Längst beschlossen, aber nicht aktiv

Lastenfahrräder: Wenn dem Fördertopf die Richtlinie fehlt

lastenfahrrad landsberg peter bauch
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Superpraktisch aber relativ kostspielig: das Lastenfahrrad, das hier Peter Bauch vorradelt.

Landsberg – Was kann Dießen, was die Landsberger innerhalb eines Jahres nicht schaffen? Zum Beispiel den Kauf von Lastenfahrrädern bezuschussen. Während am Ammersee das Förderprogramm nur noch per Haushaltsbeschluss in Gang gebracht werden muss, hakt es am Lech seit zwölf Monaten an den Förderrichtlinien. Es gibt sie immer noch nicht.

Auf Betreiben der Landsberger Grünen, allen voran Moritz Hartmann, stellte der Stadtrat vor knapp einem Jahr Mittel für das Förderprogramm „Lastenfahrrad“ in den städtischen Haushalt 2020 ein. Zunächst 10.000 Euro. Aufstocken in den Folgejahren nicht ausgeschlossen. Gewerbetreibenden, Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen aber auch Privatpersonen wollte man damit finanziell unter der Arme greifen. Das Potenzial sei groß, meint Hartmann, die Absatzzahlen aufgrund des relativ hohen Anschaffungspreises, insbesondere bei elektrisch unterstützten Rädern, vergleichsweise niedrig. Hier gelte es zu unterstützen, da Lastenfahrräder „in unserer Stadt der kurzen Wege“ eine gute Alternative zum Pkw oder Kleintransporter seien.

Wer sich nun nach dem positiven Haushaltsbeschluss Hoffnungen auf eine städtische Stütze machte, der musste sich in Geduld üben – bis heute. Entsprechende Nachfragen beschied die Verwaltung stets mit einem Achselzucken. Weil man es nicht schafft, die Förderrichtlinien final zu fixieren, wie Stadtsprecherin Simone Sedlmair bestätigt. Und fügt hinzu, dass dieser Fördertopf ohnehin im Zuge der Corona-Einsparungen erst einmal „hinten angestellt“ worden sei, da es sich um eine neue Einzelförderung handle. Immerhin: „Das Thema wird weiter verfolgt“, so Sedlmair.

Antragsteller und Bürgermeister Moritz Hartmann stimmt all das nicht zufrieden. Er verspricht: „Wir bleiben auf jeden Fall dran.“ Die Grünen würden sich dafür einsetzen, dass der Fördertopf auch im Haushalt fürs kommende Jahr gefüllt bleibe und man „hoffentlich im Frühjahr 2021“ endlich mit der Förderung beginnen könne.

Um in Landsberg die notwendige Mobilitätswende erfolgreich zu gestalten, sei die Wahl des Mittels sehr entscheidend, betont Hartmann. „Lastenräder ermöglichen eine schadstoffarme, lärmreduzierte und flachensparende Mobilität in Landsberg.
Toni Schwaiger

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