Lange Kunstnacht: Viel geboten zum Jubiläum

Die Stelzer geleiten die Besucher zu den verschiedenen Veranstaltungsorten. Foto: Eckstein

Gemütlich durch Landsbergs Altstadt schlendern, dabei in die verschiedenen kleinen Geschäfte und andere Locations schauen und dabei Kunst genießen. Das Konzept der „Langen Kunstnacht“ hat sich bestens bewährt, kein Wunder, dass das Programm der mittlerweile 10. Veranstaltung alles bisher Gebotene übertrifft.

Die Jubiläumskunstnacht ist im wahrsten Sinne des Wortes „lang“. Bereits um 17 Uhr öffnet sich die sogenannte „Mitmachmeile“ zwischen Schlossergasse, Hauptplatz und Volkshochschule, in der besonders die jungen Besucher zahlreiche Gelegenheiten haben, sich aktiv mit dem Thema „Kunst“ auseinander zu setzen. „Jede Mutter, jeder Vater weiß, dass Kinder es lieben, etwas mit ihren Händen zu schaffen, eigene handwerkliche Produkte zu formen oder ihre Gefühle, Wünsche, Ideen in Form, Gestalt und Farbe darzustellen“, so Sabine Jochner-Wallner, die Organisatorin der Kunstnacht. Wie immer wird ein breites Spektrum aktueller, zeitgenössischer Kunst abgedeckt. Geboten ist etwas für jeden Geschmack: Von „Klanghilde und Rezitante“ über das Marionettentheater am Schnürl, das ein preisgekröntes Stück „Kasperl und der kleine Drache“ und weitere heitere Kasperliaden spielen wird.  Der Bildenden Kunst begegnet man in zahlreichen Geschäften, Musik und Darstellende Künste kann man sogar auf der Straße erleben: Die „Stelzer“ und die Samba-Gruppe „Outra Vez“ geleiten durch die Nacht. Im Stadttheater konzentriert man sich auf den „Ersten Blick – Prima Vista“. Die Malerin und Schnellportraitistin Christiane Pohlmann zeichnet die Besucher, dazu spielen junge Landsberger Pianisten. Außerdem gibt es Literatur auf den ersten Blick und zwar die der Besucher, die vorher Texte beim Stadttheater eingereicht haben. Die Chance dazu besteht nach wie vor. Die Schauspielerin Dora Borkoff und Helbert Häberlin vom Literarischen Kabinett lesen ohne Vorbereitung in drei Blöcken im Theatersaal diese Texte. Um 20 Uhr eröffnet das Neue Stadtmuseum die Ausstellung „Widerstreit und Aufbruch.“ Die Installation zeigt Holzskulpturen von Andreas Kuhnlein. Der international bekannte Künstler ist oberbayerischer Kulturpreisträger 2009 und einer der wichtigsten deutschen Bildhauer mit über 130 Einzelausstellungen in 15 Ländern. Wichtige Werke sind die Skulpturengruppe „Befreiung“ im Altarraum der Dresdner Kathedrale oder die Gestaltung des Andachtraums im Bendlerblock in Berlin, der an den Widerstand im Dritten Reich erinnert. Trotz der kurzfristigen Organisation unter der designierten neuen Museumsleiterin Sonia Fischer kann das Museum eine eindrucksvolle Installation präsentieren: der Ausstellungstitel „Widerstreit und Aufbruch“ beschäftigt sich mit den Formen des inneren Ringens und Zweifelns, der Reflexion, der Veränderung und der Weiterentwicklung. Im Mittelpunkt von Kuhnleins Schaffen steht der Mensch. Wer den äußerst sympathischen und bescheidenen Künstler im Gespräch erleben möchte, sollte die Eröffnung nicht verpassen, an der Oberbürgermeister Ingo Lehmann, Sonia Fischer und Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Goppel die Grußworte sprechen werden. Musikalisch darf man sich auf die Spielfreude von Licca Percussiva freuen. Das Stadtmuseum öffnet an der Kunstnacht bis 24 Uhr seine Tore, die Ausstellung ist noch bis zum 14. November zu sehen. Krönender Abschluss der „10. Langen Kunstnacht“ ist ein Feuerwerk am Lech, das um 1 Uhr den Himmel erhellen wird.

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