Kolumne „Lechhansl“

Noch alle Latten am Zaun im Fuchstal?

Fuchstal Eichhörnchen vor Zaun
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Dem Oachkatzl ist das Geschwätz um die Fuchstaler Zaunlatten einerlei!

Jawohl, die Fuchstaler haben (noch) alle Latten am Zaun. Darum gehen sie das Thema „Änderung, Ergänzung und Modernisierung der Einfriedungssatzung“ in aller Gründlichkeit an. Vize-Bürgermeister Stephan Völk warnte bei dem komplexen Thema vor einem Schnellschuss. Er könne das Ansinnen Wolfram Ruoffs, ein ausgewiesener Kenner der Materie, nur unterstützen, nämlich dass dazu die Regelungen erst in einem kleineren Kreis ausformuliert werden müssen. Womöglich abendfüllend oder gar in einer eigenen Klausursitzung?

Wie hoch ein Sockel maximal sein darf, wie groß der Abstand von Pflanzen und Zäunen zu Kreuzungen hin sein muss, wie hoch Hecken maximal sein dürfen, ob es die Fuchstaler bunt treiben dürfen oder doch nur einfarbig: Solche und noch mehrere andere Fragen erfordern eine klare Antwort.

Eine solche kam vorab von Anton Weinholzner aus Asch, seines Zeichens Vorstandsmitglied im Verein für deutliche Aussprache. Der kratzt sich bei manchen Debatten und Themen nicht nur am Kopf, sondern gar am Hintern. Er finde so eine Einfriedungssatzung „fürn Arsch“, griff er zu deftigem Vokabular. Wer wolle denn die Bestimmungen kontrollieren, wollte er wissen.

Bürgermeister Erwin Karg entgegnete, es gebe Gemeinden, die haben keine Einfriedungssatzung. Dort würden an manchen Grundstücken sogar Mauern hochgezogen. Die Höhe der Zäune habe eine große Aussagekraft über das Verhältnis unter Nachbarn, fügte der Rathauschef hinzu. Er selbst geht mit gutem Beispiel voran. Sein Holzzaun aus den 90ern sei immer noch gut in Schuss. Daraus kann – Anmerkung der Redaktion – jedoch nicht automatisch der Rückschluss gezogen werden, dass Gleiches auch beim Hauseigentümer zutrifft.

Mit ungewohnt feiner Ironie bemerkte Karg zu dem Thema, dass die Einfriedungssatzung eine der wichtigsten auf der Welt sei. „Der Zaun kommt gleich nach dem Auto“, philosophierte der Rathauschef zu den Prioritäten des deutschen (Spieß)bürgers.

Und der Bürgermeister legte mit gebotener Theatralik noch nach. Ganze Völkerstämme hätten sich schon mit Zäunen beschäftigt. Wenn das so ist, dann kann sich doch, wie vereinbart, im Fuchstal wenigstens der Bauausschuss detailliert mit der diffizilen Materie befassen. Zu gegebener Zeit möge dann Berichterstattung im großen Gremium erfolgen. Zur Einfriedungssatzung. Und zur Frage, ob die (noch) alle Latten am Zaun haben.
Johannes Jais

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