Der Hang ist grundsätzlich sicher

+
Bleibt weiterhin für Fußgänger gesperrt: der Failsworth-Weg zwischen Lechsteg und Mutterturm.

Landsberg – Die gute Nachricht zuerst: Der abgerutschte Lechhang ist nach Ansicht des Gutachters „grundsätzlich sicher“, der Fußweg und die Treppe dürften sich „mit vertretbarem Aufwand“ wiederherstellen lassen. Und die schlechte: Die Veranstalter des Stadtlaufes werden sich eine neue Strecke suchen müssen.

Bis zum 3. Oktober wird sich am Failsworth-Weg nichts tun, bestätigt Tiefbauamts-Chef Hans Huttenloher: „Das ist ausgeschlossen.“ Vor möglichen Sanierungsarbeiten ist ein wei­teres Gutachten nötig.

Derzeit gibt Stadtlaufveranstalter Hardy’s Freizeit auf seiner Internetseite für die Anmeldung (www.hardys-freizeit.de) als Routenverlauf noch „nach dem Lechsteg links“ an – da allerdings befindet sich bekanntlich seit dem Frühjahr gar kein Weg mehr. Bevor man an die Reparatur gehen kann, muss man laut Wolfgang Häusele vom Ingenieurbüro THPlan das Kernproblem lösen: die Hang­rutschungen. Diese seien vor allem durch das eindringende „Schichtwasser“ verursacht worden. Zwar halte der Bewuchs, wo er noch komplett ist, den Hang im Prinzip gut fest, bei Regen bilde das eindringende Wasser aber eine Art Rutschbahn oberhalb der Tonschicht. Das Problem sei durch Bodenerosion mitverursacht worden, „Starkregenereignisse und feuchte Winter haben dazu beigetragen.“

In einer geologischen Untersuchung soll jetzt festgestellt werden, wo das Wasser überhaupt herkommt und welche Stellen am stärksten betroffen sind. Das Gutachten, das voraussichtlich 15000 Euro kosten wird, gab der Stadtrat einstimmig in Auftrag. Wie teuer die eigentliche Sanierung dann wird, lässt sich noch nicht genau sagen. Stadtbaumeisterin Annegret Michler: „Das sind keine Beträge, die zwingend fällig werden, eher Bausteine, die man ausführen kann.“

Auf jeden Fall muss vor Beginn der Arbeiten die Hangkante gesichert werden, damit die bis zu 40 Tonnen schweren Auslegerkräne sie überhaupt befahren können. Dazu ist vorgesehen, Bohrpfähle ins Erdreich zu treiben und dies oben mit einem „Kopfbalken“ zu verbinden. Die Kosten allein dafür schätzt Häusele auf „120000 bis 150000 Euro“. Was danach noch fällig wird, hängt stark von den Ergebnissen der Untersuchung ab. Dort, wo viel Wasser gefunden wird, sollen Schlitze in den Hang getrieben und mit Kies verfüllt und das Wasser soll dann unterirdisch abgeleitet werden. „Es geht im Moment keine Gefahr vom Hang aus, wenn die Entwässerung gegeben ist“, so Häusele. Deshalb müssten auch keine Maßnahmen über die gesamte Hanglänge erfolgen.

Nur in den Bereichen mit der stärksten Neigung sollten möglicherweise, ohne in den Bewuchs einzugreifen, Wasserbausteine und sogenannte „Bermen“ eingebaut werden. Eine solche Schwergewichtsmauer kostet auf einer Länge von 15 Metern weitere 100000 Euro. Auch für die inzwischen abgebaute Treppe im Bereich des Lechsteges gebe es Hoffnung, so der Ingenieur. „Diese ist mit einer einfachen Stützmauer baubar“, erläuterte er, „dann muss aber eine Entwässerung eingebaut und der Bewuchs wiederhergestellt werden.“

Die Kosten für diese Maßnahme stehen noch nicht fest, ohnehin dürfte Kämmerer Peter Jung bei den genannten Ausgaben Bauchschmerzen haben. Zunächst einmal bezahlt er das Gutachten über „Mehreinnahmen aus der Einkommenssteuer“, wie er dem Stadt­rat mitteilte. Weitere Mittel seien im aktuellen Haushalt nicht vorgesehen.

Vermutlich wird das Thema aber ohnehin erst im kommenden Jahr zum Tragen kommen, wie Hans Huttenloher auf Nachfrage sagt. „Bis wir einen Gutachter haben und die Untersuchung abgeschlossen ist, dürfte es Oktober oder November sein. Vermutlich wird da in diesem Jahr baulich also nichts mehr passieren.“

Christoph Kruse

Auch interessant

Meistgelesen

Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Geschlossen über die Ziellinie
Geschlossen über die Ziellinie

Kommentare