"Höchste Zeit"?

Ingo-Brückerl reloaded?

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Im Sommer vergangenen Jahres haben die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) und der Landkreis Unterallgäu den Illersteg bei Legau eröffnet. Eine ähnliche Verbindung des bestehenden Rad- und Wanderwegenetzes sei laut Jochen Müller auch in Pitzling möglich.

Landsberg – Den Vorstandsposten bei der Landsberger Energie-Agentur hat er zum Jahreswechsel hingeschmissen, doch das hindert ihn nicht, eine LENA-Idee mit aller Macht voranzutreiben: „Höchste Zeit“ sei es für einen weiteren Brückenschlag über den Lech, sagt Jochen Müller. Auf Höhe Pitzling, 300 Meter nördlich der Staustufe 14, könnte er seiner Ansicht nach Ost und West für Radfahrer und Fußgänger miteinander verbinden. Vorbild ist die Hängebrücke über die Iller bei Legau.

„Ingo-Brückerl“ reloaded? So mancher Lechstädter wird sich an das Projekt von Ex-OB Ingo Lehmann (SPD) erinnern, das im Januar 2010 im Rahmen eines Bürgerentscheids mit über 70 Prozent dann doch baden ging. Eine massive Stahl-Beton-Konstruktion zwischen Englischer Garten und Lechpark Pössinger unterhalb der Staustufe 15 sollte es damals werden, jetzt bringt Jochen Müller eine leichte Hängebrücke ins Gespräch, wie sie vor fünf Jahren die Bürgerinitiative „Stopp dem Brückenbau“ um den heutigen UBV-Stadtrat Wolfgang Neumeier gefordert hatte. Dieser findet das Engagement des „Kümmerers“ aus Pitzling – so nennt sich Müller gerne selbst – zwar super, doch „sollte man wissen, was man miteinander verbinden“ wolle.

Für Jochen Müller und wohl auch für seine Mitstreiter in der LENA-Fachgruppe „Mobilität“ stellt sich diese Frage nicht. Der neue Steg könnte einen Rundweg um die Lechstau­stufe 15 erschließen und das Radwegenetz des Landkreises im Sinne des Klimaschutzkonzepts ergänzen. „Zwischen Landsberg und Mundraching gibt es keine einzige Brücke“, erinnert Müller. Er sieht aber noch andere Vorteile seines Standortvorschlags: die kurze Verbindung zur weiter expandierenden Firma 3C Carbon im Gewerbepark Lechrain und die Tatsache, dass die Zugangswege zur Brücke im Grunde schon vorhanden seien – im Bereich der alten Pitzlinger Kläranlage ebenso wie auf der Lechrainseite.

Müller will in diversen Vorgesprächen erfahren haben, dass auf die Stadt nur eine „geringe Beteiligung“ an den Gesamtkosten von rund 600.000 Euro zukommen würde. Er spricht von „25.000 bis 50.000 Euro“. Die restlichen Mittel könnten aus den Fördertöpfen von Europäischer Union (Leader), Landkreis und Bayerische Eletrizitätswerke fließen. Letztere haben Müller bereits die Unterstützung (nicht finanziell) zugesagt.

Ende Dezember präsentierte Müller zusammen mit UBV-Rat Neumeier und Pitzlings Ortssprecher Franz Daschner die „Idee“ Oberbürgermeister Mathias Neuner. Dieser sieht eine weitere Verbindung der Lechufer südlich Landsbergs als „mittel- oder langfristig grundsätzlich sinnvoll“ an. Vor einer Planung seien aber zunächst die Rahmenbedingungen an den Anlandungspunkten zu klären. Auf Anfrage des KREISBOTEN gibt das Stadtoberhaupt zu bedenken, dass sich an der Westseite Naturschutz- und FFH-Gebiete befänden, über die man sich derzeit im Zuge des Europan-Wettbewerbs Gedanken mache. Und nicht zu vergessen: Die Brücke beeinflusse maßgeblich den Ortsteil Pitzling, dessen strategische Entwicklung ja noch nicht mal diskutiert sei. Zurückhaltend auch Bürgermeisterin Doris Baumgartl: Grundsätzlich sei eine Brücke, die einen Rundweg südlich Landsbergs ermögliche „zu begrüßen – wo auch immer“. Davon könnten alle Lechstädter profitieren, ist sie überzeugt, aber: „Das muss gut und wohlüberlegt sein.“

Jochen Müller indes drückt aufs Tempo: „Es gibt keinen Grund, die Brücke jetzt nicht zu bauen.“ Am 2. Februar auf der Pitzlinger Bürgerversammlung möchte er seine Idee präsentieren und gleich noch zur Busfahrt nach Legau zur Illerbrücke einladen. „Die organisiere ich gerne.“

OB Neuner wird vermutlich nicht mit von der Partie sein. Er ist nämlich froh, dass endlich ein Lage-Konsens für den innerstädtischen Lechsteg zwischen Inselbad und Papierbach gefunden ist. „Mit dieser wichtigen Verbindung beschäftigen wir uns in diesem Jahr, dafür sind auch Mittel im Haushalt eingestellt – nicht aber für eine zweite Brücke“.

Toni Schwaiger

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