Filetstück bleibt in städtischer Hand

Landsberg – Nach der Besichtigung der sanierungsbedürftigen Lechturnhalle waren sich die Stadtratsfraktionen in einem Punkt einig: Die Halle soll geöffnet bleiben, saniert werden und weiter für den Sport zur Verfügung stehen. Die CSU fand dagegen keine Mehrheit für ihren Vorstoß, das Grundstück für einen symbolischen Preis an den Landkreis zu verkaufen.

CSU-Fraktionssprecher Helmut Weber plädierte für eine Sanierung, deren Umfang auch davon abhängen solle, wie stark sich der Landkreis finanziell beteiligt. „Wenn wir das Geld für eine Generalsanierung nicht haben, sollten wir Einzelmaßnahmen durchführen. Sollte das alles nicht greifen, bin ich dafür, die Halle an den Landkreis zu verkaufen. Das Krankenhaus hat er ja auch gekauft.“

Auch Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU) war der Idee nicht abgeneigt: „Dass wir das Haus nach 70 Jahren sanieren müssen, ist allen klar geworden, und die Halle muss auf jeden Fall erhalten bleiben“. Er, Kreuzer, stelle aber die „ketzerische Frage“, warum man das Gebäude nicht dem Landkreis übergebe, wenn dieser es durch die Schulen schon mehrheitlich nutze. „Wegreißen kann der Kreis die Halle nicht, sie steht unter Denkmalschutz.“

Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) erbat sich dann vom Stadtrat auch das Mandat, mit dem Landkreis nicht nur über die Höhe des Zuschusses zur Sanierung, sondern auch über einen Verkauf sprechen zu dürfen – was bei einigen Räten zu Widerspruch führte. „Ich bin kategorisch gegen eine Abgabe an den Landkreis und will auch nicht, dass darüber überhaupt verhandelt wird“, meinte Christoph Jell (UBV).

SPD-Chef Dieter Völkel fand, dass der Verkaufsvorschlag zwar „zunächst gut“ klinge, „aber das ist ein absolutes Filetstück mitten in der Stadt und wenn es einmal verkauft ist, ist es kaum noch zurückzuholen.“ Die CSU fand dann auch keine Mitstreiter für Neuners Beschlussvorschlag, „ergebnisoffen, also auch über einen Verkauf“ mit dem Landratsamt verhandeln zu können. Das Stadtoberhaupt unterlag klar: 8:14 Stimmen.

Dass die Halle saniert werden muss, stieß dagegen auf die Zustimmung aller Fraktionen. „Wir müssen einsehen, dass wir um eine Generalsanierung nicht mehr herumkommen“, so Dr. Andreas Hartmann, Fraktionssprecher der Grünen. Dieter Völkel befürchtete jedoch, dass man eben diese Generalsanierung „im Moment nicht packen kann.“

Nur über Kredit

Um erst mal zu klären, was die Maßnahme überhaupt kosten würde, einigte sich der Stadtrat einstimmig darauf, in den nächsten Haushalt zunächst 230000 Euro Planungskosten einzustellen. „Danach haben wir zumindest eine Zahl und können beschließen, ob wir eine Minimal- oder eine Generalsanierung machen“, sagte OB Neuner. Dass man derzeit nicht einmal diese Planung aus dem laufenden Haushalt bezahlen kann, betonte Kämmerer Peter Jung: „Ihnen muss klar sein, dass das nur über Kredite zu finanzieren ist.“

Bis zu einer möglichen Sanierung will die Verwaltung das Gespräch mit der Gemeinde-Unfall-Versicherung (GUV) suchen, um nach Möglichkeit den Sportbetrieb in der Halle übergangsweise aufrecht zu erhalten. Wie im KREISBOTEN be­- richtet, hatte die GUV bei einer Besichtigung mehrere Sicherheitsmängel festgestellt.

Christoph Kruse

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