Strom für den Brunnen

Denklingen entscheidet sich für lange Leitung 

+
Rasenbewässerung am Sportplatz in Denklingen. Damit die Stromversorgung für den Brunnen sichergestellt ist, soll sie auf zwei Standbeinen gebaut werden.

Denklingen – Eigentlich ist es vom neuen Denklinger Brunnen im Stubental nur ein Steinwurf bis zur Stromtrasse, die von den Fuchstaler Windrädern nach Süden Richtung Bidingen führt. Dennoch lehnt die Gemeinde Denklingen einen Abzweiger ab. Stattdessen ist eine längere Stromleitung mit Fortführung aus dem besiedelten Bereich notwendig, was auch mehr kostet.

Martin Ahmon hatte das Thema in der letzten Gemeinderatssitzung nochmals hinterfragt. Bürgermeister Andreas Braunegger begründete das Vorgehen so, dass die Bürgerwind Fuchstal GmbH, die den Strom aus den Anlagen im Kingholz einspeise, als privatrechtliches Unternehmen zu betrachten sei. Da sei der Strombezug für eine kommunale Wasserversorgung problematisch. Der geschäftsleitende Beamte Johann Hartmann ergänzte, das Thema sei auch mit einem rechtlichen Berater abgeklärt worden. Ebenso wie Bürgermeister Braunegger betonte Gemeinderat Anton Stahl den Aspekt der „Versorgungssicherheit“. Der Strom für den Brunnen und für den Hochbehälter müsse an allen 365 Tagen rund um die Uhr sicher sein, hieß es. Im Übrigen sei auch der Preis einer Leitung von der Windkraft-Trasse zum Brunnen „nicht ohne“ gewesen, kommentierte Stahl. Bürgermeister Braunegger formulierte es so: Man brauche ein sicheres Standbein.

In der Juni-Sitzung haben die Gemeinderäte die Ausführungsplanung genehmigt. Zugleich ist der Auftrag ergangen, die Arbeiten auszuschreiben. In der Sitzung waren auch zwei Vertreter des Planungsbüros anwesend, die jedoch keine Fragen aus dem Gremium zu beantworteten hatten. Federführend ist das Fachbüro Dr. Blasy und Dr. Overland aus Eching am Ammersee.

Wie bereits berichtet, gehört die neue Wasserversorgung mit dem Brunnen und dem Hochbehälter im Sachsenrieder Forst sowie mit dem Anschluss an den Brunnen der Stadtwerke Schongau in der südlichen Gemeindeflur samt mehrere Kilometer zusätzlichem Leitungsnetz zu den großen Projekten, die in der Gemeinde anstehen. Bürgermeister Braunegger sprach von einer „Mammutaufgabe“. In der Kostenberechnung wird von 11,6 Millionen Euro ausgegangen. Die Gemeinde kann mit einem staatlichen Zuschuss rechnen. Im Oktober 2019 sollen alle Arbeiten für das Großprojekt vergeben werden. Die Handwerker und Techniker sind 2020 (losgehen soll’s im März) und 2021 vor Ort.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Gemeinde Utting richtet Spendenkonto für Gärtnerei ein
Gemeinde Utting richtet Spendenkonto für Gärtnerei ein
Landsberg: Unwetter mit Schockwirkung
Landsberg: Unwetter mit Schockwirkung
Der Flughafen Memmingen: Das Tor zum Süden
Der Flughafen Memmingen: Das Tor zum Süden
Verkehrsrowdys bei gesperrten Autobahntunneln
Verkehrsrowdys bei gesperrten Autobahntunneln

Kommentare