Lawinengefahr im Fuchstal

Die Halbe gibt’s natürlich im Fuchstaler Schneeloch… Cartoon: Pfeffer

Wegen der angeblich von einem Carport ausgehenden Dachlawinengefahr sind zwei Grundstücksnachbarn in Fuchstal kürzlich erneut in Streit geraten und vor Gericht gezogen. Die zivil­rechtliche Auseinandersetzung vor dem Amtsgericht Landsberg mündete in einen Vergleich.

Bereits vor zwei Jahren hatte einer der Nachbarn vor dem Amtsgericht Landsberg und schließlich in zweiter Instanz vor dem Landgericht Augsburg die Anbringung eines Schneefanggitters wegen „drohender erheblicher Verletzungsgefahr durch abgehende Schneemassen“ beantragt. Das Grundstück liege in einem schneereichen Gebiet, einem sogenann­- ten „Schneeloch“. Es sei davon auszugehen, hieß es da weiter, dass sich im Garten des Klägers Unmengen von Schnee anhäuften, die eine Nutzung des entsprechenden Grünstreifens bis weit in das Frühjahr hinein unmöglich machen würde. Weder dem klagenden Fuchstaler noch seinem Anwalt fehlte es an Argumenten, um die Sinnhaftigkeit ihrer Forderung zu untermauern. Jährlich komme eine nicht unerhebliche Zahl von Schneeschuh- und Skiwanderern bei Lawinenunfällen zu Tode, obwohl sie mit erfahrenen Bergführern unterwegs sei. Dies zeige doch, dass die „Lawinengefahr für den Kläger“ nicht erkennbar sei. Und: Wegen der Erderwärmung sei mit einer Häufung von Extremwetterlagen und daher einem Ansteigen der Gefahrenlage zu rechnen. Der Fuchstaler war mit dieser Klage gescheitert, weil er nach Auffassung des Landgerichts der ohnehin geringen Gefahr jedenfalls leicht aus dem Wege gehen könne. Nun verlangte der streitbare Nachbar Schadensersatz für eine durch abgeglittenen Schnee beschädigte Ligusterhecke. Unstreitig, so Zivilrichter Matthias Neumann, war Schnee von besagtem Carport abgerutscht. Der beklagte Nachbar hatte allerdings bezweifelt, dass die Hecke dadurch beschädigt wurde. Eine teilweise Neupflanzung sei nicht erforderlich, weil die Hecke ganz natürlich nachwachse, argumentierte er. Die Parteien kamen schließlich nach Vermittlung durch Richter Neumann und der beteiligten Rechtsanwälte Peter Amend sowie Dieter Erl überein, dass der Kläger auf seine Forderung verzichtet, der Beklagte aber nun im Gegenzug einen Schnee-­fang­balken anbringt. Zusätzlich zu diesem Vergleich fassten die streitbaren Nachbarn ins Auge, sich wieder auf eine gemeinsame „Halbe“ zu treffen.

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