»Besser als hier geht‘s nicht«

LENA und die Solar-Offensive im Landkreis Landsberg

LRA Landsberg Solarpanels
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Die Solarpanels an der Südseite des Landratsamtsgebäudes sind auch schon älter. Inzwischen gibt es viele neue Technologien – zu denen die Landsberger Energieagentur LENA mit ihrer Solar-Offensive informieren will.

Landkreis – Bis der Startschuss fällt, dauert es noch ein bisschen. Um genau zu sein bis zum 22. April, dem „Earth Day“. Der Tagesname ist aller­dings schon ein guter Hinweis auf das, worum es geht: die Solar-Offensive, ein Projekt, das die Landsberger Energie-­Agentur LENA zusammen mit dem Landkreis Landsberg und der Bayerischen Verbraucherzentrale ab diesem Jahr starten will. 

Sonnenenergie ist ja eigentlich ein alter Hut. Eine erneuerbare Energie, umweltbewusst, „kennt jeder, weiß jeder, macht jeder“, fasst der stellvertretende LENA-Vorsitzende Peter Koch zusammen. Aber das stimmt natürlich nicht ganz. Zwar gebe es im Landkreis Landsberg einige Gemeinden, die bei Solarenergie oder auch Solarthermie ganz vorne mitmischen und „fast das Doppelte von dem erzeugen, was sie als Gemeinde verbrauchen“, sagt Koch. Aber in der Untersuchung, die die Lena Service GmbH gemacht hat, gibt es eben auch Gemeinden, in denen Sonnenenergie noch ein Stiefkind ist. „Da ist noch Potential vorhanden“, ist Koch überzeugt. Denn der Landkreis Landsberg sei nicht umsonst der Landkreis in ganz Deutschland, in dem die Sonne am häufigsten scheint. „Besser als hier geht‘s nicht.“

Für die Solar-Offensive zählt der stellvertretende Vorsitzende vier Gründe auf: natürlich der Klimaschutz, da Solarstrom dazu beitragen wird, den CO2-Ausstoß zu senken.

Dann sei Solarstrom aber einfach auch günstiger. „Es rentiert sich schlichtweg. Und das wird in den kommenden Jahren auch noch besser werden.“ Ganz egal, ob es dabei um eine kleine Anlage auf dem eigenen Hausdach oder um große Freiflächenanlagen gehe, so Koch. „Selbst der Strom von alten, abgeschriebenen Atomkraftwerken ist da teurer.“

Beim Strom sparen

Es gebe bereits erste Freiflächenanlagen, die keinerlei Förderung mehr benötigten, weil die Kosten innerhalb von maximal zehn Jahren wieder drin seien. Und so eine Anlage halte gerne 30 bis 35 Jahre. Den eigenen Solarstrom könne man dann für 12 bis 14 Cent pro Kilo­wattstunde beziehen. Vom Kraftwerk zahle man da mindestens 25 Cent pro Kilowattstunde. Man müsse den Strom nicht einmal unbedingt selbst verbrauchen, auch das Einspeisen ins Stromnetz sei rentabel. „Die Freifeldanlagen speisen den Strom nur ein. Und die würden das ja auch nicht machen, wenn es sich nicht lohnen würde.“

Als dritten Grund für die Solar-­Offensive nennt Koch die zahlreichen neuen Techniken, die neue Möglichkeiten bieten. So gebe es inzwischen auch durchsichtige Solarpanels, mit denen man beispielsweise eine Bushaltestelle überdachen könne. Oder auch Panels, die senkrecht stehen können: „Eine landwirtschaftliche Nutzung ist dann weiterhin auf dem Gelände möglich“, ist Koch überzeugt.

Dass manche die Panels in der Landschaft nicht gerade als schön bezeichnen, ist Koch klar. „Aber neben einem Kohlekraftwerk zu wohnen, ist weitaus unangenehmer.“ Zudem werde durch die Panels die Landschaft nicht so verschandelt wie beispielsweise durch den Braunkohleabbau – siehe Hambacher Forst. Letztendlich handele es sich für ihn bei den Panels um „eine demokratische Verschandelung der Natur“, resümiert Koch schmunzelnd.

Der vierte Grund, warum die Kampagne jetzt starten soll, ist eine andere Gesetzesgrundlage: die EEG-Novelle, die den Anteil der erneuerbaren Energien auf 65 Prozent heben will. Und dabei den Schwerpunkt auf den Ausbau des Solarstroms setzt. „Auch darüber wollen wir in der Solar-Offensive informieren“, sagt Koch.

Am „Earth Day“, dem 22. April, fällt der Startschuss – hoffentlich dann auch als Präsenzveranstaltung. Denn LENA will einen „prominenten Redner“ mit ins Boot holen. Danach werde man im Monatstakt durch die Gemeinden ziehen und immer am 22., egal was das für ein Wochentag sei, einen Thementag abhalten. Dabei gehe es neben Solarenergie und -thermie auch um die Themen Gebäudeheizung mit Wärmepumpen oder das Laden von Batterie-Elektroautos.

Die Idee des Thementags habe die Klimamanagerin im Landratsamt Andrea Ruprecht eingebracht habe. Damit die Thementage eine möglichst weite Reichweite bekommen, wollen LENA und Co. vorher mit den jeweiligen Bürgermeistern sprechen, um sie von einer Kooperation zu überzeugen. Denn es sollen auch gemeindespezifische Flyer gedruckt und eben auch verteilt werden. Bei den Veranstaltungen stehen Energieberater bereit, einerseits von der Verbraucherzentrale, andererseits von LENA.

Das Projekt laufe in enger Zusammenarbeit mit dem Landrats­amt – das schließlich laut Beschluss auch 20.000 Euro beisteuern will. LENA möchte rund 5.000 Euro aufbringen – und natürlich die ehrenamtliche Arbeit für das Projekt: „Ich schätze, wir werden da auf rund 1.000 Arbeitsstunden kommen“, ist Koch überzeugt.

Nicht zuletzt – um genau zu sein bereits dieses Frühjahr – will sich die Landsberger Energieagentur LENA ein Ziel setzen: um wie viel Prozent sie durch die Solar-Offensive die Nutzung des Solarstroms im Landkreis anheben können. Und nach Abschluss der rund zweijährigen Offensive auch weiterhin die Beratung zum Thema Solarener­gie anbieten.
Susanne Greiner

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