KREISBOTE-Interview zum Bezirksmusikfest in Pürgen

Die Lechrainer Kapelle und ihr Musikfest in Pürgen

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Da Bier schmeckt und die Vorbereitungen für das Bezirksmusikfest 2020 in Pürgen laufen auf Hochtouren. Der Festausschuss um Tobias Straus (stehend, links) freut sich auf den großen Infoabend am morgigen Donnerstag.

Pürgen/Lengenfeld – Vom Bieranstich bis zum Kabarett, vom Sternmarsch bis zum Festzug am 21. Juni als Höhepunkt: Die Planungen für das Musikfest 2020 im Bezirk Lech-Ammersee sind weit gediehen. Ausrichter ist heuer die Blaskapelle Lechrain. Beim Infoabend am Donnerstag, 13. Februar, um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Lengenfeld gibt es eine Fülle von Hinweisen und Informationen dazu. Vorab unterhielt sich der KREISBOTE darüber mit dem Vorsitzenden des Festausschusses: Tobias Straus verriet schon mal, was beim großen Fest geboten ist.

Vier Monate vor dem Musikfest – wie ist der Stand bei den Vorbereitungen?

Tobias  Straus: „Die Vorbereitungen sind im vollen Gange. Derzeit wird an der Dekoration gebastelt, und die Holzbauarbeiten laufen gerade voll an. Die Festschrift bekommt ihren finalen Schliff, und die Planungen werden weiter verfeinert.“

Was werden Sie denn morgen beim Infoabend alles berichten?

Straus: „Wir stellen zuerst unser Motto vor: ,So klingt‘s im Lechrain‘. Und danach die Ansprechpartner des Festausschusses. Das wird zusammen mit der Präsentation unseres Programmes einschließlich Festabend und Wertungsspielen den ersten größeren Block bilden. Dabei sollen besonders die auftretenden Gruppen den Gästen nähergebracht werden. Der Kartenvorverkauf ist bereits angelaufen, und am Infoabend gibt es auch die Möglichkeit Eintrittskarten zu erwerben.“

Wozu wird noch informiert?

Straus: „Dann geben wir einen Einblick in die Pläne für den Festplatz und veröffentlichen die Wegstrecken des Festumzuges und Sternmarsches. Die zweite Hälfte ist dem Thema Helfereinsatz gewidmet – von Arbeiten beim Auf- und Abbau bis hin zum Helfen an der Veranstaltung selbst. Schließlich werden wir bei dem Infoabend auch noch unseren eigens für das Musikfest gedrehten Kurzfilm vorführen.“

Wie viele Helfer rund um das Musikfest können Sie gebrauchen?

Straus: „Helfer können es eigentlich nie zu viele sein. An zehn Auf- und Abbautagen sowie an fünf Festtagen planen wir mit insgesamt zirka 700 Helfereinsätzen. Je mehr Helfer es werden, umso weniger Schichten muss jeder einzelne übernehmen. Aufgaben finden sich neben Auf- und Abbau in den Bereichen Verkauf Kaffee, Kuchen und in der Bar sowie beim Eintritt, Festzeichenverkauf, Ordnungs- und Parkplatzdienst. Dankbar sind wir auch für die Übernahme von Sanitätsdiensten und Zeltwachen.“

Ein Jahr nach Asch – dort spielt ja auch euer Schlagzeuger R. Treischl, und dorthin kam sogar Ministerpräsident Söder – und neun Monate nach dem Fest bei den Nachbarn in Reichling: Welche Erfahrungen wollen Sie beim Musikfest 2020 in Pürgen einbringen?

Straus: „Wir stehen in regem Kontakt zu unseren Musikerfreunden aus Reichling und Asch, von denen wir bislang alle gewünschten Informationen bekommen haben. Denn schließlich ist in unserem Fall abschreiben oder zumindest abschauen erlaubt und wurde auch kräftig angewandt. So haben sich zahlreiche Musiker schon 2019 als Helfer in Asch eingebracht, ich selbst war beispielsweise beim Zeltaufbau und beim Barbetrieb dabei. Und Roland Treischl, mein Schwager, hat in vorderster Reihe das Ascher Fest mitorganisiert. Er gehört auch unserem Festausschuss an.“

Und was wird bei euch heuer anders sein?

