Dirndl müssen draußen bleiben

Trachtengeschäft darf nicht im Lechland-Center eröffnen

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Friseur, Apotheke, Supermarkt, Möbelladen und vieles mehr: Im neuen Lechland Center ist Platz für diverse Läden. Einem Trachtenmodengeschäft mit Sitz in Regensburg wurde jetzt aber der Einzug verwehrt.

Landsberg – Ins Lechland-Center wird kein Trachtenmodengeschäft einziehen. Der Bauausschuss hat mehrheitlich einen Antrag auf Befreiung von den Vorgaben des Bebauungsplans abgelehnt. Dort ist auf einer Positivliste festgelegt, welche Branchen sich in dem rundum sanierten Einkaufszentrum ansiedeln dürfen und welche nicht. Hintergrund ist der Schutz der Innenstadt, den man auf diese Weise zu erreichen hofft.

Die fragliche Ladenfläche war für ein Schuhgeschäft vorgesehen. Nun möchte der Betreiber die Räumlichkeiten aber lieber an ein Fachgeschäft für Trachtenmode vermieten, namentlich an Trachten Moser mit Sitz in Barbing bei Regensburg. Das Gutachten, das den Antrag stützen sollte, verneint negative Auswirkungen auf die Innenstadt. Moser will damit eine Lücke in seinem überregionalen Filialnetz schließen und würde, so das Gutachten, „zu einer Umorientierung auf den Einkaufsstandort Landsberg beitragen“ – sprich, mehr überregionale Kunden in die Stadt ziehen und damit letztlich auch der Innenstadt nutzen.

Andererseits ist aber von einer „Umsatz-Umverteilung“ in Höhe von 0,1 Millionen Euro die Rede. „Das heißt, 100.000 Euro würden aus der Innenstadt abgezogen“, rechnete dritter Bürgermeister Axel Flörke (Landsberger Mitte) vor. Fraktionskollege Hans-Jürgen Schulmeister, Innenstadt- und Einzelhandelsreferent, fehlte in der Sitzung zwar wegen eines Trauerfalls, gab aber im Vorfeld eine Stellungnahme ab. Es gelte, das Trachtenmodengeschäft in der Innenstadt unbedingt zu schützen, weil es zur Vielfalt im Zentrum beitrage.

Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) pochte auf die Verlässlichkeit der Positivliste. Auch Dieter Völkel (SPD) sah das so: „Wir haben die Liste nicht ohne Grund aufgestellt.“ Den Begriff Protektionismus wollte er in diesem Zusammenhang aber nicht hören. „Es geht darum, die Innenstadt zu erhalten“, fügte er an.

Einzig Berthold Lesch (CSU) brach eine Lanze für den Antrag. Zum einen biete das Geschäft im Vorderanger keine Herren- und Kindermode. Zum anderen müsse man die Innenstadt anders schützen, nämlich mit höherer Aufenthaltsqualität und Verkehrsberuhigung.“Wem ist geholfen, wenn Moser eine Filiale in Kaufering eröffnet?“

Diesen Aspekt führte auch Moritz Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) an. „Wenn die Leute woanders hingehen, haben wir auch nichts davon.“ Seine Fraktion hielt sich zwar an den Bebauungsplan und stimmte gegen das Trachtengeschäft, forderte jedoch gleichzeitig eine Überarbeitung der Positivliste. Auf die größte Konkurrenz des stationären Einzelhandels, den Online-Handel, habe die Stadt ohnehin keinen Einfluss.

Letztlich stimmte nur die CSU inklusive OB Mathias Neuner für eine Befreiung vom Bebauungsplan. Mit 4:9 wurde der Antrag abgelehnt.

Ulrike Osman

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