Der Lech aus Sicht des Künstlers

Paul Ressl (rechts) erläutert bei der Ausstellung im Pfarrhof den Besuchern seine Bilder. Foto: Schmid

Der Lech aus der Sicht eines Künstlers: Wie Paul Ressl die Landschaft rund um den Lech sieht, zeigte der Maler aus Altenstadt in einer dreitätigen Ausstellung im Pfarrhof in Apfeldorf. Unter dem Titel „Landschaft am Lech“ zeigte Ressl seine Bilder sowie einige seiner Bleistiftskizzen.

In seine abstrakten Werke, die auf den ersten Blick gleich durch ihr beeindruckendes Farbenspiel ins Auge stechen, lässt der Maler auch Bewegung mit einfließen: So präsentierte der Künstler beispielsweise den Lechstausee und die Litzauer Schleife derart, wie man sie beim Vorbeifahren im Auto wahrnimmt – mit all den Spiegelungen. In seinen Darstellungen der Natur zeigt Ressl aber auch Getreidefelder, die nahe komplett in Grüntönen gehalten sind, oder er präsentiert allein durch sein Farbenspiel das Morgen- und das Abendrot. Paul Ressl lässt sich bei seinen Werken von Bewegung, Veränderlichkeit sowie Licht- und Farbeindrücken inspirieren. Bei der Umsetzung auf Leinwand arbeitet der Künstler mit zahlreichen Lasuren und Übermalungen und macht durch die Farbüberlagerungen Bewegungen und Vibrationen von Naturerscheinungen sinnlich wahrnehmbar, indem er sie auf das Wesentliche reduziert. „Die Grundintention meiner künstlerischen Arbeit ist die Beschäftigung mit der Natur, und insbesondere dem Lech“, erklärt Ressl. Und zur Natur würde ja auch der allgemeine Trend wieder mehr hin gehen: Es scheine so, als ob nach der „Globalisierungwelle“ nun mittlerweile generell die Natur, die Heimat und das Örtliche wieder mehr an Bedeutung gewinnen würden, meint der Künstler. Die Ausstellung bewunderten zahlreiche Kunstinteressierte aus dem ganzen Schongauer Land. „Ich bin stolz, dass ich hier im Pfarrhof ausstellen darf“, meinte der Künstler bei der Vernissage. Denn schließlich war der Kirchenmaler und Vergolder, der seit 1988 gleichzeitig als freischaffender Künstler arbeitet, auch maßgeblich an der Renovierung des geschichtsträchtigen historischen Gebäudes beteiligt. In seiner Laudatio führte der ehemalige Leiter des Städtischen Museums Landsberg, Hartfrid Neunzert, aus: „Aus der Natur so das Wesentliche herauszuschälen, dass wir Betrachter die Vorstellung von etwas erhalten, ohne mit dem Augenblick konfrontiert zu sein, das ist Kunst.“ Und weiter: „Nachvollziehen können wird dies am besten bei den malerischen Unternehmungen Ressls, den Lech darzustellen“, so Neunzert. „Uns allen sind Flussabschnitte gegenwärtig, und oft haben wir die Farbe dieses Gebirgsflusses bewundert: Paul Ressl kennt ihn, weiß um ihn und entlockt ihm auf seine Weise sein ihm eigenes Farbenspiel, sein Dahinfließen und seine Unendlichkeit“, würdigte der ehemalige Museumsleiter die Werke des Malers. Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple gab bei der Vernissage einen kurzen Abriss über die Geschichte des Pfarrhofs und stellte die neu gegründete Bürgerstiftung vor. Die Ausstellung war mittlerweile die zweite Veranstaltung, die von der Bürgerstiftung Apfeldorf ausgerichtet wurde.

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