Der Lechhansl ist endlich angekommen

In der vorigen Woche hatte Sonia Fischer allen Grund zur Freude: Der Leiterin des Neuen Stadtmuseums wurde das Ölgemälde mit der Darstellung von Bischof Sintpert, gemalt von Johann Baptist Baader – in seiner Heimat liebevoll der „Lechhansl“ genannt – überreicht. Möglich gemacht hatte diese für das Stadtmuseum wichtige Neuerwerbung der persönliche und finanzielle Einsatz des Freundeskreises der Städtischen Museen, des Historischen Vereins, des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, des Rotary Clubs Landsberg, der Sparkassenstiftung und der Landsberger Studentenschaft.

Ein Werk Baaders, der zahlreiche Kirchen und Kapellen im Landkreis Landsberg ausstattete und einer der wichtigsten Kirchenmaler und Künstler des 18. Jahrhunderts in der Region war, besaß das Museum bislang nicht. Dieses Desiderat konnte mit dem Bild, das, so Museumsleiterin Fischer, „ein Kernstück im Sammlungsbestand des Museums sein wird“, nun erfüllt werden. Die Kriterien, die dem Sammlungskonzept des Museums zugrunde lägen, seien vor allem der geschichtlicher Bezug, Seltenheitswert und Forschungsrelevanz sowie Ausstellungs- und Publikumsattraktivität, erklärte Fischer. Künstler mit Geschichte Landsberg war im 18. Jahrhundert geprägt durch ein reiches Kunstschaffen und aktives Baugeschehen, was sich im Stadtbild am wertvollen Denkmalbestand, wie etwa dem Rathaus,der Johanniskirche und der Heilig Kreuz Kirche ablesen lässt. Zu jenen Künstlern, die diese Bauten schufen und ausstatteten gehört auch Johann Baptist Baader, geboren in Lechmühlen, der beispielsweise in der Heilig Kreuz Kirche das Altarblatt des Hochaltares und die Gemälde der Seitenkapellen, des Ignatius und des Franz Xaver Altares schuf. Dargestellt ist auf dem Bild Bischof Sintpert, einer der drei Augsburger Diözesanpatrone, in traditioneller Ikonographie, wie Franz Bernhard Weißhaar, emeritierter Professor am Lehrstuhl für Christliche Kunst der Bildenden Künste in München erläuterte. Der untere Bildteil zeigt die Legende des Bischofs: Der Wolf bringt das geraubte Kind zurück, nachdem die Mutter den Heiligen angerufen hatte. Das Kind scheint mit der rechten Hand den Segensgestus des Heiligen zu wiederholen und gleichzeitig den Kopf des Wolfes zu streicheln. Im Bildhintergrund betrachten zwei Engel die Szene, deren nicht stilisierte Gesichtszüge vermuten lassen, dass es sich um die Darstellung der etwa neunjährigen Kinder der Auftraggeberfamilie handelt. Die drei Protagonisten eint die sensible Sprache der Hände, italienische Vorbilder lassen sich kaum verleugnen. Auf den fünfjährigen Italienaufenthalt des Künstlers und weitere Stationen seines Lebens und das Gesamtwerk des Lechhansl ging Dr. Heide Weißhaar-Kiem, amtierende Kreisheimatpflegerin, schließlich in ihrem Vortrag ausführlicher ein. Wichtiger Beleg Das hervorragend erhaltene Gemälde trägt auf der Rückseite ein Chronogramm, das das Bild ins Jahr 1773 datiert. Es ist ein wichtiger Beleg für den Künstler und die Kunstgattung selbst und aufgrund seiner engen Verbindung zur Stadt- und Regionalgeschichte ein wichtiges Exponat des Neuen Stadtmuseums. Die großzügige Spendenbereitschaft, so die Abschlussworte von der Dritten Bürgermeisterin und Vorsitzenden des Historischen Vereins Sigrid Knollmüller zeuge von der Größe des Bürgersinns in der Lechstadt.

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