Der lange Weg zum Plan für den Hauptplatzumbau – Europaweites Vergabeverfahren mit größtmöglicher Bürgerbeteiligung

Von Baureife kann in neun Monaten noch keine Rede sein. Immerhin wird Mitte August nächsten Jahres klar sein, welches Architekturbüro seine Pläne für den Umbau des Hauptplatzes bis zur Baureife führen darf. Der Fahrplan für das Vergabeverfahren mit „größt­­möglicher Bür­- ger­beteiligung“ ist am Mittwoch im Stadtrat präsentiert worden.

Auf die Details der aufwendigen Suche nach drei geeigneten Architekturbüros und des besten Lösungsvorschlages gingen auf einer Sondersitzung des Stadtrates Prof. Joachim Vossen und der Münchener Architekt Walter Landherr ein. Letzterer begleitet das Vergabeverfahren und unterstrich die „durchgehende Transparenz“ via Bürgerbeteiligung und Begleitung in der Öffentlichkeit – „außergewöhnlich“ sei das. Und nach Ansicht von Prof. Vossen komme es gar einer „Sensation“ gleich, dass man es geschafft habe, mit der größtmöglichen Bürgerbeteiligung die strengen Regularien des Vergabeverfahrens zu „knacken“. Mindestens 3 Millionen Der erste Schritt ist schon getan: die Bekanntmachung der Architektensuche im Amtsblatt der EU. Aufgrund der voraussichtlichen Honorarsumme von sicher 206000 Euro müsse die Ausschreibung europaweit er­fol­gen, klärte Landherr die Ratsmitglieder auf und ließ weitere Zahlen folgen. Ausgehend von 300 Euro pro Quadratmeter sei man bei 9000 Quadratmeter Haupt­platz­fläche ganz schnell bei drei Millionen Euro Baukosten – und das sei „eher die untere Grenze“. Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) gefiel das nicht besonders. Zahlen sollten erst genannt werden, wenn die Einzelheiten zu Bauausführung und Städtebauförderung bekannt sind. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, zumal allein das Auftragsverfahren in vier Quartale unterteilt ist. Das erste ist Mitte Januar beendet. Dann hat das Büro Landherr alle bis zum 21. Dezember eingegangenen Be­werbungen geprüft und zur Auswahl vorgelegt. Drei externe Fachleute – Architekten und Stadtplaner – sowie zwei bereits per Losverfahren ermittelte Vertreter der Bürgergruppen – sie werden heute Abend im Stadtrat bekannt gegeben – wählen drei Architekturbüros aus. Bis 11. Mai haben sie danach Zeit, ihre Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Neben einem Lageplan sind unter anderem noch Schnitte, Detailbetrachtungen und verschiedene Perspektiven gefordert. Mitte März können in einem Kolloquium Rückfragen er­­örtert werden. Landherr legt übrigens großen Wert darauf, dass Arbeiten anonym abgegeben werden. Der Bürger bewertet Nach Vorprüfung und fachlicher Beratung machen sich Professor Joachim Vossen und sein Team daran, die Vorschläge für die Informationsveranstaltung am 17. Juni und die danach folgende Ausstellung mit Bürgerbefragung im Foyer des Rathauses aufzuar­bei­ten. Im Zuge der „größtmöglichen Bürger­be­­teiligung“ darf voraussichtlich jeder Lechstädter über 16 Jahre auf einem Bewertungsbogen detailliert Punkte die Pläne vergeben – bis zum 7. Juli. Um Mehrfachbewertungen auszuschließen könnte dieses Bürgervotum ähnlich wie eine Wahl verlaufen – mittels Ab­stim­mungskarte. Den Zuschlag soll eines der drei Büros am 15. Juli erhalten. Oberbürgermeister Lehmann sieht in diesem öffentlichen Verfahren einen weiteren besonderen Vorteil: „Wir müssen den besten Plan nicht 1:1 umsetzen, sondern können noch auf Wunsch der Bürger eventuelle Verbesserungen in Detailfragen einbringen.“ Für 28. Juli ist die Vergabe des Planungsauftrages durch den Stadtrat geplant. Vertragsabschluss soll am 28. August sein. Mobilitätsstudie Unabhängig von dem Vergabeverfahren sind bereits die ersten Vor­bereitungen für eine so genannte „Mobilitätsstudie“ angelaufen. Laut Tiefbauleiter Hans Huttenloher läge sie wohl Mitte nächsten Jahres vor. Nach der Fertigstellung der B17neu mit Westumfahrung Landsberg sieht man den Ergeb­nissen dieses Gutachtens, das sich insbesondere der innerstädtischen Verkehrsströme annimmt, mit großer Spannung entgegen.

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