Kunst mit Mäusen und Maulwürfen

18. Lange Kunstnacht lockt zahlreiche Besucher in Landsbergs Innenstadt

1 von 47
Die 18. Lange Kunstnacht in Landsberg findet großen Zuspruch. Vor allem Schlossberggarage und Alte Bergstraße locken die Flaneure.
2 von 47
Die 18. Lange Kunstnacht in Landsberg findet großen Zuspruch. Vor allem Schlossberggarage und Alte Bergstraße locken die Flaneure.
3 von 47
Die 18. Lange Kunstnacht in Landsberg findet großen Zuspruch. Vor allem Schlossberggarage und Alte Bergstraße locken die Flaneure.
4 von 47
Die 18. Lange Kunstnacht in Landsberg findet großen Zuspruch. Vor allem Schlossberggarage und Alte Bergstraße locken die Flaneure.
5 von 47
Die 18. Lange Kunstnacht in Landsberg findet großen Zuspruch. Vor allem Schlossberggarage und Alte Bergstraße locken die Flaneure.
6 von 47
Die 18. Lange Kunstnacht in Landsberg findet großen Zuspruch. Vor allem Schlossberggarage und Alte Bergstraße locken die Flaneure.
7 von 47
Die 18. Lange Kunstnacht in Landsberg findet großen Zuspruch. Vor allem Schlossberggarage und Alte Bergstraße locken die Flaneure.
8 von 47
Die 18. Lange Kunstnacht in Landsberg findet großen Zuspruch. Vor allem Schlossberggarage und Alte Bergstraße locken die Flaneure.

Landsberg – Wenn Mäuse malen und Garagen klassisch erklingen, kann das nur eins bedeuten: In Landsberg ist Lange Kunstnacht. Am Samstag öffneten Geschäfte, Institutionen, Lokale und Privathäuser zum 18. Mal die Schleusen für Kunst in Bild und Ton. Milde Spätsommerluft und über 70 Aktionen lockten Massen auf die Straßen – mitsamt den schon zur Tradition gewordenen Riesen, die in fantastischen Kostümen durch die Gassen stelzen.

Wo die Stelzer gerade sind, ist immer am spontanen Applaus zu erkennen, der bei ihrem Vorbeimarsch ertönt. ‚Stelzervater‘ Wolfgang Hauck zieht die Musikanalage auf Rollen – ganz außer Atem, so lang sind die Beine seiner Schüler. Hinter ihnen bildet sich der Fotografenkorso. Kein Durchkommen mehr. Die 18. Lange Kunstnacht ist bestens besucht. Schon ab 18 Uhr bilden sich Menschentrauben am Rathauseingang, die die Ausstellung der Künstlergilde im Kellergewölbe und die Preview auf „Verfassung erfassen“ im Foyer sehen wollen. Letztere bietet Wahlkabine samt Wahlurne, in der Besucher ihre Spontaneinfälle zu „unserer Verfassung“ – also der bayerischen – notieren können. Samt Arbeiten von IKG- und DZG-Schülern in Film und Bild. „Wir wollen das trockene Thema fruchtig machen“, erläutert Ausstellungsleiterin Nue Amman. Auch auf dem Hauptplatz ist Politik das Thema: Der Kreisjugendring propagiert den LTW-Checker – in Form eines umgebauten und leuchtenden Dixie-Klos, in dem man auf dem Originalambiente Ideen und Fragen zur Landtagswahl einsprechen kann.

Ein Hotspot zeigt sich früh: Schlangen bilden sich im Tunnelgewölbe der Schlossberggarage. Stolz präsentieren sich Ebene B (inklusive zweier Autos!) und C in rot und grün. Während Ebene A unter ‚Licht-Raum-Klang‘ in den Farben einer Installation schillert. Samt Nebel, aus dem sich schemenhaft die Gäste materialisieren – Assoziationen zu Horrorfilmen werden wach. Die aber bei den ersten Klassikklängen verschwinden. Wenn Pianistin Anna Radchenko, Klarinettist David Schöndorfer und die Tschily’s Hot Four spielen, werden die Ohren wach: perfekte Akustik. Das schreit nach Wiederholung. Vielleicht bei der nächsten Sanierung.

Im Buchladen stapeln sich die Gäste für ‚Klanghilde und Rezitante‘ inmitten von Weltliteratur. Es geht um böse Konzerne und neugierige Außerirdische. Bis „die Maulwürfe vom Wiesengrund“ auftreten und die Erde erobern. Ihr Zeichen: die abgeklappten Schaufelhände. Große Begeisterung für Doro Heckelsmüllers Gesang und Monica Callas geniale Schauspielkunst. Am anderen Ende der langen Kunstmeile flimmert ein Sepia-Weiß-Film an die Mauern des Klosterecks.

Die Alte Bergstraße platzt fast aus den Nähten. Das Zirnheld ist geöffnet, fast jedes Haus hat Kunst im Bauch: humoreske Kunstkarten von Sybille Engels, auch als Soundlaster-Organisatorin bekannt. Oder Welf Zöllers Geschichten vom Wischmopp aus dem Reich der Mitte. In der Johanniskirche singt das Tourdion-Ensemble, im Ursulinenkloster klingt das Barock. Rein- und Rauskommen ist nicht einfach, sind die Tore doch nur einseitig geöffnet. Geduld ist gefragt. Aber wer mag und muss in so einer Nacht schon hetzen. Eine Nacht voller Spätsommer, Lachen, Gespräche. Und natürlich so voller Kunst.

Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Dießener Trachtenjugend begeistert mit ihrem Adventstheater
Dießener Trachtenjugend begeistert mit ihrem Adventstheater
Ein Rathaus mit Flügeln
Ein Rathaus mit Flügeln

Kommentare