Laufstall fürs Vieh

Pfarrer Huber sowie die Diakone Harald Walter und Thomas Knill (Foto) segneten den neuen Milchvieh-Laufstall bei Regens Wagner Holzhausen. Fotos: Osman

Viel Platz und Bewegungsfreiheit, Licht und frische Luft bietet der neue Milchvieh-Laufstall von Regens Wagner Holzhausen den Kühen, die in diesen Tagen dort einziehen dürfen. Nach jahrelangen Planungen und acht Monaten Bauzeit wurde das hochmoderne Stallgebäude am Sonntag feierlich eingeweiht. 150 Kühe sollen hier ihr Zuhause haben und dafür sorgen, dass die Milchwirtschaft weiterhin das Herz­stück der Landwirtschaft bei Regens Wagner bleibt. Neben Fachkräften können im Stall auch Menschen mit Behinderung arbeiten.

Vom neuen Stall profitieren Mensch und Tier gleichermaßen, freut sich Betriebsleiter Josef Beyrle. „Die Kühe haben viel mehr Freiheit als vorher.“ Neben dem geräumigen Stall stehen ihnen drei Ausläufe zur Verfügung, zwischendurch ist sogar ein Ausflug auf die Weide drin. „Bei diesen Temperaturen gehen sie am liebsten nachts nach draußen“, schmunzelt Beyrle. Das bisherige Stallgebäude wird künftig von Jungtieren bewohnt werden. Für die Menschen, die die Tiere betreuen, wird die Arbeit im neuen Laufstall dank modernster Technik leichter und flexibler. So muss im Idealfall niemand mehr den Melkvorgang überwachen, denn die Kühe wandern – angelockt von leckerem Kraftfutter – selbstständig in die Melkboxen, wo sie von Robotern gemolken werden. Bis alle Tiere das gelernt haben, müsse der Mensch aber schon noch helfend zur Stelle sein, so Beyrle. Damit die Kühe sich nicht den ganzen Tag über ein Leckerli nach dem anderen abholen, überprüft wiederum die Elektronik anhand der Fußbänder, die die Tiere tragen, wann sie das letzte Mal in der Melkbox waren. Wer gerade erst gemolken worden ist, wird nicht hineingelassen und muss wieder abdrehen – geniale Technik. Die Technik würdigte auch Pfarrer Johannes Huber beim Gottesdienst im Magnusheim, mit dem der Festtag begann. „Der Mensch kann unwahrscheinlich zielgerichtet Dinge unternehmen, bei denen Fantastisches herauskommt, wie eben dieser Stall, in dem eine große Zahl an Tieren mit relativ wenig menschlichem Aufwand betreut werden kann.“ Huber schlug jedoch auch nachdenkliche Töne an: „Zielgerichtetheit kann auch problematisch sein.“ Dann nämlich, wenn sie auf falsche Ziele gerichtet sei, wenn Monokulturen und Agrarfabriken dabei herauskommen, wenn die Arbeit nur noch von Spezialisten und kaum noch von Ungelernten geleistet werden kann. Das weiß man auch bei Regens Wagner und hat deshalb den Betrieb vor zehn Jahren auf ökologische Landwirtschaft nach den Bioland-Richtlinien umgestellt. Bewusst werden neben Jobs für ausgebildete Landwirte auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen. „Wir haben entsprechend geplant und möchten das noch weiter ausbauen“, so Ulrich Huber, Gesamtleiter von Regens Wagner Holzhausen. Im Milchviehstall werden zunächst sechs Behinderte tätig sein. Diese Jobs seien denen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sehr ähnlich. Die Segnung des Stalls nahm Pfarrer Huber gemeinsam mit den Diakonen Harald Walter und Thomas Knill vor. Anschließend hatten die zahlreichen Besucher Gelegenheit, das Ge­bäude zu besichtigen und es sich bei Speis' und Trank gut gehen zu lassen.

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