florian Scheids (rechts) größter Wunsch erfüllt: Er reiste mit Freund Adrian Enzensberger (links) zum Wacken Open Air, wo sie mit In Extremo-Schlagzeuger Florian Speckhardt den Backstage-Bereich erkunden durften. Foto: Thiele

Bis weit über die Landkreisgrenzen hinaus hat seine Geschichte die Menschen bewegt. Die Rede ist vom 15-jährigen Florian Scheid aus Denklingen, der im vergangenen Jahr an Lymphdrüsenkrebs erkrankte. Mittlerweile ist er wieder fit und kürzlich erfüllte sich einer seiner größten Wünsche: Florian reiste zum Wacken Open Air und erlebte gleich noch eine Überraschung. Florian Speckhardt, Specki T.D., Schlagzeuger der Band „In Extremo“, lud den Jugendlichen in den Backstage-Bereich ein.

Im vergangenen Oktober startete ein Bekannter der Familie Scheid die Initiative „Flori will leben“ und organisierte eine Typisierungsaktion, bei der ein passender Stammzellenspender für Florian gefunden werden sollte. Nur kurz nachdem sich sage und schreibe 3314 Menschen aus dem Landkreis in Denklingen typisieren ließen, kam die erlösende Nachricht: Es gibt endlich einen geeigneten Knochenmarkspender für den Jugendlichen! Florians größer Wunsch, außer wieder gesund zu werden, war es, das weltweit größte Heavy Metal Festival in Wacken einmal live zu erleben. „Die Karten haben wir schon vor einem Jahr gekauft“, erinnert sich der 15-Jährige. Endlich hat sich dieser Herzenswunsch nun erfüllt: Anfang August reiste er zusammen mit seiner Mutter Claudia Scheid, seinem Onkel und seinem besten Kumpel Adrian Enzensberger nach Schleswig-Holstein. Eine besondere Überraschung war die Einladung der schwedischen Band „Amon Amarth“ auf die Bühne zu kommen. „Das war einfach geil“, so Florian. Das absolute Highlight allerdings war eine ganz persönliche Führung durch den Backstage-Bereich des Festivals, die „Specki T.D.“ Florian Speckhardt aus Landsberg von „In Extremo“ dem Jungen anbot. „Als ich in der Zeitung gelesen hatte, dass es für den zu dieser Zeit noch an Krebs erkrankten Flori der größte Wunsch sei, nach Wacken zu fahren, setzte ich mich mit ihm in Verbindung“, erzählt der weltweit bekannte Schlagzeuger aus der Lechstadt. „Da war ich total überrascht und hatte richtig Herzklopfen“, erinnert sich der 15-Jährige. Die Karten hatte er zwar bereits gekauft, aber Speckhardt bot ihm an, ihm die Bühnen, das Catering- und Pressezelt sowie die Garderoben zu zeigen. „Wir hatten zwar bloß anderthalb Stunden Zeit“, berichtet Flori, „aber die Backstage-Führung war echt das Coolste.“ Besonders beeindruckt hat den etwas schüchtern wirkenden Jungen die Lockerheit und Normalität der bekannten Musiker. „Wir haben auch viele andere Berühmte getroffen, zum Beispiel die Band BossHoss.“ Vorgestellt hatte er sich den In Extremo-Schlagzeuger und die Stimmung backstage aber doch ein bisschen anders: „Der Specki war freundlich und sehr locker drauf“, meint Florian Scheid. „Und backstage ist es richtig luxuriös.“ Auch seinen Begleitern, insbesondere seiner Mama, habe das Festival gut gefallen – die Karten für das nächste Jahr sind schon besorgt. „Ich bin wieder richtig fit“, freut sich der einst todkranke Jugendliche. Seinen „Quali“ hat er vor Kurzem schon bestanden, ab September will er dennoch weiterhin auf die Schule gehen. Davor geht es in den Sommerferien jedoch erst einmal um die halbe Welt: Eine USA-Reise mit der ganzen Familie und Freunden steht auf dem Programm. „Wir fliegen nach Miami und reisen von da aus drei Wochen mit dem Wohnmobil herum“, erzählt Flori. Dort wird er dann am 20. August endlich seinen lang ersehnten 16. Geburtstag feiern.

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