Straus: „Wir feiern nicht nur 40 Jahre Blaskapelle Lechrain, sondern bieten auch den Rahmen für ein weiteres Jubiläum:Die Jungbläser Lechrain, ein Zusammenschluss von sechs Kapellen aus der Region zur gemeinsamen musikalischen Ausbildung, begehen am Samstag, 20. Juni, mit ihrer Schüler- und Jugendkapelle das 20-jährige Bestehen im Festzelt.“

Warum eigentlich zwei Festwagen – einen (kleinen) Leiterwagen und einen großen Anhänger, die schon letztes Jahr präsentiert wurden?

Straus: „Da war unsere krea­tive Truppe am Werkeln, die zunächst aus vielen Vorschlägen der Musiker das Logo für das Musikfest entwickelte, gleichzeitig den lebendigen Mohnhintergrund und unser Motto ,So klingt’s im Lechrain‘ prägte. Der Grundgedanke der Öffentlichkeitspräsentation mit Wagen ,erst klein, dann groß‘ hat aber doch auch einen symbolischen Charakter: der ,kleine‘ für Historie und Anfänge (zudem gezogen von der Jugend) – der ,große‘ für die aktuelle Präsentation des Vereins.“

Aber das hatte auch einen ganz praktischen Hintergrund …?

Straus: „Ja, zum anderen war es aber auch eine pragmatische Entscheidung: der Leiterwagen war mit geringerem Aufwand fertigzustellen und dann auch später zu transportieren. Bereits im Sommer 2018 konnten wir ihn auf Festzügen und bei Konzerten zeigen. Der große Gummiwagen musste damals erst noch gesucht und gefunden werden – die Restauration nahm einige Zeit in Anspruch. Er wurde dann ab der Musiksaison 2019 eingesetzt.“

Eine Musikkapelle mit Bläsern aus vier Ortschaften: Bedeutet das mehr Auftritte als bei anderen Dorfkapellen? Wie wird das gehandhabt, wenn etwa in Pürgen, Ummendorf, Lengenfeld und Stoffen eine Fronleichnamsprozession gehalten wird?

Straus: „Vier Ortschaften führen auch zu mehr Auftritten in Verbindung mit dem Jahresablauf der Dörfer. Aber dafür können wir jetzt auf Unterstützung aus mehreren Ortschaften hoffen. Neben kirchlichen Festen muss auch der Volkstrauertag zweimal begleitet werden. Zum Stichwort Fronleichnamsprozession: Da teilen sich die Ortschaften nicht nur die Blaskapelle, sondern auch den Pfarrer, und somit finden diese versetzt am Fronleichnamsdonnerstag und am darauffolgenden Sonntag statt.“

Im Bezirk Lech-Ammersee, der von Hohenfurch bis Türkenfeld reicht, seid ihr gleichsam die Mitte. Ist bei Eurem Fest mit einer großen Teilnahme der Kapellen zu rechnen?

Straus: „ Darüber würden wir uns sehr freuen. Die Anmeldung zum großen Festumzug ist noch nicht abgeschlossen, und ein Musikfest mit Bierzeltbetrieb sollte man sich nicht entgehen lassen. Erst recht vor dem Hintergrund, dass in den nächsten Jahren kein Bezirksmusikfest in einem solchen Rahmen stattfinden wird.“

Das Programm geht über fünf Tage: Warum wird am Montag, 22. Juni, ein Kabarettabend drangehängt? Keine Sorge, dass nach dem Höhepunkt am Festsonntag die Luft raus ist?

Straus: „Mit dem musikalischen Kabarett ,häisd’n’däisd vomm mee!‘, einer hochkarätigen Truppe aus Franken, die auch auf dem Oktoberfest und bei den Brettl-Spitzn im Bayerischen Rundfunk zuhause ist, sprechen wir neben unserem regionalem Publikum auch Besucher außerhalb der Blasmusik­szene an. Es ist gleichermaßen der krönende Abschluss unseres Festes – den wir dann nach hoffentlich gelungenen Festtagen selbst genießen können.“

Herr Straus, wir danken für das Gespräch und wünschen viel Erfolg für das Fest!
Johannes Jais

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