Das Lechtal besser schützen?

Die auf der jüngsten Stadtratssitzung mit einer 15:9-Mehrheit beschlossene Brücke unterstrom der Lechstaustufe 15 bleibt weiter in der Diskussion. Anwohner vom Englischen Garten wehren sich gegen das Vorhaben, weil sie eine Zunahme des Parksuchverkehrs fürchten. Und eine Umweltverträglichkeitsprüfung wiederum fordern die Stadträte Reinhard Skobrinsky (BAL) und Wolfgang Buttner (ödp).

Ihrer Forderung haben die beiden Stadträte in der vergangenen Woche mit einem Antrag an Oberbürgermeister Ingo Lehmann Nachdruck verliehen. In der Begründung dazu betonen sie erneut, dass die „Freizeiteinrichtung Lechsteg“ ihrer Auffassung nach nicht notwendig sei. Sie verfolge lediglich Ziele, die ausschließlich im Freizeit- und Erholungssektor zu finden seien – ohne Rücksicht auf den Naturschutz im Landschaftsschutzgebiet Lech-tal. Im Bereich der „geplanten Zerstörung des Lechs“ leben laut Skobrinsky sehr viele Fische, die auf der roten Liste des Artenschutzes zu finden sind. Die Bauarbeiten in dem „sensiblen Ökosystem unter Wasser“ wären ein „nicht wieder gut zu machender Frevel an der Natur“. Den machen Skobrinsky und Buttner auch in den beiden Uferbereichen aus. Für derlei starke Formulierungen fehlt nach Ansicht des Oberbürgermeisters jede Grundlage. Schließlich sei sowohl in der Vorberatung im Finanzausschuss als auch beim Ortstermin des Stadtrates die Mitwirkung der Unteren Naturschutzbehörde mehrmals betont worden. „Nachfragen dazu kamen nicht“, erinnert OB Lehmann, auch nicht von den beiden Antragstellern. Um „böse Überraschungen zu vermeiden“, habe Planer Harald Trebte bereits bei der Untersuchung der beiden Brückenalternativen den Kon- takt zu der Behörde im Landratsamt aufgenommen. Ohnehin würden alle wesentlichen Belange, dazu zählen auch die naturschutz- rechtlichen, intensiv im Wasserrechtsverfahren geprüft. OB Lehmann abschließend: „In welchem Umfang zusätzliche Gutachten erstellt werden sollten, muss mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden.“ Skobrinsky und Buttner sind damit gewiss nicht zufrieden. Sie fordern nämlich noch ein Gutachen und eine detaillierte Prüfung des Eingriffs in die schützenswerte Natur vom Umweltministerium.

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